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Vor 50 Jahren: Aus Hildegardis wurde Vincenz - das “alte“ Vincenz-Hospital zog auf den Schafsberg

Vor 50 Jahre hatte das St. Vincenz einen großen Umbruch zu verzeichnen: Aus zwei Standorten wurde einer, das alte St. Vincenz-Hospital am Roßmarkt bzw. Huttig wurde für immer geschlossen, die Patientinnen und Patienten wurden in den Neubau auf dem Schafsberg verlegt. Damit wurde in Limburg nach 122 Jahren ein neues Kapitel im Dienste kranker Menschen aufgeschlagen: Die Idee der Gründer, des Geistlichen Rats und Stadtpfarrers Baptist Diehl, und des Mediziners Dr. Anton Busch, wurde in größerem Maßstab fortgeführt. Mit dem Umzug wurde auch der Name vereinheitlicht: Seither gibt es auf dem Limburger Schafsberg das St. Vincenz-Krankenhaus, zuvor trug der dortige Standort den Namen Hildegardishaus. Der Umzug auf den Berg war u.a. der großen Raumnot im alten Hospital am Roßmarkt geschuldet – ein Problem, das sich auch dort nur vorübergehend lösen ließ und quasi mit einiger Verzögerung leider mit auf den Schafsberg umgezogen ist.

Das Hildegardis-Haus auf dem Schafsberg 1947. Ursprünglich als Jugendheim gedacht, wurde es 1950 als Krankenhaus umfunktioniert und später abgebrochen abgerissen ?. Das war die Geburtsstunde des heutigen St. Vincenz-Krankenhauses. Reprofoto: Dieter Fluck

Die Vorderansicht des alten St. Vincenz-Krankenhauses 1947, das am 10. August 1972 ausgedient hatte. Reprofoto: Dieter Fluck

Diese Luftaufnahme aus dem Stadtarchiv entstand 1961 und zeigt den ersten Bauabschnitt des St. Vincenz-Krankenhauses mit dem damals noch vorhandenen Hildegardis-Haus (rechts und dahinter).

Immer wieder war versucht worden, das Krankenhaus am alten Standort in der Altstadt zu vergrößern, letztlich vergebens. Auf der Suche nach Auswegen war man nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Schafsberg fündig geworden und hatte im Jahr 1950 in einer Neubauruine, ursprünglich als Jugendheim gedacht, die baulichen Voraussetzungen zur Aufnahme eines Krankenhauses für 90 bis 100 Betten geschaffen. Dorthin waren zunächst nur die Innere Abteilung und die Isolier- und Tuberkulosestation verlegt worden. Das Haus auf dem Schafsberg bekam den Namen Hildegardishaus - im Volksmund ging man in`s „Hildegardis“, das Haus am Roßmarkt hieß nach wie vor Vincenz-Hospital. Die räumliche Trennung war jedoch mit erheblichen Erschwernissen für die Patientenversorgung verbunden und auch die Raumnot blieb trotz zweier Standorte ein großes Thema. So fasste der Verwaltungsrat vor 65 Jahren in Übereinstimmung mit der Hessischen Landesregierung den Beschluss, in Anlehnung an das bestehende Hildegardis-Haus ein Schwerpunktkrankenhaus mit 534 Betten auf dem Schafsbergplateau zu errichten.

Dieses neue Krankenhaus, das heutige St. Vincenz, entstand in den Jahren 1958 bis 1972 in drei Bauabschnitten. Mit der Einweihung am 12. Dezember 1972 wurde das Haus vom Land als Hessenklinik anerkannt, 550 Betten, Operationssäle, ein Labor und eine Röntgenabteilung zählten zur Infrastruktur. Über die fünf Jahrzehnte bis heute wurden konsequent und kontinuierlich richtungsweisende Wegmargen, zahlreiche medizinische Meilensteine gesetzt. Analog der rasanten wissenschaftlichen Entwicklung hat das Haus fortschrittliche Standards mit hohen Spezialisierungen vorzuweisen. So ist es heute nicht nur durch seine Exposition, sondern auch durch seine Expertise, die ihre Ergänzung im Partnerkrankenhaus Diez, dem Gesundheitszentrum St. Anna und vielen weiteren Vernetzungen und Kooperationen findet, ein starkes Netzwerk für die Menschen im ländlichen Raum. Der Name Vincenz steht heute für ein vielseitig differenziertes Leistungsangebot in Medizin und Pflege - ein starkes Stück Limburg. Ein Satellit moderner Patientenversorgung, durch die Lage auf dem Schafsberg weithin sichtbarer.

Satelliten stehen für Modernität, Wissenschaft, neue Technologien. Also für all das, was für moderne Patientenversorgung gefragt ist. Denn um kranken Menschen bestmöglich helfen zu können, muss das Haus immer auf Augenhöhe sein mit aktuellen medizinischen Standards und hoher, auch medizintechnischer Spezialisierung. Hierfür braucht es Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen, Bereitschaft für neue Wege. Ganz im Sinne seines Gründers, des Hl. Vincenz von Paul: „Wir sind niemals am Ziel, sondern immer auf dem Weg.“ Entwicklung auf dem Schafsberg ist also ein perpetuum mobile und muss es auch bleiben: eine immerwährende Qualitätsoffensive, die unabdingbar ist, um den vielfachen medizinischen Herausforderung unserer Zeit adäquat zu begegnen.