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15. Geburtshilfliches Anästhesiesymposium in Frankfurt unter der Leitung von Professor Dr. Dorothee Bremerich

Am Samstag, den 22. Februar 2014, fand in der Universitätsklinik Frankfurt unter der Leitung von Professor Dr. Dorothee Bremerich und dem Wissenschaftlichen Arbeitskreis Regionalanästhesie und Geburtshilfliche Anästhesie (1. Sprecher Professor Paul Kessler, Frankfurt) der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin zum 15. Mal das Geburtshilfliche Anästhesiesymposium statt. Namhafte nationale und internationale Referenten aus dem Bereich der Anästhesie widmeten sich einen Tag lang vor knapp 400 Teilnehmern Fragestellungen aus dem Bereich der geburtshilflichen Anästhesie. Dieses Symposium ist bislang die einzige Veranstaltung in Deutschland, die sich intensiv und ausschließlich diesem Themenkreis widmet und auch von Geburtshelfern und Hebammen sehr gut angenommen wird. Nach der Begrüßung durch den Gastgeber, Professor Dr. Dr. Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, ging es im ersten Teil des Programms um aktuelle anästhesiologische Standards bei der Kaiserschnittentbindung und ihren wissenschaftlichen und praktischen Stellenwert, "wobei" laut Professor Bremerich, "die alten Zöpfe auf dem Prüfstand waren". Das Format der Sitzung, eine präzise, praxisbezogene Frage gefolgt von einem zehnminütigen wissenschaftlichen Referat ließ ausreichend Zeit für die rege, interaktive Diskussion, die von den Teilnehmern geführt wurde. Vor der Pause hielt Privatdozent Dr. Manuel Wenk aus der Universitätsklinik in Münster ein Impulsreferat, wie man, bei immer größerer Personalknappheit und geringen zeitlichen Ressourcen, zukünftig dem ärztlichen Nachwuchs Fertigkeiten und Fähigkeiten in der geburtshilflichen Anästhesie vermitteln kann.

Nach der Pause ging es um die zukünftigen Herausforderungen in der geburtshilflichen Anästhesie: Die interaktive Falldiskussion, vorgetragen von Herrn Professor Dr. Frank Wappler, Kliniken der Stadt Köln, stellte dar, welche Fallstricke in der Behandlung von Risikoschwangeren in einer Geburtsklinik entstehen können und warum diese Schwangeren aufgrund der möglichen Gefährdungspotentiale für Mutter und Kind in spezialisierten Perinatalzentren versorgt werden sollten. Professor Robert Hanß aus dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, stellte die Risiken vermeintlich sicherer Alternativen zur geburtshilflichen PDA dar. Da gerade Remifentanil und neuerdings auch wieder Lachgas an deutsche Kreissaaltüren klopfen, ist die kritische Auseinandersetzung mit diesen Substanzen wichtig, um auch zukünftig die Sicherheit von Schwangeren unter der Geburt zu gewährleisten. Professor Thierry Girard aus der Universitätsklinik Basel stellte dann die Möglichkeiten des Patient Blood Managements in der Geburtshilfe dar. Da Blutungsnotfälle und der akute Blutungsschock weiterhin eine der Hauptursachen mütterlicher Todesfälle weltweit darstellen, war ein weiterer Fokus seines Vortrags die Stufenbehandlung der Blutungskomplikation unter der Geburt. Letztlich stellte Dr. Lutz Kaufner aus der Charité in Berlin Möglichkeiten dar, wie man zukünftig berufsgruppenübergreifend ein Notfalltraining im Kreissaal etablieren könnte – diese Simulationen zum Training von Notfallsituationen werden voraussichtlich in dem Leitlinien und Strukturanforderungen an Kliniken mit einer Geburtshilfe zukünftig obligat sein.

In ihrem Schlusswort bedanke sich Professor Bremerich bei den über 400 Teilnehmern: " In diesem Jahr war es aufgrund der großen Resonanz erstmals nicht möglich, alle Anmeldungen zu berücksichtigen!" Aufgrund der Platznot musste das Symposium in einen zweiten Hörsaal übertragen werden - was für die Beliebtheit der Veranstaltung spricht.