Willkommen beim St. Vincenz Krankenhaus in Limburg

Zum Seiteninhalt
Alternative Navigation (mit Tabulator und oder Zugriffstasten)

Die Seitennavigation:

Zu den interdisziplinären Arbeitskreisen
 

Erster Limburger Diabetestag im Rahmen der Limburger Gesundheitstage

Diabetes mellitus: Aktuelle Informationen zu Prävention und Therapie bei freiem Eintritt:

Rund 25000 Fuß- und Beinamputationen jährlich bei Diabetikern, 7000 Erblindungen und schätzungsweise 30000 Herzinfarkte – die Zahlen demonstrieren eindrucksvoll die enorme Bedeutung eines guten Qualitätsmanagements bei der Versorgung von Diabetikern. Davon ist Deutschland aber noch weit entfernt, auch der Landkreis Limburg Weilburg gleicht in Bezug auf moderne Diabetes-Therapie noch einem weißen Fleck auf der Landkarte. Grund genug für das St. Vincenz-Krankenhaus Limburg, unter Leitung von Privatdozent (PD) Dr. Erhard G. Siegel und seiner Oberärztin Margot Siebein gemeinsam mit den niedergelassenen diabetologischen Schwerpunktpraxen (Dr. Kerum/Diez; Dr. Fischer/Hadamar; Dr. Bormann/Diez; Dr. Fester/Weilburg) jetzt den 1. Limburger Diabetestag zu veranstalten. Hierzu werden am 4. November 2006 von 10 bis 17 Uhr in der Stadthalle Limburg Betroffene und Interessierte, aber auch Vertreter der Krankenkassen erwartet. Der Diabetestag findet erstmals im Rahmen der „Limburger Gesundheitstage“ statt.

„Der Diabetes ist eine Erkrankung, die dramatisch zunimmt“, konstatiert PD Dr. Siegel, Chefarzt der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Inzwischen sei von mindestens acht Prozent Diabetikern im Erwachsenenalter auszugehen, jedoch seien auch vermehrt Jugendliche betroffen: „Wir wollen alle Betroffenen vom jugendlichen bis zum geriatrischen Diabetiker ansprechen“, berichtete der Chefarzt jetzt in einem Pressegespräch im St. Vincenz-Krankenhaus. Von daher haben der Diabetologe und seine Oberärztin ein breitgefächertes Programm zusammengestellt (siehe PDF-Anlage), bei dem insbesondere Aspekte der modernen Diabetestherapie, aber auch die Prävention mit den entscheidenden Faktoren Bewegung und Ernährung diskutiert werden sollen. Margot Siebein: „Die Diabetestherapie befindet sich in raschem Umbruch und benötigt ständig die Umsetzung neuer Erkenntnisse.“ Diese wolle man dem Patienten im Rahmen des 1. Diabetestages vermitteln, damit er informiert und eigenverantwortlich mit seiner Krankheit umzugehen lerne. In Gesprächen mit Betroffenen und Interessierten sollen aktuelle Therapieziele sowie die gegenwärtigen und zukünftigen therapeutischen Optionen beleuchtet werden. Über den gesamten Tag verteilt finden von 10 Uhr 30 bis 16 Uhr Workshops und Vorträge statt. (siehe Programm).

Die gesellschaftspolitischen Hintergründe und die im Zuge der Gesundheitsreform erschwerten Bedingungen der modernen Diabetestherapie sollen in einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Krankenkassen, des Deutschen Diabetikerbundes, verschiedener Selbsthilfegruppen und Ärzten diskutiert werden (Clubebene der Stadthalle, 11.15 bis 12 Uhr). So ist der Diabetestag auch elementarer Baustein eines Netzwerks von Klinikärzten, Schwerpunktpraxen und Hausärzten, das die Versorgung der Diabetiker im Landkreis Limburg-Weilburg verbessern und ihren Alltag erleichtern soll. Ziel dieser Kooperation ist letztlich eine integrierte ambulant-stationäre Behandlung und Information von Diabetikern unter Einbeziehung ihres sozialen Umfelds. Nur durch frühzeitige, strukturierte Schulung, kompetente Betreuung und Versorgung der Diabetiker kann gewährleistet werden, dass die anfangs skizzierten, sehr häufig auftretenden Komplikationen vermieden werden (siehe auch Hintergrundinformationen zur Volkskrankheit Diabetes weiter unten).

Stadthallenchef Guido Lindeken zeigte sich begeistert ob der Erweiterung der Gesundheitstage um ein aktuelles Themengebiet: „Der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz und Chefarzt PD Dr. Siegel ist es zu verdanken, dass dem Thema Diabetes erstmals auch in Limburg im Rahmen unserer Gesundheitsmesse die notwendige und erforderliche Bedeutung beigemessen wird.“ Die seit vielen Jahren gute und enge Zusammenarbeit zwischen der Stadthalle GmbH Limburg als Veranstalter der Gesundheitstage sowie der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH erfahre durch den ersten Limburger Diabetestag eine zusätzliche und Erfolg versprechende Perspektive, konstatierte Lindeken. Zusätzlich zu den Ausstellern der Saalebene (siehe auch Bericht „Am Puls des Lebens – Anästhesie und Frauenklinik auf den Limburger Gesundheitstagen“) wurde die Ausstellungsfläche für den Diabetestag um eine zusätzliche Etage erweitert. Das regional angelegte Messekonzept der Limburger Gesundheitstage ist für viele Menschen im Limburger Einzugsgebiet zu einem festen Termin im Jahreskalender geworden. Jedes Jahr nutzen rund 10.000 Menschen bei freiem Eintritt das umfangreiche Informationsangebot rund um die Gesundheit! Neben den Vortragsreihen am Samstag zum Themenschwerpunkt Diabetes bietet der Sonntag Fachvorträge zu den verschiedensten medizinischen Themenschwerpunkten dar (siehe Programm).

 

Hintergrundinformationen zur Volkskrankheit Diabetes

Viele extrem beeinträchtigende oder sogar tödliche Komplikationen korrelieren eng mit dem Typ 2 Diabetes. Im Durchschnitt leidet jeder zweite Typ 2 Diabetiker bereits an Folgekomplikationen. So entwickelt jeder zweite Diabetiker eine Herzerkrankung bis zum Herzinfarkt. Über 20 Prozent der Diabetiker haben Durchblutungsstörungen und jeder zehnte Diabetiker entwickelt einen Schlaganfall. Das Risiko zu erblinden ist fünffach erhöht und von neuen Dialysepatienten sind 50 Prozent Diabetiker. Doch nur 26 Prozent weisen eine gute Blutzuckereinstellung auf.

Die Gesamtkosten für Typ 2 Diabetes Patienten in Deutschland belaufen sich pro Jahr auf annähernd 16 Milliarden Euro. Bei den Kosten belegt das deutsche Gesundheitswesen weltweit einen Spitzenplatz, bei der Lebenserwartung dagegen rangiert Deutschland gar noch hinter Ländern, die weniger Geld pro Kopf für das Gesundheitswesen ausgeben.

Ursächlich für die hohen Kosten sind vor allem die Folgekomplikationen. Die Komplikationen des Diabetikers tragen zu einem 3-4fach höheren Anteil an den Gesundheitskosten bei und bedingen, dass etwa 20 bis 30 Prozent aller Krankenhauspatienten Diabetiker sind.

Disease Management Programme

Das Gesundheitsministerium hat die Behandlung chronisch kranker Menschen auf eine neue Grundlage gestellt. Sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) sollen dafür sorgen, dass Diabetiker, Asthmatiker, Brustkrebspatientinnen oder Herzkranke richtig - und vor allem besser als bisher - betreut und die hohen Therapie-Kosten zwischen den Krankenkassen gerecht aufgeteilt werden. Dies alles soll im Rahmen des sogenannten Risikostrukturausgleichs (RSA) stattfinden.

Was bedeutet das für den Patienten?

Mit Einführung der DMP bekommen Arzt und Patient konkrete Vorgaben für die Therapie. Auch die Struktur der Krankenhäuser wird sich zukünftig an fachspezifischen Leitlinien für das Komplikationsmanagement und der situationsgerechten Schulung von Diabetikern orientieren.

Die Verhinderung von diabetesbedingten Komplikationen durch eine rechtzeitige Aufdeckung von Diabetes und eine frühzeitige, konsequent zielorientierte Therapie bietet sich somit als sinnvolle Strategie zur langfristigen Verringerung von Medikationskosten an. Es müssen Fortschritte bei der Reduzierung von Komplikationen gemacht werden, um die Kosten für das Gesundheitssystem zu reduzieren und dieLebensqualität der Patienten zu verbessern.

Der Lösungsansatz ist der Übergang von der kurativen zur präventiven Medizin.