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Aktuelle Therapieoptionen rund um die Hüfte - Forum Gesundheit erstmals wieder in Präsenz

Viele Menschen leiden mit zunehmendem Alter unter Schmerzen an der Hüfte. Doch wann ist der Gang zum Orthopäden unausweichlich? Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es überhaupt? Kann man auch gelenkerhaltend operieren? Und wann braucht man ein neues Hüftgelenk: lieber früher - oder später? „Wenn die Hüfte schmerzt…“ - unter diesem Titel hatten das St. Vincenz-Krankenhaus Limburg, die Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg und die NNP zum „Forum Gesundheit“ mit Dr. Stefan Roland eingeladen, einen der beiden Chefärzte des neu etablierten Zentrums für Orthopädie und Traumatologie (ZOT) auf dem Schafsberg.

Anschaulich erklärte Dr. Stefan Roland, Chefarzt der Orthopädie am ZOT im St. Vincenz-Krankenhaus Limburg, bei der Vortragsreihe „Forum Gesundheit“, welche Therapieformen es gibt und welche sinnvoll sind und warum eine OP immer die letzte Behandlungsoption ist.

Zahlreiche Besucher waren zum Vortrag in die Adolf-Reichwein-Schule gekommen, um sich über die Möglichkeiten der Behandlung der Hüfte zu informieren.

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich bei der ersten Präsenzveranstaltung seit zwei Jahren in der Adolf-Reichwein-Schule zu informieren und mit dem Orthopäden ins Gespräch zu kommen. Zunächst gab der Chefarzt einen kurzen Überblick über das erweiterte Angebot des Zentrums für Orthopädie, das seit Juli letzten Jahres neue Akzente auf dem Schafsberg setzt: Traumatologie (Unfallchirurgie), Gelenkchirurgie, Endoprothetik, Sportmedizin und Kinderorthopädie. Neu ist vor allem die Versorgung der kleinen Patienten. Kurze Wege und ein schneller Draht zu vielen anderen medizinischen Spezialisten und Fachabteilungen kennzeichnen die Arbeitsweise des ZOT.

Schmerzen an der Hüfte gehören zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Patienten eine orthopädische Praxis aufsuchen. Wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist die richtige Diagnose, denn nicht jeder Schmerz an der Hüfte ist ein echter Gelenkschmerz. Von diesem abzugrenzen sind der sogenannte fortgeleitete und der projizierte Schmerz, die nichts mit dem Hüftgelenk zu tun, sondern auf andere Ursachen zurückzuführen sind – beispielsweise auf ausstrahlende Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall, einem Leistenbruch oder durch eine Schleimbeutelentzündung. „Das Hüftgelenk entwickelt über die Lebensjahre unterschiedliche Anfälligkeiten für Beschwerden und Erkrankungen an Knochen, Knorpel und umliegendem Gewebe“, so Dr. Stefan Roland.

Um Schädigungen möglichst frühzeitig erkennen und konservativ therapieren zu können, werden bereits Babys im Rahmen eines Screenings auf Hüftschädigungen hin untersucht. In der neu etablierten Kinderorthopädie auf dem Schafsberg können Kinder, die an orthopädischen Erkrankungen leiden, nun auch hier therapiert werden. Darüber hinaus ging Roland auf typische krankhafte Veränderungen ein, die im weiteren Laufe eines Lebens im Bereich der Hüfte auftreten können. Insbesondere bei jungen Erwachsenen seien Schädigungen zuweilen auf Überlastungsreaktionen des Hüftgelenks durch gesteigerte sportliche Belastung und daraus resultierender Überbelastung zurückzuführen. Eine Engstelle, Verletzungen des Gelenkknorpels oder der Gelenklippe können die Folge sein. In einem solchen Fall komme heutzutage ein gelenkerhaltender Eingriff in Betracht: die Hüftarthroskopie. Anhand eines Animationsfilmes erklärte der Orthopäde die OP-Methode zur rekonstruktiven Gelenkchirurgie, mit deren Hilfe Einklemmungssyndrome effektiv beseitigt werden können. Darüber hinaus können auch Alkoholmissbrauch oder Kortisoneinnahme zu Schädigungen in Form einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes führen, der sogenannten Hüftkopfnekrose. Manchmal sei die Ursache aber auch nicht erklärbar. Die Behandlung besteht in einer Revitalisierung des Knochens durch Anbohren des Hüftkopfareals oder dem Auffüllen des Defekts mit Hydroxylapatit, einem Bestandteil des menschlichen Knochens.

Als häufigste Hüfterkrankung im Seniorenalter tritt der altersbedingte Hüftgelenkverschleiß auf, hervorgerufen durch fortschreitenden Knorpelaufbrauch – die klassische Hüftarthrose mit Sklerose, Zysten und Gelenkspaltaufbrauch. „Nicht jede Hüftgelenkserkrankung muss gleich operiert werden“, so der Mediziner. Oftmals könne man mit konservativen Therapien, wie beispielsweise manueller und Physiotherapie eine erhebliche Linderung erreichen. Aber häufig sei irgendwann der Punkt erreicht, an dem der Leidensdruck des Patienten so groß sei, dass nach umfassender Diagnostik eine Operation unumgänglich werde. In diesem Fall sei die Implantation eines Kunstgelenkes erforderlich.

Seit 2005 operieren Dr. Roland und sein Team Hüftendoprothesen mittels minimalinvasiver OP-Techniken. Dabei werden nur kleine Schnitte von etwa acht Zentimetern gesetzt. Der Eingriff erfolgt durch Aufspreizen der Muskeln durch eine Muskellücke. Die Vorteile: Der Eingriff erfolgt muskelschonend, ohne Muskeldefekt. Betroffene sind schnell wieder mobil und reha-fähig. Außerdem haben Patienten auf Grund der kleineren Schnitte einen geringeren Blutverlust sowie weniger Schmerzen.

Weitere Informationen und Sprechzeiten finden Sie auf der Seite des Zentrums für Orthopädie und Traumatologie.