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Rettungskette im Landkreis Limburg-Weilburg „Best-Practice-Beispiel“

Jahrestagung des Deutschen Reanimationsregisters würdigte kreisweites Engagement der Akteure der Notfallversorgung.

Stellte die Rettungskette des Landkreises Limburg-Weilburg bei der Jahrestagung des Deutschen Reanimationsregisters vor: Dr. Peter Sahmer, Leitender Notarzt des Kreises, Leiter des Notarztstandortes Limburg und Leiter unserer Zentralen Notaufnahme.

Es ist die größte überregionale Datenbank für die Erhebung, Auswertung und Beurteilung von Reanimationen in Rettungsdienst und Klinik im deutschsprachigen Raum: Das Deutsche Reanimationsregister. Seit 2018 ist auch der Landkreis Limburg-Weilburg Mitglied in diesem Netzwerk zur Optimierung der bundesweiten Notfallversorgung – eine wichtige Vernetzung, um das zukunftsweisend  aufgestellte System noch weiter verbessern zu können, so die Einschätzung von Dr. Peter Sahmer, Leiter des Notarztstandortes Limburg und Leitender Notarzt des Landkreises. Jetzt war Sahmer Referent beim Jahrestreffen des Deutschen Reanimationsregisters in Düsseldorf, um das Rettungswesen des Landkreises als Best-Practice-Beispiel vorzustellen. „Wegweisend an unserem System ist, dass wir über den gesamten Landkreis hinweg die Überprüfung durch ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem auf allen Versorgungsebenen etabliert haben,“ so Sahmer, der als Koordinator fungiert.  Notfallpatienten seien in hohem Maße von der Leistung, dem funktionierenden System und den Rettungs-Teams  abhängig. Daher sei es so eminent wichtig, dass die Akteure des Gesundheitswesens zusammenarbeiten, um die Versorgung dieser Menschen gemeinsam zu verbessern, konstatiert Sahmer, der auch Leiter der Zentralen Notaufnahme des St. Vincenz-Krankenhauses Limburg und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Notaufnahmen ist. Im Landkreis Limburg-Weilburg ist man seiner Überzeugung nach auf gutem Weg. So stellte der Notfallmediziner in Düsseldorf beispielhaft die vernetzten Optimierungsmaßnahmen der beteiligten Organisationen vor: vom Neubau der kardiologischen Intensivstation und Anschaffung zweier Kühlungsysteme nach Reanimation am Limburger St. Vincenz-Krankenhaus, der kreisweiten Installation von über 30 öffentlich verfügbaren Defibrillatoren, der hessenweiten Anbindung der Krankenhäuser an das System IVENA bis hin zur Schulung ehrenamtlicher Helfer des DRK, von Schülern der 7. und 8.en Klassen weiterführender Schulen sowie diverser öffentlicher Aktionstage zur Sensibilisierung für Laien-Reanimation. Darüber hinaus seien kreisweit Thoraxkompressionshilfen für alle Notarzteinsatzwagen und für das NEF Limburg ein tragbares Sonographiegerät zur Detektion weiterer reversibler Ursachen eines Kreislaufstillstandes angeschafft worden. Darüber hinaus gebe es die Möglichkeit teleradiologischer Übertragungen von EKGs direkt in das St. Vincenz-Krankenhaus. Last but not least nannte Sahmer die Inbetriebnahme der neuen Notaufnahme im St. Vincenz sowie die Inkludierung der Telefonreanimation in das Reanimationsregister. Auch für 2019  seien weitere Verbesserungsmaßnahmen geplant wiebeispielsweise die Anschaffung von CPR-Feedback-Systemen (CPR = Herz-Lungen-Wiederbelebung) für Notarzteinsatzwagen. Ein Meilenstein im Kontext all dieser Optimierungsmaßnahmen sei die Mitgliedschaft im Reanimationsregister und damit die kreisweite zentrale Erfassung aller prä- und innerklinischen Reanimationen: „Die Mitgliedschaft in dieser größten überregionalen Datenbank ist ein tragendes und zukunftsweisendes Instrument zur Optimierung der Notfallversorgung unserer Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand“, so Dr. Peter Sahmer. „Dass der Landkreis dies ermöglicht zeigt: das Thema ist in Gesellschaft und Politik angekommen.“ Dabei liess der Leitende Notarzt keinen Zweifel daran, dass die Einführung eines Registers in ein solches komplexes System eine herausfordernde Aufgabe ist, die viel Zeit fordert. Demgegenüber sei jedoch das Benchmarking der verschiedenen Versorgungsabschnitte durch ein solch leistungsstarkes und dynamisches Tool ein unschätzbarer Benefit und werde eine kontinuierliche und nachhaltige Optimierung der Rettungskette zur Wiederbelebung gewährleisten. Schon jetzt sei man auf die für September zu erwartende  erste Ergebnisse gespannt – dann ist der Landkreis exakt ein Jahr Mitglied des Registers.Die Datenbank ermöglicht die Erfassung und Auswertung der eigenen Einsätze und bietet Vergleichsmöglichkeiten und internationale Kooperationen mit anderen Kliniken und Rettungsdiensten an. Zur Zeit nehmen über 160 Rettungsdienste und 150 Kliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz daran teil.