Trauer um Ulrich Haßler: Ein Werk, das bleibt

Wer das Limburger Krankenhaus kennt, weiß: Auf dem Schafsberg wird immer gebaut. Die Fläche ist begrenzt, die Anforderungen wuchsen über die Jahrzehnte und jede Erweiterung verlangte kreative Lösungen. Von 1994 bis 2017 prägte Ulrich Haßler diese Entwicklung mit großem Engagement. Als Technischer Leiter hat er das äußere Erscheinungsbild des Hauses mehrfach weiterentwickelt und dem Krankenhaus buchstäblich neue Räume eröffnet. Nun ist er im Alter von 68 Jahren verstorben.

Ulrich Haßler begleitete über mehr als zwei Jahrzehnte die bauliche Entwicklung des St. Vincenz Gesundheits-Verbundes. Gemeinsam mit Geschäftsführung und Verwaltungsrat konzeptionierte er die großen Bauvorhaben auf dem Schafsberg und überwachte ihre Umsetzung mit Umsicht, technischer Präzision und einem ausgeprägten Sinn für Machbarkeit. Viele erinnern sich an einen Mann, der technische Fragen mit Weitsicht betrachtete und Freude daran hatte, Lösungen zu entwickeln, die das Haus voranbrachten.

Auf dem Schafsberg zu bauen, bedeutet immer, Grenzen zu verschieben. Ulrich Haßler war über viele Jahre einer derjenigen, die hierfür kreative Lösungen fanden. Unter seiner Begleitung entstanden Erweiterungen, die dem Haus neue Möglichkeiten eröffneten: der Ausbau des Bettenhauses West, der Hubschrauberlandeplatz, die Modernisierung zentraler Funktionsbereiche oder die Ergänzungen um das Parkhaus. Viele dieser Maßnahmen waren für ihre Zeit ungewöhnlich und innovativ.

In seine Wirkungszeit fielen auch wichtige strukturelle Veränderungen des Verbundes, die er maßgeblich begleitete - darunter die Fusionen mit dem früheren St. Anna-Krankenhaus in Hadamar und dem Diezer Krankenhaus. Als der Platz auf dem Schafsberg knapp wurde, entwickelte er mit dem MediLog eine Lösung außerhalb des Kernstandorts mit, die Abläufe spürbar entlastete. Die Einweihung des Talbaus und der neuen, deutlich größeren Notaufnahme hat er in seiner Funktion nicht mehr miterlebt, doch viele der konzeptionellen Vorarbeiten entstanden unter seiner Leitung. Dass der Neubau heute als eines der zentralen Zukunftsprojekte des Hauses gilt, hat auch mit seiner Arbeit zu tun.

Wer mit ihm zusammenarbeitete, beschreibt ihn als jemanden, der Gestaltung als Verantwortung verstand. Umsicht, Weitsicht und Lust an der Entwicklung zeichneten ihn aus. Das St. Vincenz verliert mit Ulrich Haßler einen Gestalter, der das Krankenhaus über Jahrzehnte geprägt hat. Seine Arbeit bleibt sichtbar – im Gebäude, im Alltag des Hauses und in den Möglichkeiten, die er geschaffen hat.