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Positive Bilanz: Mitglieder des Deutschen Reanimationsregisters im Landkreis Limburg-Weilburg treffen sich im St. Vincenz

Der erste Jahresbericht für den kompletten Landkreis bescheinigt den vielfältigen Bestrebungen ein gutes Gesamtergebnis in der Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand.

Zum zweiten Mal trafen sich Gesundheitsamt, Rettungsleitstelle, Rettungsdienste und Krankenhäuser, um den Sachstand der Maßnahmen zur Verbesserung in der Versorgung von Herzstillständen zu besprechen.

Der Leitende Notarzt und Ärztliche Leiter der Zentralen Notaufnahme des St. Vincenz, Dr. Peter Sahmer, zog eine überwiegend positive Bilanz bezüglich der Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand.

Zusammengefasst wurden im Jahr 253 Patientinnen und Patienten mit einem Herzkreislaufstillstand durch den Rettungsdienst vorgefunden. Im Schnitt dauerte es neun Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Bei 151 von ihnen wurde eine Reanimation durchgeführt, bei 102 bestanden leider bereits sichere Todeszeichen oder es lag eine Patientenverfügung mit dem Wunsch des Verzichts auf einen Wiederbelebungsversuch vor. Die meisten Notfallorte waren im häuslichen Umfeld. 71Prozent  der Betroffenen waren männlich, das  Durchschnittalter betrug 71,8 Jahre. In 43 Prozent führten Ersthelfer bereits eine Herzdruckmassage durch, bei einem Patienten wurde sogar ein öffentlich zugänglicher Defibrillator genutzt. 30 Prozent der Patienten, bei denen eine Reanimation begonnen wurde, also 45 Personen konnten durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden. Leider konnten aber nur acht Patienten lebendig entlassen werden. Diese Zahlen entsprechen ungefähr dem Durchschnitt im Reanimationsregister.

Zum zweiten Mal trafen sich Gesundheitsamt, Rettungsleitstelle, Rettungsdienste und Krankenhäuser, um den Sachstand der Maßnahmen zur Verbesserung in der Versorgung von Herzstillständen  zu besprechen. Pandemiebedingt sind einige Projekte ins Stocken geraten, werden jedoch jetzt wieder angeschoben. So musste die Zertifizierung des St. Vincenz-Krankenhauses als Cardiac Arrest Center (Spezialversorger von Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand) sowie die Renovierung des Herzkatheterlabors verschoben werden.

Die Etablierung einer Lebensretter-App wurde ebenfalls coronabedingt noch nicht weiter verfolgt. Diese Apps können qualifizierte  Mitmenschen, die in der Nähe eines Herzkreislaufstillstands sind, zum Notfallort lotsen und so die Zeit ohne Versorgung verkürzen. Auch haben sich leider noch keine neuen Hilfsorganisationen zur Etablierung weiterer Helfer-vor-Ort-Systeme gefunden. Bislang werden nur freiwillige Mitglieder der DRK Ortsverbände Elz und Frickhofen durch die Leitstelle zu Reanimationen gerufen.

Als weitere Maßnahme hat der Kreis das EmergencyEye©-System angeschafft. Dieses ermöglicht dem Leitstellendisponenten nach Freigabe durch den Anrufer die Kamera seines Smartphones zu nutzen. Eine Chatfunktion mit Übersetzungshilfe kann zusätzlich genutzt werden.

Da der Landkreis Limburg-Weilburg der einzige Landkreis im Reanimationsregister ist, der flächendeckend teilnimmt, wird derzeit noch an einer sogenannten Clusterauswertung von Seiten des Registers gearbeitet.

Die verschiedenen, schon vorhandenen Berichte der einzelnen Standorte des Reanimationsregisters wurden analysiert und besprochen, Konsequenzen für Ausrüstung, Organisation und Schulung überlegt.

So soll weiterhin vermehrt auf eine telefonische Anleitung zur Reanimation gesetzt werden. Bei der Ausbildung von Rettungsdienst und Notärzten soll auf die Postreanimationsphase, also die Stabilisierung nach der Wiederbelebung fokussiert werden. Auch der Einsatz der mechanischen Reanimationshilfen (LUCAS©), welche durch Spenden angeschafft wurden, wird durch das Register überwacht. Zudem wurde über Feedbacksysteme diskutiert, die dem Rettungsdienst eine Rückmeldung über Drucktiefe und Frequenz der Herzmassage und somit der Qualität geben.