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Diagnose Diabetes! Und nun…? - Forum Gesundheit thematisierte Symptome, Diagnostik und Therapie der Volkskrankheit Diabetes

Diabetes mellitus Typ 2 ist kein Schicksal, er ist sogar reversibel. Was man tun kann, erläuterte Dr. Carsten Spies, Leiter des Interdisziplinären Diabeteszentrums mit angeschlossener diabetologischer Schwerpunktpraxis am St. Vincenz-Krankenhaus Limburg in seinem Vortrag im Rahmen des „Forum Gesundheit“.

Dr. Carsten Spies thematisierte bei seinem Vortrag im Forum Gesundheit Symptome, Diagnostik und Therapie der Volkskrankheit Diabetes

Alle 90 Minuten erblindet ein Mensch, alle 60 wird einer dialysepflichtig und alle 19 Minuten erleidet einer einen Herzinfarkt oder eine Amputation – infolge von Diabetes mellitus. In Deutschland sind etwa 6,5 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Hinzu kommen rund zwei Millionen unerkannt Erkrankte. Jedes Jahr erhalten ungefähr 500.000 Patienten die Diagnose zum ersten Mal. Damit gilt Diabetes als Volkskrankheit, Fachleute sprechen sogar von einer Epidemie. Aber: Man kann etwas dagegen tun. Und manchmal verschwindet der Diabetes dann sogar wieder. Tut man dagegen nichts, drohen schwere Folgeerkrankungen.

„Diagnose Diabetes – was tun?“ - darüber klärte Dr. Carsten Spies in seinem Vortrag im Rahmen des „Forum Gesundheit“ auf. Spies ist Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie, Leiter des Vincenz-Diabeteszentrums und gleichzeitig Oberarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Notfallmedizin am St. Vincenz-Krankenhaus.

„Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Zellen gestört ist, so dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel entsteht“, so Dr. Carsten Spies. Dabei ging er kurz auf die verschiedenen Typen ein, wobei er erläuterte, dass der Typ 1 etwas aus der Rolle fällt, da es sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung handelt, durch welche die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört werden - bis hin zum absoluter Insulinmangel. Beim Typ 1 sei in der Regel eine Insulintherapie nötig. Im weiteren Verlauf konzentrierte er sich in seinen Ausführungen auf Typ 2, von dem 90 Prozent der Diabetiker betroffen sind. Ursache hierfür sei eine Kombination aus einer Störung der Insulinwirkung (Insulinresistenz) und einer gestörten Insulinfreisetzung (relativer Insulinmangel). Es gebe eine hohe erbliche Komponente, hinzu komme ein entsprechender Lebensstil. Einen besonders negativen Einfluss haben ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel.

Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hätten die Patienten meist keine auffälligen Symptome. Eine Früherkennung und gute Einstellung der Blutzuckerwerte durch eine entsprechende Therapie sei wichtig, um Folgeerkrankungen zu vermeiden, die starke Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen haben können. Als Beispiel nannte er die diabetische Retinopathie, eine Netzhautschädigung, eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Zudem könne Diabetes zu schweren Nierenerkrankungen führen - bis hin zur Dialysepflicht. Darüber hinaus gebe es einen engen Zusammenhang zwischen Diabeteserkrankung und Herzinfarkt. Im Vergleich zu Nicht-Diabetikern haben Diabetiker ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Gefäßerkrankung, so der Mediziner. „Die meisten Diabetiker sterben an einem Herzinfarkt.“ Eine frühzeitige gute Einstellung könne die Folgeerkrankungen verhindern.

Zur Früherkennung empfahl der Diabetologe, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Wird ein Diabetes diagnostiziert, sollte an erster Stelle eine Diabetesberatung und -schulung stehen. Dabei erhielten die Betroffenen Informationen über eine gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, Tipps ihr Gewicht zu reduzieren oder es wenigstens halten zu können. „Auch mit kleinen Veränderungen im Lebensstil kann sich die Insulinresistenz wieder normalisieren“, sagte Carsten Spies. Bei der Ernährung empfehle man heutzutage keine speziellen Diabetikerprodukte mehr, vielmehr eine ausgewogene vollwertige Ernährung mit viel Gemüse, etwas Obst, bevorzugt Vollkornprodukten, wenig Fleisch, besser: Fisch- und Milchprodukte, Wasser und vor allem möglichst ungesüßte Getränke. Vor allem durch Bewegung verbessere sich die Insulinwirkung, die Resistenz sinkt, Blutzucker werde verbraucht, die Leistungsfähigkeit steige, die Gewichtsabnahme wird erleichtert, Blutdruck und Blutfette besserten sich.

In der Therapie stünden inzwischen neben Insulin zahlreiche innovative Medikamente zur Verfügung, die geschluckt oder gespritzt werden. Der Mediziner erläuterte zudem ein neues unblutiges System, bei dem der Gewebe- und nicht der Blutzucker gemessen wird. Welche Medikamente und Hilfsmittel im Einzelnen für den Patienten geeignet sind, müsse jedoch der behandelnde Arzt individuell mit dem Patienten abstimmen.

Kontakt:

Diabetologische Schwerpunktpraxis und Fußambulanz Gesundheitszentrum Auf dem Schafsberg (4.Stock), Telefon (0 64 31) 2 92 18 70, diabeteszentrum(at)st-vincenz(dot)de