Willkommen beim St. Vincenz Krankenhaus in Limburg

Zum Seiteninhalt
Alternative Navigation (mit Tabulator und oder Zugriffstasten)

Die Seitennavigation:

 

Erstmals Kernspin-tauglicher Herzschrittmacher implantiert

Innovation in der Medizintechnik eröffnet Herzpatienten nun auch in Limburg erweiterte Diagnosemöglichkeiten

Eine Innovation der Medizintechnik haben jetzt Kardiologen des St.-Vincenz-Krankenhauses an der Limburger Klinik eingeführt. Sie implantierten in Zusammenarbeit mit der allgemeinchirurgischen Abteilung einer jungen Patientin einen Herzschrittmacher, der auch in Magnetresonanz-Tomographen (MRT) störungsfrei funktioniert.

Bei der Patientin waren Aussetzer in der Herzschlagfolge aufgefallen, die eine kurzfristige Herzschrittmacherversorgung erforderlich machten. Die sonst gesunde junge Frau leidet an einer komplexen, durch Medikamente nur unzureichend beherrschbaren Epilepsie. Ein hirnchirurgischer Eingriff ist geplant, der sie von ihren wiederkehrenden Krampfanfällen bewahren soll. Solche Eingriffe werden von Neurochirurgen mittels MRT gesteuert und da auch in Zukunft solche Untersuchungen bei der Patientin absehbar notwendig sein werden, wurde für die optimale Therapie dieses MRT-fähige System gewählt.

Abbidung

Sie implantierte den ersten MRT-tauglichen Schrittmacher am St. Vincenz-Krankenhaus: Dr. Felicitas Rabe-Schmidt, Oberärztin der Abteilung für Allgemein-, Gefäß- und Visceralchirurgie. Neben ihr aus der Abteilung für Kardiologie Dr. Matthias Siegling (rechts), der als entsprechender Spezialist für die Schrittmacherprogrammierung und die optimale Positionierung der Elektroden verantwortlich war und Dr. Torsten Eckhardt, Beauftragter des Programmes für ICD und CRT Aggregatimplantationen. Im Hintergrund Christine Klose und Yvonne Steps, die beiden leitenden MTAs der Herzkatheterabteilung.

„Damit schließen wir eine wichtige Lücke bei den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für unsere Herzpatienten“, sagte Professor Jörg Kreuzer, Chefarzt der kardiologischen Abteilung. „Auch Träger von Herzschrittmachern können schließlich andere Erkrankungen entwickeln. Bisher mussten wir ihnen die Magnetresonanz-Tomografie vorenthalten.“

Die starken magnetischen und elektrischen Felder des MRT können herkömmliche Schrittmacher auf vielfältige Weise stören bis hin zur anhaltenden Schädigung. Zum Beispiel können die Elektrodenspitzen sich erhitzen und das Gewebe, das sie eigentlich stimulieren sollen, schädigen. Auch könnten die Kabel ihre Lage verändern oder auch die Stimulationseinheit zerstört werden. Aus diesem Grund waren bislang Kernspinanlagen für Schrittmacherpatienten „tabu“.

Dieser innovative Herzschrittmacher kommt fast ohne ferromagnetische Teile aus und die Elektroden sind so abgeschirmt, dass kein „Antenneneffekt“ auftreten kann. So werden auch Funktionsstörungen vermieden, die zu einem Therapieverlust während der Untersuchung führen könnten.

Der Abschnitt der Hals- und Brustwirbelsäule ist zurzeit auch für dieses neue System noch nicht zugelassen. Jedoch sind die meisten Bandscheibenvorfälle, Gelenk- oder Gefäßuntersuchungen z.B. jetzt sicher durchführbar.

Noch gibt es keine festen Kriterien, bei welchen Patienten solche Systeme implantiert werden sollten. Es ist aber absehbar, dass irgendwann alle Patienten von solchen Geräten profitieren könnten.