Die Geriatrie des Diezer Krankenhauses erweitert ihre therapeutischen Möglichkeiten: Dank einer Spende der Else Schütz Stiftung aus Montabaur steht den Patienten ab sofort eine sogenannte Tovertafel zur Verfügung. Das interaktive Projektionssystem verwandelt einen gewöhnlichen Tisch in eine Spielfläche, auf der Patientinnen und Patienten mit einfachen Handbewegungen digitale Spiele und Animationen altersgerecht steuern können. So entstehen niedrigschwellige Möglichkeiten, körperliche und geistige Fähigkeiten spielerisch anzusprechen.
Bewegung, Gedächtnis und Koordination spielerisch fördern
Je nach Spiel sind Teilnehmende beispielsweise gefordert, nach projizierten Objekten zu greifen, Bewegungen zu verfolgen, sich Abläufe zu merken oder Zusammenhänge zu erkennen. Auch die Koordination beider Hände und das Finden eigener Lösungswege kann dabei eine Rolle spielen. Besonders für Menschen mit Demenzerkrankungen kann das System einen niedrigschwelligen Zugang zu Aktivität ermöglichen. Die farbigen Projektionen wecken die Aufmerksamkeit und laden dazu ein, unmittelbar auf das Spielgeschehen zu reagieren. Da die Bedienung über leichte Handbewegungen erfolgt, können auch Menschen davon profitieren, denen es aufgrund körperlicher Einschränkungen schwerfällt, sich auf herkömmliche Bewegungsangebote einzulassen.
„Die Behandlungsstrategie in unserer Geriatrie ist ganzheitlich auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten abgestimmt“, erklärt Dr. med. Cornelia Lippold, Chefärztin der Geriatrie. „Neben der Behandlung von Erkrankungen geht es auch darum, vorhandene Fähigkeiten zu fördern und die Selbstständigkeit zu erhalten.“
Zum Einsatz kommt das Projektionssystem sowohl in der Physiotherapie als auch in der pflegerischen Betreuung: Anwendungen werden gezielt in den Alltag integriert. Das System ergänzt damit die bestehenden Therapie- und Betreuungsangebote, ersetzt diese jedoch nicht. „Für uns ist es schön zu sehen, wie unsere Patienten auf unterschiedliche Reize reagieren und sich auf die Tovertafel einlassen“, freut sich Martina Kaltwasser, Leitung der Physiotherapie, über das neue Angebot. „Manche werden durch die Projektion neugierig und beginnen von sich aus, mit den Händen aktiv zu werden. Andere brauchen zunächst etwas Unterstützung - wir begleiten sie dabei entsprechend ihrer Fähigkeiten.“
Die Anschaffung der Tovertafel wurde durch die Unterstützung der Else Schütz Stiftung aus Montabaur ermöglicht. „Wir freuen uns sehr über diese Spende. Sie hilft uns, zusätzliche Angebote für unsere Patienten zu schaffen, die über die reguläre Versorgung hinausgehen. Insbesondere in der Altersmedizin ist es wichtig, neben der medizinischen Behandlung auch den individuellen Bedürfnissen im Klinikalltag raumzugeben“, betont Anett Suckau, stellvertretende Geschäftsführerin des St. Vincenz Gesundheits-Verbunds.
Weitere Unterstützung für ein zweites System gesucht
Um künftig noch mehr Patienten die Nutzung der Tovertafel zu ermöglichen, ist perspektivisch die Anschaffung eines zweiten Systems geplant. Spenden aus der Region können dazu beitragen, dieses Vorhaben zu verwirklichen und das geriatrische Angebot in Diez weiter auszubauen. Jede Spende hilft dabei, zusätzliche Möglichkeiten für Aktivierung, Beschäftigung und gemeinsames Erleben zu schaffen.
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