Myome - Aussicht auf Organerhalt ?
Neue Behandlung gutartiger Tumore der Gebärmutter: Embolisation lässt Myome schrumpfen
Gutartige Tumore der Gebärmutter, sogenannte Myome, sind ein verbreitetes Leiden, das in Europa etwa ein Drittel aller Frauen befällt. Je nach Größe und rufen sie u.U. starke Schmerzen hervor, üben Druck auf benachbarte Organe aus, lösen zum Teil sehr heftige Blutungen aus und können Ursache von Unfruchtbarkeit sein. Insbesondere für Frauen, die sich nicht operieren lassen wollen, kommt nun auch in Limburg ein neues Verfahren in Betracht, die sogenannte Embolisation. Um diese Behandlung auch am St. Vincenz-Krankenhaus anbieten zu können, hat Dr. Sebastian Eichinger, Oberarzt der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (Chefarzt Dr. Thomas Heß) an den Universitätskliniken Aachen und Bonn sowie an der Berliner Charité hospitiert, um Erfahrungen in dieser Technik zu sammeln und zu vertiefen.
Bisher bestand die Therapie des behandlungsbedürftigen Myoms bei abgeschlossener Familienplanung in der Regel in der Entfernung der Gebärmutter. Die sogenannte Myomembolisation – seit den 90er Jahren vorwiegend in den USA und Frankreich praktiziert - ist ein bereits seit einigen Jahren auch in Deutschland angewandtes Verfahren. Die Methode ist besonders geeignet bei Frauen, die keine Schwangerschaft mehr planen und eine Operation ablehnen.
Verlauf einer Myomembolisation: Darstellung des gefäßreichen Myomes über die linke Arterie des Uterus (erstes Bild) und angiographisches Bild nach linksseits erfolgter Embolisation (zweites Bild).
Behandelt wird nur die „symptomatische“ Patientin, bei der die anatomischen Gegebenheiten die Embolisation auch medizinisch sinnvoll und technisch möglich machen. Denn nicht in allen Fällen ist dies der Fall. Unter anderem sind dabei auch die Lage und Größe der Knoten von Bedeutung. Im Vorfeld muß deshalb neben der Untersuchung durch den Frauenarzt und einer eventuellen Ultraschalluntersuchung eine Kernspintomographie durchgeführt werden, um die genaue Lage und Struktur der Myome darzustellen. Anhand dieser kernspintomographischen Untersuchung wird mit der Patientin besprochen, ob die Embolisation der Myomknoten überhaupt medizinisch sinnvoll und technisch möglich sein wird.
Sammelte bei Hospitationen an der Berliner Charité sowie den Universitätskliniken Aachen und Bonn Erfahrungen in der Technik der Myomembolisation: Oberarzt Dr. Sebastian Eichinger.
Die Myomembolisation wird als sogenannte minimal-invasive Methode durch den interventionell erfahrenen Radiologen durchgeführt. Vereinfacht dargestellt wird dabei - wie bei einer üblichen angiographischen Gefäßdarstellung - in örtlicher Betäubung ein Mikro-/Katheter in die Leistenarterie eingeführt. Über diesen werden die Partikel zur Embolisation gezielt in die betreffenden Gefäße eingebracht. Hierbei werden die an sich stark durchbluteten Myomknoten durch die künstlich herbeigeführte „Verstopfung“ der ernährenden Gefäße quasi „ausgehungert“. Dr. Eichinger schildert als Vorteile dieser minimal-invasiven Technik neben dem Organerhalt die nur kurze stationäre Verweildauer und die rasche Rückkehr in den privaten und beruflichen Alltag. Die Patientin wird zur Myomembolisation z.B. nur für ca. fünf Tage stationär aufgenommen.
In einem Fachvortrag hatte Dr. Eichinger die am St.Vincenz-Krankenhaus neu zu etablierende Technik bereits Anfang Dezember niedergelassenen Gynäkologinnen/Gynäkologen ausführlich vorgestellt.
Nähere Informationen unter: 06431 / 292 – 4551 oder s.eichinger@st-vincenz.de



