Seitliche Unternavigation

Zusatzinformationen im Sidebar

Hauptinhalt

Menschen auf der Flucht - Kunst im Krankenhaus zeigt eine Foto-Ausstellung in Kooperation mit Amnesty International

Ein hochaktuelles Thema greift die derzeitige Foto-Ausstellung im St. Vincenz-Krankenhaus Limburg auf: „Menschen auf der Flucht" – ein Titel, hinter dem sich die Schicksale von über 65 Millionen Menschen verbergen.

„Hinter diesen  Worten und Zahlen stecken Menschen wie du und ich“, sagt Organisatorin und Gruppensprecherin von Amnesty International Limburg, Carola Wagenbach. „Die Fotografien dieser Ausstellung gestatten uns einen Einblick in einige der Lebensgeschichten geflüchteter Menschen. Wir erfahren etwas darüber, was es heißt, auf der Flucht zu sein, Bedrohung, gesellschaftlicher Umwälzung und Tod zu begegnen und darüber hinaus gezwungen zu sein, das eigene Zuhause zu verlassen, um einen sicheren Ort zu suchen“, bringt Wagenbach die Intention der Ausstellung auf den Punkt. Denn die beeindruckenden Bilder erlauben einen Einblick in die individuellen, alltäglichen Geschichten von geflüchteten Menschen: Was heißt es, auf der Flucht zu sein? Was bedeutet es, gesellschaftlicher Umwälzung, Bedrohung und Tod zu begegnen und gezwungen zu sein, das eigene Zuhause zu verlassen, um einen sicheren Ort zu suchen?

Große Fluchtbewegungen sind nichts Neues – auch das macht die Präsentation der Menschenrechtsbewegung  deutlich. Die komplette Wanderausstellung, von der im St. Vincenz nur der aktuelle Teil zu sehen ist, umfasst 70 Jahre und geht zurück bis zum Zweiten Weltkrieg, einer Zeit massiver Vertreibungen. Viele Begleitumstände haben sich in den letzten sieben Jahrzehnten global gesehen kaum geändert. Damals wie heute haben Fotografinnen und Fotografen vor Ort die Ereignisse dokumentiert. Die im Vincenz-Foyer gezeigten Fotos dokumentieren die aktuellen Fluchtbewegungen. Mitte 2018 waren weltweit 68,8 Millionen* Menschen aufgrund von bewaffneten Konflikten und Verfolgung gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen, 28,5 Millionen* Menschen aller Geschlechter und Altersgruppen sind deshalb aus ihren Heimatländern geflohen. Die Momentaufnahmen zum Leben von Menschen auf der Flucht demonstrieren auch, wie Flucht zum Lebensalltag und Notlösungen zum Dauerzustand werden. Ein nachhaltiger Appell an Politik und Gesellschaft.

„Die sogenannte Flüchtlingskrise erscheint heute als unlösbares Problem“, kommentiert Carola Wagenbach die Ausstellung. „Doch was wir tatsächlich erleben, ist eine Krise der Verantwortung und eine Krise der Solidarität. Die großen Herausforderungen könnten gut bewältigt werden, wenn die europäischen Regierungen sich solidarisch zeigen und sich entschlossen für eine menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen einsetzen würden.“ Die rund 30 Fotographien wurden von Fotografen der international tätigen Agentur Magnum aufgenommen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 3.06.2019 rund um die Uhr im Foyer des St. Vincenz-Krankenhauses Limburg zu sehen. Nähere Informationen zur Ausstellung und zur Arbeit der Amnesty-Gruppe Limburg unter der E-Mail: c.wagenbach(at)freenet(dot)de

*Quelle: UNO Flüchtlingshilfe (18.04.219)

++++++++ Hintergrund +++++++++++++  

Die weltweit agierende Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde 1961 von dem britischen Rechtsanwalt Peter Benenson Ins Leben gerufen. Zwei portugiesische Studenten stießen in einer Kneipe in Lissabon auf die Freiheit an und wurden verhaftet. Benenson las das in der Zeitung und veröffentlichte daraufhin einen „appeal for amnesty" in der Zeitung „The Observer". Zunächst als reine Gefangenen-Hilfsorganisation angelegt, erweiterte sich das Mandat von Amnesty International nach und nach um den Kampf gegen Folter(seit 1972) und gegen die Todesstrafe (seit 1973). Seit 1985 widmet sich Amnesty International auch dem Flüchtlingsschutz und der Asylarbeit. Die Limburger Gruppe von Amnesty International gibt es seit 1978. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Arbeit gegen die Todesstrafe.