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„Strafe für soziale Verantwortung“- Geschäftsführer St. Vincenz-Kliniken appelliert an Bundespolitik

Zu einer Kehrwende in Richtung einer konstruktiven, strukturierten Gesundheitspolitik hat der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz, Guido Wernert, heute, Freitag, den 21. 2.2020, die Bundestagsabgeordneten als politisch Verantwortliche der Bundespolitik aufgerufen. Gleichzeitig bittet er die Landtagsabgeordneten, ihre Parteikollegen auf Bundesebene nachhaltig zur Änderung der restriktiven gesundheitspolitischen Marschroute aufzufordern. Eindringlich appelliert Wernert an die Bundespolitik, die MDK-Reform sowie den MDK-Prüfungsmechanismus einzustellen und damit aufzuhören, das den Krankenhäusern zugestandene Budget unkontrolliert und maximal zu beschneiden. Wenn z. B. Krankenhäuser Patienten nicht entlassen könnten, weil die Anschlussversorgung nicht immer punktgenau möglich sei, müssten sie 300 Euro Strafe zahlen. „Strafe für soziale Verantwortung – das kann nicht sein“, so Wernert. Durch immer stärker werdende positiv kaschierte gesetzliche Restriktionen werde den Kliniken wichtiges Geld entzogen, mahnt der Geschäftsführer. „Diese Rechnung zahlen am Schluss die Bürger, unsere Patienten!“

Ruft zu einer Kehrwende in der Gesundheitspolitik auf: der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz, Guido Wernert.

Wird rund um die Uhr vorgehalten, um an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen: Der Betrieb von Notaufnahmen, der Operationsräumen, Intensivstationen und vielem mehr. Während die Kosten hierfür fix sind, sind die Einnahmen komplett variabel und zusätzlich durch die gesetzlichen Änderungen beschnitten.

Damit schließt sich der Limburger Klinikgeschäftsführer in allen Punkten der großen Protestkampagne an, die in diesen Tagen von der Deutschen Krankenhausgesellschaft initiiert wurde. Ende 2019 seien drastische gesetzliche Änderungen mit z. B. Strafen auf Abrechnungskürzungen und somit Budgetbeschneidungen beschlossen worden, die tatsächlich erhebliche negative Wirkungen auf die Krankenhauslandschaft hätten. Zuvor seien Personaluntergrenzen im Pflegedienst eingeführt worden, deren Nichteinhaltung durch Budgetabschläge abgestraft würden – wohlwissentlich, dass bundesweit Pflegepersonal fehlt, so Wernert. Er fordert daher, die jährlich vereinbarten Pflegesatzbudgets gesetzlich fix zu garantieren, da die immer höheren Anforderungen an lebenswichtige Vorhaltungen, wie z. B. Notaufnahmen oder Intensivstationen, auch fix seien. Gerade habe sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einem Klinikbesuch in Hamburg für die künftige Krankenhausplanung in den Regionen mehr Mut von der Kommunalpolitik gewünscht. Fehlendes Geld ist seiner Überzeugung nach nicht das Hauptproblem bei der Krankenhausfinanzierung, sondern vielmehr eine nicht effiziente Struktur: "Wenn Herr Spahn das schon weiß, warum ändert die Bundespolitik dann nicht die Struktur, bevor sie den Krankenhäusern - und damit auch den Patienten und Bürgern – unkontrolliert mit Geldentzug das Leben schwer macht", fragt Guido Wernert. 

Die St. Vincenz-Kliniken in Limburg und Diez engagierten sich über den gesetzlich vorgeschriebenen Versorgungsauftrag hinaus, die Region auf hohem Niveau zu versorgen: „Wer unsere Häuser aufsucht, erwartet richtige Diagnosen, erfolgreiche Therapien, moderne Medizintechnik und eine fürsorgliche Pflege. Das alles leisten wir“, so Wernert. „Aber wir erwarten auch von den anderen Akteuren im Gesundheitswesen ein am Patienten orientiertes, partnerschaftliches Vorgehen. Während andere Krankenhäuser über Jahre hinweg bei Bedarf ihr wirtschaftliches Ergebnis aus Steuergeldern ausgeglichen bekommen und Zuschüsse für Investitionen aus öffentlichen Mitteln erhielten, erwirtschafte die Krankenhausgesellschaft in freigemeinnütziger Trägerschaft ihre Investitionen und den Haushaltsausagleich allein über Ergebnisüberschüsse. Darüber hinaus müssten notwendige Vorhaltekosten bezahlt werden, wie beispielsweise zum Betrieb der Notaufnahme, der Operationsräume, der Intensivstationen und vielem mehr. Während die Kosten für diese „rund-um-die-Uhr-Vorhaltung“ fix sei, seien die Einnahmen demgegenüber komplett variabel und zusätzlich durch die gesetzlichen Änderungen beschnitten. 

„An unseren beiden Standorten bieten wir mit 19 Fachabteilungen und rd. 650 Betten regional sowie überregional ein differenziertes und qualitativ hochwertiges medizinisches Leistungsangebot zur Versorgung eines Einzugsgebietes von rund 250.000 Einwohnern“, konstatiert der Klinikgeschäftsführer. Die Häuser seien in den vergangenen Jahren auf Basis eigen erwirtschafteter Finanzmittel sowie Fördergeldern nachhaltig modernisiert und zukunftsorientiert aufgestellt worden. „Eine Umsatzentwicklung von rd. 58 Prozent über die letzten sieben Jahre dokumentiert unsere Leistungsfähigkeit“, unterstreicht Wernert die erfolgreiche Unternehmensbilanz der Krankenhausgesellschaft. „Am Standort Limburg haben wir die Zahl der Ausbildungsplatze in unserer neuen Akademie für Gesundheitsberufe am Bahnhof ca. verdreifacht und bilden in allen Berufsgruppen immer mehr junge Menschen für den Klinikbereich aus.“ Ein zukunftsorientiertes Engagement, von dem alle Menschen der Region langfristig profitieren werden, prognostiziert der Geschäftsführer.

Währenddessen seien die politischen Bestrebungen mehr als durchsichtig und zielten auf eine unstrukturierte Bereinigung der Zahl der Krankenhäuser der Krankenhauslandschaft ab, erläutert Wernert. Bereits im Sommer 2019 hatte eine Studie der Bertelsmannstiftung  für Aufsehen gesorgt mit ihrer Empfehlung, die Anzahl der deutschen Kliniken von ca. 1400 auf unter 600 zu reduzieren. Kleinere Kliniken sollten demnach u.a. auch deshalb geschlossen werden, weil dort häufig nur unzureichende Ausstattung und Erfahrung zur Verfügung stünden, um lebensbedrohliche Notfälle behandeln zu können. Dem hält der Klinikgeschäftsführer entschieden entgegen. „Dies ist zu einseitig betrachtet und nicht richtig. Es gibt Spezial-Ops, die besser konzentriert an wenigen Krankenhausstandorten durchgeführt werden sollten. Es gibt aber ganz viele Behandlungen, die sehr oft vorkommen und so auch bei guter Qualität  in der Fläche vorgehalten werden können und meiner Ansicht nach auch müssen“, so Wernert.  Gerade Häuser  im ländlichen Gebiet wie Limburg, Diez  oder Weilburg könnten durch ihre bürgernahe gute Grundversorgung bzw. spezielle Ausrichtung genauso gut punkten wie ein 1000-Betten-Haus in der Stadt, das in allen Schwergraden gut sein müsse.  

++++ Krankenhausgesellschaft St. Vincenz +++++

Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH stellt an den beiden Standorten in Limburg und Diez die Versorgung von jährlich rund 29.000 stationären und ca. 56.000 ambulanten Patienen auf hohem medizinischen und pflegerischen Niveau sicher. Im benachbarten Hadamar betreibt die Gesellschaft noch das Gesundheitszentrum St. Anna mit Leistungen zur ambulanten medizinischen Versorgung, in Limburg ist sie Träger einer Akademie für Gesundheitsfachberufe, der sog. BILDUNGSWERKstadt. Darüber hinaus stärkt die Gesellschaft mit 15 Medizinischen Versorgungszentren in Limburg, Diez und Hadamar die ambulante medizinische Betreuung. Über die Zentralapotheke und das Logistikzentrum am ICE-Bahnhof versorgt die Gesellschaft 21 Kliniken im Radius von rd. 60 Kilometern.