Während vielerorts düstere Schlagzeilen den Ton angeben, setzte der Neujahrsempfang des St. Vincenz Gesundheits-Verbundes einen bewusst optimistischen Akzent. Auch wenn die Krankenhausreform derzeit noch viele Fragen offenlässt, geht der Gesundheitsverbund mit mutigen Schritten voran und investiert in seine Standorte; besonderes Highlight des Abends war die offizielle Einführung der neuen Chefärzte für Radiologie und Nephrologie.
Die Krankenhausreform stelle die Kliniken vor strukturelle und wirtschaftliche Herausforderungen, erklärte Verwaltungsratsvorsitzender RA Stephan Felix. „Unsicherheit ist das eine, Verunsicherung das andere. Und genau das haben wir im vergangenen Jahr konsequent vermieden,“ resümierte er.
Trotz angespannter Rahmenbedingungen habe der Verbund weiter investiert, Leistungsangebote erweitert und unter anderem die Kooperation mit den Partnerkliniken in Dierdorf, Selters und Hachenburg vertieft. „Fünf gemeinnützige Häuser, die sich nicht gegeneinander positionieren, sondern miteinander Verantwortung übernehmen,“ erläuterte Felix.
Für Geschäftsführer Guido Wernert ist dieses Miteinander der Kern des Erfolgs – egal ob im großen Verbund oder im kleinen Team. „Es ist das Füreinander, das uns trägt und uns gerade in angespannten Zeiten handlungsfähig hält und weiterentwickelt.“
Mit Dr. Kay Becker und Prof. Dr. Dr. Oliver Jung wurden im Rahmen des Neujahrsempfangs zwei neue Chefärzte offiziell in ihre Funktionen eingeführt, die diesen Anspruch leben. Beide gelten als ausgewiesene Fachleute, die die Weiterentwicklung der Radiologie und Nephrologie im Verbund maßgeblich prägen sollen.
Ein Zeichen der Kontinuität setzte die Laudatio von Dr. Thomas Heß, dem ehemaligen Chefarzt der Radiologie. Er würdigte seinen Nachfolger Dr. Kay Becker als erfahrenen Facharzt, der die Radiologie in Limburg seit nahezu drei Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet hat.
Die Radiologie sei ein Querschnittsfach, „eingebettet in nahezu alle Prozesse des Krankenhauses und unverzichtbar für das Funktionieren des Gesamtkonstrukts“, beschrieb Heß die Relevanz des Fachbereichs. Erfolgsfaktoren für das Funktionieren des Bereichs seien neben einer guten apparativen Ausstattung insbesondere eine gelungene Kommunikation und die beginne beim Chefarzt. Mit Herrn Dr. Becker habe man hierfür eine sehr qualifizierte Führungspersönlichkeit aus den eigenen Reihen gefunden, gratulierte Dr. Heß dem Verbund.
Dr. Becker, der nach seiner Flucht aus der DDR in Hamburg Medizin studierte, leitete während seiner Zeit im Limburger Krankenhaus unter anderem die Nuklearmedizin, prägte die Digitalisierung der Abteilung und war an zentralen Strukturprojekten wie der Neugestaltung der Notaufnahme sowie der Zertifizierung des Brust- und Traumazentrums beteiligt. „Ein kritischer Geist, der sich gerne in neue Themen einarbeitet und Themen vorantreibt,“ fasste Dr. Heß zusammen.
Dr. Becker verwies auf die dynamische Entwicklung der Radiologie – ein Fach, das ständig neue Technologien, neue Verfahren und neue Anforderungen hervorbringt. „Niemand weiß genau, wohin die Reise geht,“ so Dr. Becker. „Aber eines ist sicher: Die Radiologie bleibt das Herzstück der Diagnostik und es bleibt spannend.“
Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Thomas Neuhaus nahm das Publikum mit einem anschaulichen Vergleich mit: Die Nephrologie kümmere sich um ein Organpaar, das weniger als ein halbes Prozent des Körpergewichts ausmacht und doch eine enorme Bedeutung hat. „Wer eng mit der Nephrologie arbeitet, versteht schnell, wie komplex und wie wichtig dieses Fach ist,“ erläuterte der Onkologe und nutzte die Gelegenheit, dem ehemaligen Chefarzt Dr. Walter für zwei Jahrzehnte vertrauensvoller Zusammenarbeit zu danken. Im Namen der Chefarztkollegen freute er sich, dass mit Prof. Dr. Dr. Jung ein fachlich wie persönlich überzeugender Nachfolger gewonnen wurde.
Die Laudatio auf Prof. Jung hielt Dr. Sven Antweiler, Chefarzt der Notaufnahme und beruflicher Weggefährte aus Frankfurt. Er beschrieb Jung als diagnostisch versierten Internisten, der auch seltene Krankheitsbilder sicher erkenne. Fälle wie das Schützengrabenfieber seien für ihn keine Ausnahme.
Zunächst im Fach Chemie, entschied sich Prof. Jung jedoch früh für die Humanmedizin. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie und verfügt über die Zusatzbezeichnung Infektiologie sowie zahlreiche weitere Qualifikationen, darunter die Anerkennung als Hypertensiologe (DHL) und die Befähigung zur Diagnostik und Therapie der Schlafapnoe.
„Auch wissenschaftlich hat Prof. Jung viel bewegt,“ berichtete Dr. Antweiler: Zahlreiche Publikationen, mehrere Stipendien und ein internationaler Forschungspreis zeigen, wie tief er in seinem Fach verankert ist. Seine wissenschaftliche Neugier begleitet ihn seit vielen Jahren und prägt auch seine klinische Arbeit.
Gemeinsam mit Prof. Jung wechselte ein erfahrenes Team aus Frankfurt nach Limburg. Jung bedankte sich ausdrücklich für das Vertrauen seines Teams: „Gemeinsam wollen wir die Nierenmedizin ausbauen. Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz fordert eine enge medizinische Vernetzung. Genau das ist auch unser Anspruch: Miteinander für eine bestmögliche Versorgung in der Region.“
Die Leistungszahlen 2025 zeigen mit 28.731 stationären Patienten und 67.046 ambulanten Behandlungen eine konstant hohe Nachfrage des St. Vincenz Gesundheits-Verbundes. Besonders prägend bleibt die Notfallmedizin: Als Notfallversorger der Stufe 3 erreichte die Limburger Notaufnahme mit 48.418 behandelten Fällen im vergangenen Jahr Patientenzahlen, wie sie sonst vor allem in Maximalversorgern großer Städte zu finden sind.
Der Verbund beschäftigt 1.963 Mitarbeitende. 161 junge Menschen befinden sich aktuell in Ausbildung: 115 in der Pflege, 46 in weiteren elf Ausbildungsberufen. Die Übernahmechancen sind groß, Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten gegeben. So umfasst beispielsweise das innerbetriebliche Fortbildungsprogramm über 150 Kurs(reihen) zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen investiert der Verbund weiter:
32 Millionen Euro fließen 2026/2027 in Modernisierung, Medizintechnik, Digitalisierung und Qualifizierung. Darunter: