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Offizielle Einweihung einer unendlichen Geschichte: Eine Straße für den Notfall

Eine zweite Zufahrtstraße kann den Verkehr zur Klinik im Katastrophenfall entlasten

Im Katastrophenfall ist das St. Vincenz-Krankenhaus eine wichtige Größe im Notfallkonzept des Landkreises Limburg-Weilburg. Dem trägt jetzt nach langem Ringen endlich auch eine zusätzliche Notfallzufahrt Rechnung. Die zweite Zufahrtstraße verläuft parallel zum sogenannten Kanonenweg und soll im Notfall die bislang einzige Zufahrt zur Klinik entlasten. Jetzt können Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen das St. Vincenz im Falle eines Falles ungehindert erreichen.

Lange hatte diese Problematik den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitet, allen voran dem Technischen Leiter der Krankenhausgesellschaft, Ulrich Hassler. „Seit ich hier tätig bin, also seit mehr als zehn Jahren, haben wir nach Lösungen gesucht, das Nadelöhr zwischen Tilemannschule und St. Vincenz- Krankenhaus zu entschärfen“, berichtet Hassler. Im Brand und Katastrophenfall, intern wie extern, sei eine einzelne Zu- und Abfahrtsstraße nur äußerst schwer zu beherrschen gewesen – darüber waren sich die Verantwortlichen aus der Stadt Limburg, des Kreises und selbstverständlich des Krankenhauses schon seit Jahren einig gewesen.

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Sie zerschnitten das Band zur Einweihung jahrzehntelanger Projektarbeit: Rechtsanwalt Erwin Reuhl als Verwaltungsratsvorsitzender der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH, Bürgermeister Martin Richard und Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik (v.l.n.r.).

In einem Gutachten aus dem Jahr 2003 wurden drei mögliche Varianten vorgestellt, die jedoch teilweise wegen zu hoher Kosten oder Umweltunverträglichkeit nicht in Betracht kamen. Übrig blieb eine Variante, die jetzt im September 2009 umgesetzt, nun fertig gestellt und offiziell eingeweiht wurde. Es handelt sich hierbei um eine Parallelstraße zu der Straße auf dem Schafsberg. Rund 4,5 Meter breit soll sie definitiv nur als Bedarfsstrasse bzw. Notzu- oder abfahrt genutzt werden; der Verkehr würde im Notfall im Einbahnstraßenverkehr geregelt, so dass sich an- und abfahrende Rettungsfahrtzeuge nicht mehr begegnen. Im Normalfall bleibt die zusätzliche Straße lediglich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Die Kosten blieben letztlich deutlich niedriger als befürchtet: Statt der zunächst geschätzten 120.000 Euro teilen sich die Stadt Limburg (ein Drittel) und das St. Vincenz Krankenhaus (zwei Drittel) nun Kosten in Höhe von rund 80.000 Euro.

Selbst über die Richtigkeit des Standortes der Klinik war ini diesem Kontext vehement diskutiert worden. Doch trotz allen Für und Widers: „Allein angesichts der Zahlen gab es keine Alternative zum Standort Schafsberg, eine Umsiedlung war absolut unrealistisch“, erinnert sich Haßler. Zur fraglichen Zeit habe der hessische Etat rund 170 Millionen Mark für alle Krankenhäuser des Landes aufgewiesen, zusätzlich habe es einen Antragsstau in Höhe von 1,2 Milliarden gegeben. Ein Klinik-Neubau hätte dagegen allein mehr als 200 Millionen Mark verschlungen. So war nach Prüfung und Entscheidung durch die zuständigen Gremien des Landes Hessen im Jahre 1989 der Standort auf dem Schafsberg besiegelt und anschließend die Zu- und Abfahrt zum Krankenhaus zunächst verbreitert worden.

Jetzt freuten sich jedoch alle Beteiligten über das gute Ende: „Bei 20.000 stationären und geschätzten 100.000 ambulanten Patienten ist der Schafsberg zum Verkehrsknotenpunkt und eine Notzufahrt absolut unumgänglich geworden“, stellt der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Krankenhausgesellschaft, Erwin Reuhl fest. Bürgermeister Martin Richard, selbst Mitglied im Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft machte auf die vielfältigen Interessen aufmerksam, die es gerade am Schafsberg zu berücksichtigen galt und die das Projekt so schwierig gemacht hatten: Patienten, Zulieferer und Besucher des krankenhauses, Friedhofsbesucher, Anlieger und nicht zuletzt Umweltschützer. Nun habe man eine Lösung für diese „äußerst notwendige Maßnahme“, die möglichst vielen nutze, aber die geringste Beeinträchtigung mit sich bringe: „Die Notzufahrt war schon vor 30 Jahren ein Thema – schön, dass sie nun da ist und wir hoffen, dass wir sie nie benutzen müssen…“