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„Ohne Rückendeckung sind die Krankenhäuser chancenlos“ - erneuter Appell zur Verlängerung des Rettungsschirms und Änderung des Finanzierungssystems für deutsche Kliniken

„In der Hoffnung auf Solidarität“ hat sich der Limburger Krankenhausgeschäftsführer Guido Wernert erneut mit der dringenden Bitte um Unterstützung an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der heimischen umliegenden Landkreise, die gesundheitspolitischen Sprecher aller Fraktionen in Bund und Land sowie alle Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestages gewandt, um auf die massive Misere der bundesdeutschen Kliniken aufmerksam zu machen. Nur noch bis zum 18. April 2022 erhielten bundesdeutsche Krankenhäuser pandemiebedingte Ausgleichszahlungen, erst kürzlich in letzter Minute und mit dem Vermerk „letztmalig“ verlängert; Ende Juni laufen zudem die Ausgleichszahlungen für Covid-Patienten aus. Nach wie vor bräuchten die Kliniken dringendst unbürokratische Liquiditäts- sowie auch Kostendeckung: „Nach zweieinhalb Jahren Ausnahmesituation müssen wir unsere Krankenhäuser endlich krisenfest absichern“, fordert der Limburger Krankenhauschef, der in Personalunion auch für drei rheinland-pfälzische Kliniken verantwortlich zeichnet und Vorstandsmitglied der rheinland-pfälzischen Krankenhausgesellschaft ist.

Das Wetter passt zur Lage der Krankenhäuser.....

Engagiert sich maximal für bessere wirtschaftliche Abfederung und langfristige Planungssicherheit für bundesdeutsche Kliniken: Vincenz-Geschäftsführer Guido Wernert.

„Die Lage spitzt sich nach den Covid-Jahren 2020 und 2021 nun absolut zu“, konstatiert Wernert. Die Formel dahinter sei ganz einfach: „Die Einnahmen der Krankenhäuser basieren ausschließlich auf der Zahl der behandelten Patienten. Kein Patient - keine Einnahmen, aber trotzdem Kosten. Weniger Patienten - zu wenig Einnahmen, aber gleiche Vorhaltekosten.“ Eine 100prozentige Betriebsbereitschaft der Krankenhäuser werde Corona-bedingt bis weit in 2022 und auch darüber hinaus nicht zu realisieren sein. Also drohten gravierende Verluste, welche schon durch den Rettungsschirm nicht vollständig abgedeckt gewesen seien: „Besonders heimtückisch und nicht kompensierbar ist, dass der Rettungsschirm bei den Ausgleichszahlungen eine Deckelung auf 98 Prozent des Leistungsrahmens der Kliniken aus 2019 beinhaltet. Ohne Grund wurden hier zwei Prozent der Jahreseinnahmen abgeschnitten. Die Entwicklungen in den Häusern – neue Behandlungsangebote, neue Abteilungen – wurden gänzlich nicht berücksichtigt“, moniert Wernert. Parallel sei man u.a. mit exorbitanten, bis zu 20prozentigen Kostensteigerungen im Energie- und Sachkostenbereich konfrontiert. Unter solchen Vorzeichen könnten Klinik-Haushalte nicht funktionieren: „Das System ist nicht auf Krise eingestellt.“

Durch die aktuelle Infektionswelle sei der Krankenstand beim Personal so hoch, dass 75 Prozent der Kliniken ihre Stationen nicht mehr vollständig betreiben könnten. In Limburg zum Beispiel halte man aktuell zwei Covid-Stationen mit bis zu 45 Betten vor. Um diese betreiben zu können, müsse man zusätzlich andere Stationen schließen. Gleichzeitig seien im Durchschnitt der letzten Wochen rd. 130 Mitarbeitende erkrankt, so dass 80 Betten (also mehr als zwei Stationen) geschlossen werden mussten. Das bedeutet: Elektive, also planbare Eingriffe könnten nicht stattfinden, in der Konsequenz fehlten die Einnahmen, es komme zu drastischen Erlösverlusten. Guido Wernert: „Ohne Veränderung der Krankenhausfinanzierung in eine Vorhaltefinanzierung wird die gewohnt gute Versorgung auf Dauer nicht funktionieren können.“ Kliniken bräuchten unbedingt langfristige Planungssicherheit, fordert der Limburger Krankenhauschef letztlich im Namen von rund 900.000 Mitarbeitenden im Gesundheitswesen bundesweit.

Denn Wernert ist im engen Austausch mit zahlreichen klinischen Partnern aus Hessen und Rheinland-Pfalz, konfessionellen Krankenhausverbänden sowie Krankenhausgesellschaften auf zwei Landesebenen. In diesen Gesprächen herrsche übereinstimmender Konsens: „Wir können nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet diejenigen, die in den vergangenen zwei Jahren die Hauptlast der Pandemie schultern mussten und ihren Dienst nicht im Homeoffice, sondern an der Front für die Patienten bewahrheiten mussten, nun im Monatsrhythmus auf eine Verlängerung der wirtschaftlichen Hilfen warten müssen.“ Die permanenten Hängepartien seien unangemessen und vor allem keine Lösung. Vielmehr bräuchten die Kliniken eine sachgerechte und zukunftsorientierte Abfederung ihrer Daseinsvorsorge. Wernert: „Ohne klare und eindeutige Rückendeckung der Politik sind die Krankenhäuser chancenlos!“