Zehn Millionen für die Zukunft: Richtfest für den Hybrid OP auf dem Schafsberg

Während bundesweit Kliniken über Defizite, Personalengpässe und das geplante GKV‑Spargesetz diskutieren, setzt der St. Vincenz Gesundheits-Verbund ein bewusstes Zeichen: Mit dem Richtfest für den neuen Hybrid‑OP am Standort Limburg bekräftigt der Verbund seinen Anspruch, die Gesundheitsversorgung auch unter schwierigen Rahmenbedingungen aktiv weiterzuentwickeln.

Elf Monate nach dem ersten Spatenstich steht der Rohbau: ein viergeschossiger Neubau, gegründet auf 22 Mikrobohrpfählen, die tief in das Felsrelief des Limburger Schafsbergs greifen. „Spezialtiefbau, Abbruch der alten Fassade, Rückbau und der Aufbau im Bestand: Der Weg bis hierher war anspruchsvoll,“ fasste Verwaltungsratsvorsitzender RA Stephan Felix zusammen.

„Wir warten nicht auf politische Prozesse“

Felix machte deutlich, dass der Neubau auch ein politisches Statement ist: „Dieser Rohbau ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir nicht darauf warten, bis sich politische Prozesse sortieren. Wir investieren, weil wir überzeugt sind, dass regionale Versorgung nur dann stabil bleibt, wenn man sie an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausrichtet und konsequent weiterentwickelt.“

Geschäftsführer Guido Wernert ordnete das Projekt in die aktuelle Lage ein: „Die Zeiten sind schwierig und die Reformen gleichen einem Tornado. Aber wir sehen sehr klar, was die Menschen in der Region brauchen und welche medizinischen Angebote noch fehlen. Der Hybrid‑OP ist unsere Antwort darauf. Seit Jahren schaffen wir neue Leistungen und vernetzen uns eng mit anderen Kliniken. Dieser Weg hat sich bewährt und gibt uns Zuversicht, dass wir auch die bevorstehenden Umbrüche gut meistern werden.“

Rund zehn Millionen Euro investiert der freigemeinnützige Verbund in das Projekt – unterstützt durch Fördermittel des Landes Hessen. „Wenn wir investieren, dann tun wir das mit großer Sorgfalt“, so Felix. „Der Hybrid‑OP ist notwendig, davon sind wir überzeugt.“

Ein Versprechen auf einer Serviette

Wie notwendig, zeigte Dr. Patricia Schaub, Chefärztin der Gefäßchirurgie, mit einem sehr persönlichen Moment. Während ihrer Ansprache hielt sie eine Serviette in die Höhe: Darauf die handschriftliche Notiz „Zum Geburtstag ein Hybrid-OP“. Ein Versprechen, das ihr Geschäftsführer Wernert vor zehn Jahren gegeben hat.  „Heute stehen wir im Rohbau“, freut sich die stellvertretende ärztliche Direktorin sichtlich. „Dieses Projekt ist das Ergebnis einer gemeinsamen Vision, sorgfältiger Planung und der Zusammenarbeit vieler Beteiligter.“

Der Hybrid‑OP ist kein weiterer OP‑Saal, sondern eine neue Generation medizinischer Infrastruktur. Er kombiniert klassische Operationsverfahren mit einem fest installierten, hochauflösenden Bildgebungssystem. Herzstück ist das sog. Azurion‑System mit FlexArm, der sich auf acht Achsen bewegen kann und 2D‑ und 3D‑Darstellungen liefert, ohne den Eingriff zu unterbrechen oder den OP‑Tisch zu bewegen. „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das mehr Sicherheit und weniger Belastung“, erklärte Dr. Schaub.

Kürzere Eingriffe, schnellere Genesung

Besonders profitieren Patienten mit Eingriffen an der Bauchschlagader sowie perspektivisch komplexe unfallchirurgische Operationen. Minimalinvasive Verfahren lassen sich im Hybrid-OP ohne Zeitverlust oder Umlagerungen mit offener Chirurgie kombinieren. „Das bedeutet für die Patientinnen und Patienten lediglich eine OP, eine kürzere Eingriffszeiten und eine schnellere Genesung“, so Dr. Schaub.

Auch für die Teams im OP bringt das System Vorteile: ergonomischere Arbeitspositionen, weniger Unterbrechungen und Abläufe, die chirurgische, radiologische und endovaskuläre Teams gleichermaßen unterstützen.

„Der Neubau schafft insgesamt rund 795 Quadratmeter medizinische Nutzfläche,“ erläuterte Architekt Willi Hamm. Neben dem Hybrid‑OP werden auch Umkleiden, Nebenräume und das Sterilgutlager modernisiert. Hamm sprach von einem „Bauen im laufenden Organismus“, das besondere Rücksicht und präzise Planung erfordere.

Nach dem Richtspruch, vorgetragen von Michael Hamm, spendete Dompfarrer Gereon Rehberg den Segen vor allem für die Menschen, die hier arbeiten und die später hier behandelt werden. Bei einer anschließenden Baustellenführung konnten Besucherinnen und Besucher sehen, wo künftig Bildgebung, OP‑Tisch, Monitorsysteme und digitale Dokumentation perfekt aufeinander abgestimmt sein werden.

Hybrid-OP für Limburg

Medizin der Zukunft entsteht

Der hochmoderne Hybrid-Operationssaals am Limburger Krankenhaus ist ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in der Region. Erfahren Sie, wie modernste Technik, regionale Verantwortung und medizinische Exzellenz in diesem Projekt zusammenkommen.