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Harmonie von Körper und Geist: Permanent Make up und Tai Chi bei Brustkrebs bewegt

Positive Energien für Körper und Geist beim Start des Seminarprogramms für Brustkrebspatientinnen

Auch in diesem Jahr bietet das Brustzentrum der Frauenklinik St. Vincenz im Rahmen von "Brustkrebs bewegt" wieder zahlreiche Veranstaltungen für Patientinnen, Angehörige und Interessierte an. Ein facettenreiches Programmspektrum setzt sich mit den verschiedensten Möglichkeiten auseinander, mit der Erkrankung Brustkrebs konstruktiv umzugehen und dabei eine möglichst hohe Lebensqualität zu erreichen. Die Kosmetikerin Eva Wanzek aus Hamburg und Tai Chi-Lehrer Uwe Schöning aus Stadtallendorf bestritten die Start up-Veranstaltung 2014.

Gerade, wenn OP, Chemo- und Strahlentherapie eine Zeit lang zurück liegen, die Phase der existentiellen Bedrohung durch den Krebs durchstanden ist, stellt sich für viele Frauen die Frage nach der Lebensqualität. Dann drehen sich die Gedanken nicht mehr nur ums Überleben, sondern auch ums Wohlfühlen - und Gutaussehen. Auch nach erfolgreicher Brustrekonstruktion entspricht das medizinische Ergebnis nicht immer den Erwartungen der Patientin – insbesondere nicht der ästhetische Eindruck von Narben und Brustwarzen. Ganz und gar Erstaunliches kann hierbei die so genannte medizinische permanente Pigmentierung leisten, eine Kombination aus Tätowierung und Permanent Make up. Ob Verbrennungen, Operationsnarben, Pigmentstörungen oder andere diverse Schönheitsmakel – dank der Kunst der permanenten Pigmentierung brauchen sich Patienten damit nicht mehr abzufinden, sondern können sich betroffene Körperstellen mit einem speziellen Pigmentierungsverfahren retuschieren lassen, insbesondere eben auch nach einer Brustoperation. Wie das funktioniert, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen, aber auch, welche Grenzen es hat – darüber sprach Eva Wanzek in ihrem Vortrag "Die Kunst der Areolapigmentation".

Seit 16 Jahren arbeitet die Hamburgerin mit der Leidenschaft einer Künstlerin im Bereich des Permanent Make up. Vor vier Jahren hat sie sich auf Mikropigmentierung nach Brustoperationen und an anderen Hautarealen spezialisiert. Die so genannte medizinische Pigmentierung ist zwischen zwei und fünf Jahren haltbar. Sie umfasst unter anderem Brustwarzenzeichnung nach Brustkrebs, Retuschieren von Narben, Farbimplantation von fehlenden Farbpigmenten sowie Farbangleichung, Rekonstruktion von Augenbrauen und Wimpern. "Zum Einsatz kommen ausschließlich Mikrofarben, die getestet wurden und von denen keine allergischen Reaktionen bekannt sind.

Die Pigmentation einer Areola (Brustwarzenhof) nehme etwa anderthalb bis zwei Stunden in Anspruch. Zwei bis drei Sitzungen seien nötig, so Eva Wanzek, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Neben der Auswahl des richtigen Moduls und der richtigen Farbe komme es auch auf eine gute Schattierung an, damit das Ergebnis möglichst natürlich aussieht. Ungefähr zwei Wochen lang sollte man nach einer Pigmentation auf Sauna, Solarium, Schwimmbad und schweißtreibenden Sport verzichten – danach sei alles wieder möglich. In zahlreichen Bildern präsentierte die Hamburgerin erstaunliche Ergebnisse ihrer Arbeit, die bei einigen Besucherinnen durchaus Interesse hervorriefen.

Im anschließenden Tai Chi-Workshop gab Uwe Schöning aus Stadtallendorf Einblick in eine alte chinesische Kampfkunst, deren Ziel darin besteht, Harmonie zwischen Körper und Geist herzustellen. Der Weg dorthin ist nicht ganz einfach, wie sich zeigte. "Es geht darum, die körpereigenen Energiestrukturen in weichen, sanften Bewegungen gezielt zu schulen, um einen reibungslosen Energiefluss durch den gesamten Körper und den Geist zu ermöglichen", erklärte er. Die Atmung sei nicht nur unter rein gesundheitlichen, oder medizinischen Aspekten wichtig: "Im Tai Chi lernt man, zur natürlichen Atmung zurückzukehren", so Schöning. Durch gesellschaftliche und soziale Umstände habe der moderne Mensch das tiefe Atmen, das Bauchatmen, verlernt und habe sich zu einem oberflächlichen, stressbehafteten "Brustatmer" entwickelt. Bei noch unbeeinflussten Säuglingen und Kleinkindern sei noch zu erkennen, wie sich während des Atemvorganges der Bauch hebt und senkt - ein Zeichen, dass sich die Lungen bis tief in die Lungenspitzen mit Luft füllen und wieder entleeren, weil der Säugling "tief" atmet. "Beobachten wir dagegen einen Erwachsenen, so sehen wir, wie sich nur die Brust hebt und senkt - ein oberflächliches, viel zu kurzes Atmen, bei dem die Lungen niemals vollständig gefüllt oder geleert werden. Dieses tiefe Atmen ist die Essenz aller Übungen im Tai Chi", erklärte Uwe Schöning. Es bewirke - zuerst durch Bewusstwerdung der Atmung und später durch intuitiv richtiges Atmen - eine Beruhigung des gesamten Organismus. Dies wirke gleichzeitig auf Geist und Seele.

Über die Atmung lerne man auch Energien zu lenken und zu fokussieren. Jede einzelne Zelle im Körper erzeuge ein gewisses Quantum an Energie. "Wenn man gelernt hat, diese Energie zu bündeln, zu lenken und zu leiten, dann fängt Tai Chi eigentlich erst an," so Schöning. Denn dann wirke sich die Übung des Tai Chi auf alle Handlungen, Gedanken und Emotionen des Menschen aus.