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Pit Picking bei Steißbeinfisteln: Schonende Behandlungsmethode gehört auch in der Chirurgischen Praxis im MVZ St. Anna zum Spektrum

Es leiden viel mehr Menschen unter ihr, als die meisten denken: die Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis) ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung im Unterhautfettgewebe. Die weniger gute Nachricht: Es gibt bei dieser Erkrankung keine Spontanheilung. Die gute Nachricht hingegen: In den meisten Fällen ist eine minimalinvasive Operation möglich, durch die die Betroffenen nach kurzer Zeit wieder schmerzfrei sind – das Pit Picking. Die Chirurgin Dr. Heike Weber führt das Verfahren in der chirurgischen Praxis im Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar durch.

Vor allem junge Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren leiden an den Fisteln im Bereich der Gesäßfalte. Sie entstehen durch abgebrochene Haare, die sich durch Reibung in die Haut einspiessen und unter die Haut wandern können. Die Fisteln sind in aller Regel nicht gefährlich, aber häufig schmerzhaft, insbesondere wenn sich akute Entzündungen mit Eiteransammlungen bilden. Außerdem schränken sie die Lebensqualität der Betroffenen ein.

„Häufig ist die Hemmschwelle hoch, überhaupt über die Beschwerden zu sprechen“, berichtet Dr. Weber. „Wie alle Krankheiten im Intimbereich ist das Thema schambehaftet. Viele Betroffene können ihre Symptome zunächst nicht richtig einschätzen“, berichtet die erfahrene Fachärztin für Chirurgie und Viszeralchirurgie. Steißbeinfisteln äußern sich häufig durch einen dumpfen Schmerz am unteren Rücken, vor allem beim Sitzen. Häufig kommt ein Nässen in der Pofalte hinzu.

Nur ein operativer Eingriff kann das Problem lösen. Dr. Weber bietet in der Hadamarer Praxis das minimalinvasive Pit-Picking Verfahren an – einen ambulanten Eingriff, bei dem in örtlicher Betäubung die kleinen Fisteleingänge in der Gesäßspalte (die „Pits“) mit einer Stanze knapp ausgeschnitten („herausgepickt“) werden. Die dabei entstehenden Wunden sind lediglich drei Millimeter groß und müssen nicht genäht werden. Neben der Pofalte wird zusätzlich ein Entlastungsschnitt gesetzt.  Der eigentliche Eingriff dauert nur etwa zehn Minuten. Schon ab dem ersten Tag nach der Behandlung bestehen für die Patientinnen und Patienten keine Einschränkungen mehr: Sport, Sauna, Baden und jegliche beruflichen Tätigkeiten sind erlaubt. Auch eine spezielle Wundbehandlung ist aufgrund der winzigen Wunden nicht notwendig – sie sind so klein, dass ihre Heilung weder positiv noch negativ beeinflusst werden kann.

„Dieses schonende Verfahren eignet sich für fast alle Ausprägungen der Steißbeinfistel“, erklärt Dr. Weber. „Allerdings gibt es eine Rückfallrate von ca. 15-20 Prozent. Sie wird zusätzlich beeinflusst durch Faktoren wie Rauchen, Übergewicht sowie die Dauer der Fistelung. Patienten, die bereits länger als sechs Monaten unter den Fisteln leiden, profitieren eher nicht von dem Verfahren“, so die Chirurgin. „Grund genug also, frühzeitig fachärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen!“, empfiehlt Dr. Weber. Grundsätzlich könne eine „Pit-Picking“ Operation auch wiederholt werden. Das Verfahren eignet sich allerdings nicht für Patientinnen und Patienten, bei denen es nach einer herkömmlichen Operation, also dem großflächigen Ausschneiden der Fisteln, zu einem Rückfall gekommen ist.

Die Aufnahme des Pit Picking Verfahrens in das Leistungsspektrum der chirurgischen Praxis erweitert die Vielzahl ambulanter Eingriffe aus den Gebieten Chirurgie, Unfallchirurgie, Handchirurgie und Proktologie, die von Dr. Weber und ihrem erfahrenen Praxisteam durchgeführt und nachbehandelt werden.

Der entscheidende Vorteil des ambulanten Operierens ist für die Chirurgin ganz eindeutig, dass die Patientinnen und Patienten sich ihre:n Operateur:in selbst aussuchen können. Die anschließende kontinuierliche und damit persönliche Betreuung ist Teil des Behandlungserfolges. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Erholung nach dem Eingriff zu Hause in vertrauter Umgebung erfolgen kann.

 

 

Kontakt:

Praxis für Chirurgie
Gesundheitszentrum St. Anna
Franz-Gensler-Straße 7-9
65589 Hadamar

Tel.: 06433.87.6240

Mail: mvz-chirurgie(at)mvz-hadamar(dot)de
Website: www.mvz-praxen-vincenz.de