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Nephrologie und Hypertensiologie

Wir behandeln und untersuchen Patienten mit akuten und chronischen Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Zur Abteilung gehört neben der Bettenstation mit 18 Betten auch eine Dialyseeinheit mit 15 Behandlungsplätzen. Darüber hinaus werden Dialysebehandlungen auf den Intensivstationen des Hauses durchgeführt.

Krankheitsbilder & Therapien

Akutes Nierenversagen

Ein akutes Nierenversagen zeigt sich neben einem Rückgang der Urinausscheidung an einem Anstieg von im Stoffwechsel enstandenen Giftstoffen im Blut, die normalerweise ausgeschieden werden müssen. Daneben kann es zu Störungen im Haushalt der Blutsalze kommen. Die Ursachen hierfür können vor allem starke Flüssigkeitsverluste, Medikamente, Röntgenkontrastmittel, allgemeine schwere Infektionen oder Abflußstörungen des Urins sein.

Es gilt vor allem zunächst die Ursache zu finden und nach Möglichkeit zu behandeln. Bei Abflußstörungen muss oft auch ein Urologe zu Rate gezogen werden.Trotz Behandlung der Ursachen kann ein akutes Nierenversagen zwei bis sechs Wochen anhalten. Manchmal erholen sich die Nieren auch nicht mehr vollständig und es kommt zu einer Defektheilung. In der Akutphase ist der Patient neben der Harnvergiftung durch Überwässerung und Störung des Säure-Base Haushaltes sowie der Blutsalze gefährdet, so dass hier oft eine vorübergehende Nierenersatztherapie als Dialysebehandlung erforderlich wird. Diese kann zum Beispiel über einen Plastikkatheter erfolgen, der in eine große Vene gelegt wird.

In der Erholungsphase eines Niereversagens scheidet der Nierenkranke vorübergehend oft zwangsweise große Urinmengen aus, so dass Flüssigkeit über die Vene ersetzt werden muss. Meist normalisieren sich Flüssigkeitsausscheidung und Nierenfunktion dann wieder.

Gefäßerkrankungen der Nieren

  • Vor allem an den großen Nierengefäßen kann es im Rahmen allgemeiner Gefäßverkalkung zur Arteriosklerose kommen, welche die Nierendurchblutung behindert. Das kann zu Bluthochdruck und Einschränkungen der Nierenfunktion führen. Nach entsprechender Diagnostik erweist es sich manchmal als sinnvoll, solche Gefäße aufzudehnen. Dies senkt den Blutdruck und verbessert die Nierenfunktion wieder.
  • Auch an den kleinen Nierengefäßen können im Gefolge von Hochdruckkrankheiten Veränderungen entstehen, welche deren Funktion beeinträchtigt. Dadurch kann sich die Niere gegenüber  hohem Blutdruck oft nicht mehr ausreichend abschirmen und es kommt zur Ausscheidung von Eiweiß, vielleicht auch von roten Blutkörperchen sowie zu Einschränkungen der Nierenfunktion. Diese können so schlimm werden, dass eine Nierenersatztherapie nötig wird. Dann ist eine frühzeitige, konsequente Hochdruckbehandlung mit maximal möglichem Schutz für die Nierengefäße erforderlich.
  • Schließlich kann es an mehreren Stellen im Körper zu entzündlichen Erkrankungen der Gefäße kommen, die oft zu einem raschen Nierenfunktionsverlust führen. Auch dann ist rasches Handeln gefragt: Nach einer solchen Diagnose muss schnell eine Therapie, meist eine Unterdrückung des Immunsystems, eingeleitet werden, um die Nierenfunktion möglichst zu erhalten.

Glomerulopathien

  • Im Gefolge von Infektionserkrankungen oder anderen entzündlichen Erkrankungen wie auch bei Autoimmunerkrankungen (also Erkrankungen, bei denen sich die körpereigene Abwehr gegen den Körper selbst wendet), kommt es häufig zu einer entzündlichen Erkrankung der Nierenfilterkörperchen (Glomerula). Diese gehen auch gelegentlich mit so großer Eiweißausscheidung einher, so dass es zu einem Eiweißmangel mit Ansammlung von großen Mengen in Wasser kommt. Hier kann nach entsprechender Labordiagnostik, Bildgebung und ggf. auch einer Gewebsentnahme aus der Niere meist eine Behandlung eingeleitet werden, welche die Entzündung vermindert oder sogar ganz beendet.
  • Eine andere Gruppe von Schäden an den Nierenfilterkörperchen entsteht durch Stoffwechselstörungen, vor allem bei Diabetes, aber auch bei Erkrankungen, bei denen zum Beispiel abnorme Bluteiweiße (Paraproteine) gebildet werden. Auch hier kann man durch Beherrschung der Stoffwechselsituation oder Unterdrückung der Eiweißbildung oft eine Besserung herbeiführen.

Tubulointerstitielle Nierenerkrankungen

  • Durch Arzneimittel, Röntgenkontrastmittel, aber auch durch Harnwegsinfektionen oder im Gefolge anderer Infekte, Tumoren und Autoimmunerkrankungen kann sich das Stützgewebe der Nieren entzünden, was zu einer akuten oder chronischen Nierenschädigung führen kann. Auch hier gilt es, die Ursache zu finden und adäquat zu behandeln.
  • Angeborene Zystennieren führen oft zu erheblich vergrößerten Nieren mit Schmerzen, Infektionen und Einblutungen. Daneben leiden die Patienten gelegentlich an Herz- Darm- und Hirngefäßerkrankungen, die untersucht und behandelt werden müssen.
  • Selten führen angeborene oder erworbene Störungen des Stoffaustausches in den sich an die Nierenfilterkörperchen anschliessenden Harnröhrchen, den Tubuli. Hier kann es zu erheblichen Abweichungen der normalen Konzentrationen von Blutsalzen kommen, die oft medikamentös korrigierbar sind.

Chronische Niereninsuffizienz

Viele Nierenerkrankungen münden leider in ein chronisches Nierenversagen, das mit Störungen der Wasser-, Salz- und Giftstoffausscheidung einhergeht. Das führt zu zahlreichen weiteren Störungen im Organismus, seien es zum Beispiel eine Verminderung der Blutbildung oder Störungen im Vitamin D- und Nebenschilddrüsenstoffwechsel. Diese müssen rechtzeitig erkannt und behandelt werden, sei es diätetisch und / oder medikamentös.

Schreitet die Niereninsuffizienz fort, müssen rechtzeitig die Vorbereitungen auf eine Nierenersatztherapie (z.B. Shunt- oder Katheteranlagen für die Dialyseverfahren) getroffen werden. Falls nötig, können wir dann Hämodialyse- oder Peritonealdialyse- (Bauchfelldialyse-) verfahren einleiten. Zusammen mit den umliegenden Transplantationszentren der Universitätskliniken bereiten wir die Patienten auf die Nierentransplantation vor und übernehmen die Weiterbetreuung nach Entlassung aus dem Transplantationszentrum.

Hochdruckkrankheit

Viele Menschen in Deutschland leiden an erhöhtem Blutdruck. Die Hypertonie ist meist genetisch bedingt, die Veranlagung dazu also vererbt; dies wird aber durch die heutigen Lebensumstände oft verstärkt. Die betroffenen Gene regulieren etwa die Verhältnisse von Blutdruck, Wasser- und Natriumausscheidung über die Nieren, andere die Empfindlichkeit der Gefäßmuskulatur. Etwa zehn Prozent aller Hochdruckkranken leiden aber an anderen Ursachen; hierzu gehören Erkrankungen der Nieren und der Nierenblutgefäße, hormonelle Erkrankungen, schlafbezogene Atemstörungen, Diabetes etc.

Wir führen daher vor der Behandlung des erhöhten Blutdrucks eine entsprechende Diagnostik durch, um abstellbare Hochdruckursachen zu erkennen und ggf. ursächlich zu behandeln. Hierzu gehören vor allem Laboruntersuchungen, Ultraschall- und Röntgenmethoden. Für den Patienten wird ein individueller Zielblutdruck und ein Behandlungsregime festgelegt. Dies umfasst neben Einzelmassnahmen wie z.B. Diät und Bewegung Medikamente ggf. auch nichtmedikamentöse Verfahren. Hierzu kann auch die Verödung des sympathischen Nervensystems der Nierenarterien (RDN – renale Denervierung) gehören. Die Güte der Blutdruckeinstellung kann u.a. auch durch eine automatische 24-Stunden-Blutdruckmessung kontrolliert werden.

Rheumatische und endokrine Erkrankungen

Auch wenn die Nieren nicht immer bei allen rheumatischen Erkrankungen mitbetroffen sind, kümmern sich Nephrologen auch traditionell mit um die akuten oder chronischen rheumatischen Erkrankungen von Krankenhauspatienten, wenn es keine eigenständige rheumatologische Fachabteilung gibt. Auch hier besitzt das ärztliche Personal unserer Abteilung besondere Expertise. Auch Erkrankungen der Hormondrüsen, vor allem von Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebennieren etc. gehören zu unserem Behandlungsspektrum.