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Zukunft der Hadamarer Klinik mit neuem medizinischen Versorgungskonzept gesichert

Zukunft für St. Anna: Ein neues Konzept sichert die Existenz

Partnerschaft konkret definiert: Die Arbeitsplätze bleiben erhalten / Fusion mit St. Vincenz im Kranken-hausrahmenplan des Landes Hessen aufgenommen

Eine zukunftsorientierte Neustrukturierung für die Kliniken der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH ist nun perfekt: Der Feststellungsbescheid des Hessischen Sozialministeriums wird voraussichtlich in der kommenden Woche am Sitz der Gesellschaft auf dem Limburger Schafsberg eintreffen. Er bestätigt eine von Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt und dem Verwaltungsrat entwickelte neue Konzeption innerhalb des Hessischen Krankenhausrahmenplans für 2006. Die Krankenhausgesellschaft soll künftig als ein Krankenhaus mit zwei Betriebsstätten geführt werden. Damit verbunden ist u. a. die Einrichtung einer internistischen Pneumologie und einer Palliativabteilung im St. Anna-Krankenhaus Hadamar. Für das St. Anna-Haus bedeutet dies de facto die Absicherung seiner Existenz und nicht zuletzt  die Sicherung von rund 100 Arbeitsplätzen. Der Hadamarer  Bevölkerung beschert die engere Verzahnung mit dem Limburger St. Vincenz-Krankenhaus ein regional abgestimmtes Konzept zur Sicherung hochwertiger medizinischer Versorgung. Die bisherigen Versorgungsstrukturen konnten aufgrund der aktuellen Gesetzgebung nicht mehr aufrechterhalten werden. Der § 14 des Hessischen Krankenhausgesetzes (HKHG) Landesrecht Hessen schreibt vor, dass mehrere bislang selbstständige Krankenhäuser nur dann eine Fusionierung betreiben dürfen, wenn sie zu einer fachlichen medizinischen Einheit zusammengeführt werden. Dies bedeutet konkret, dass es keine doppelt vorgehaltenen Fachabteilungen geben darf. Folglich mussten für St. Anna im Gesamtkontext zum St. Vincenz eigene, medizinisch sinnvolle Schwerpunkte gefunden werden. Die medizinisch strukturellen Veränderungen werden in den nächsten Jahren in enger Abstimmung mit den im St. Anna Krankenhaus tätigen Ärzten Zug um Zug umgesetzt werden. Bis auf das Zusatzangebot der Palliativmedizin voraussichtlich ab 1. April 2006 wird sich am Angebot für die Patienten zunächst nichts ändern. Dies bedeutet, dass die bekannten Belegärzte ihre Arbeit am St. Anna-Krankenhaus auch weiterhin fortführen werden.

Erhalt von Arbeitsplätzen, Erhalt beider Standorte und wissenschaftlich medizinische Schwerpunktbildung

Konkret sieht die neue Konzeption vor: Primäre stationäre Versorgung wird es in Hadamar in den Schwerpunkten der Inneren Medizin  Pneumologie (Lungenheilkunde), Schmerztherapie, Palliativmedizin sowie Kurzzeitchirurgie und HNO geben. Darüber hinaus soll das Haus auch künftig seine Aufgabe als medizinischer Anlaufpunkt für die Bevölkerung der Region wahrnehmen. Dies bedeutet: In Verbindung mit einem Ausbau der technischen Möglichkeiten wird in Hadamar auch zukünftig diagnostische Abklärung und ambulante, tagesklinische Versorgung angeboten. Die stationäre therapeutische Patientenversorgung wird in enger Kooperation mit dem St. Vincenz-Krankenhaus betrieben werden, wo die differenziertere Medizintechnik vorgehalten wird. Mit den Vertretern der in Hadamar traditionell starken Geburtshilflichen Abteilung soll im Rahmen einer Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Beleghebammen und den Vertretern der Arztpraxen die Einrichtung eines Geburtshauses diskutiert werden. Durch die Verlegung kurzzeitchirurgischer und ambulanter Fälle aus Limburg wird St. Anna direkte Unterstützung zur wirtschaftlichen Auslastung der vorhandenen Infrastruktur erfahren. Mediziner aus Limburg werden künftig auch in Hadamar tätig sein, ein medizinisches Versorgungszentrum befindet sich in der Planung. Verschiedene Dienstleistungen wie beispielsweise die Verwaltung, die Technik, das Labor und die Speisenversorgung werden künftig für beide Betriebsstätten am Limburger Standort betrieben.

Vertrauensbildende Maßnahme nach innen und außen: „Wir haben Wort gehalten“

Alles in allem ein stabiles Bündnis für die Gesundheitsversorgung der Region und Netzwerk-Ökonomie im besten Sinne des Wortes, so das Resümée der Krankenhausleitung. Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt: „Die allgemeine Schlechtwetterlage, die andernorts kleine Häuser in die Knie zwingt, haben wir als Chance genutzt. Die gesetzlichen Rahmenbedindungen sind nun einmal Fact – dennoch haben wir uns in den Verhandlungen nicht mit einem bloßen Kompromiß zufrieden gegeben, sondern für St. Anna ein zukunftsfähiges Konzept erzielt.“ Betriebsgröße allein sei eben nicht erfolgsentscheidend. Vielmehr sei es darum gegangen, innovative Ressourcen zu kombinieren, vorhandene Kompetenz sinnvoll zu ergänzen: „Es ging bei dem neuen Konzept nicht darum, dass sich David gegen Goliath durchsetzt. Es ging und geht um eine konkrete Definition von Partnerschaft. Darum, dass Menschen mit Phantasie und Energie ihre Kräfte bündeln“, resümiert Ehrhardt, der die Krankenhausgesellschaft seit Juli diesen Jahres in alleiniger Verantwortung führt. „Kein Krankenhaus kann alles machen. Jedoch muß die Art der Spezialisierung genau analysiert und das medizinische Konzept die lokalen Bedürfnisse reflektieren.“  Eine genaue Analyse des Einzugsgebiets habe gezeigt, dass eine Differenzierung der zu versorgenden Patienten das vorhandene Konzept bestätige.

Auch Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl zeigte sich zufrieden darüber, dass im St. Anna Krankenhaus in Hadamar auch zukünftig und dauerhaft stationäre Krankenhausbehandlung stattfinden kann trotz der schwierigen Bedingungen. Bestandteil der Verabredung mit dem Ministerium sei es auch, dass zunächst die Gynäkologie und Geburtshilfe in bisheriger Form weiterbesteht. Die Änderungen würden nicht als Sparpaket, sondern als eine bewusste und zukunftsorientierte Entscheidung zur Sicherung und Stabilisierung des medizinischen Versorgungskonzeptes der Region gesehen.  Gleichzeitig stelle die Konzeption eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive für die Kliniken der Krankenhausgesellschaft dar.

Erleichterung über die neue Positionierung signalisierten auch zahlreiche weitere Mitglieder des Verwaltungsrates unter Vorsitz von Erwin Reuhl; ebenfalls erleichtert über die Zukunftssicherung von St. Anna zeigte sich dessen Stellvertreter Hans Beresko, der auch Bürgermeister der Stadt Hadamar ist. Beresko: „Dies ist der Grundpfeiler vertrauensbildender Maßnahmen sowohl nach innen, als auch nach außen! Leider ist es nicht möglich die vorhandene Versorgungsstruktur langfristig weiterzuführen. Politische und wirtschaftliche Zwänge liessen ein Aufrechterhalten des Gewohnten nicht zu. Im Ergebnis erhalten wir das Krankenhaus mit einer zukunftsträchtigen Struktur und damit auch die Arbeitsplätze. Dies war auch schon das Anliegen meines Vorgängers Herrn Bellinger.“  Zum einen sei die  wohnortnahe Versorgung der Menschen der Region gesichert, den Bürgern würden weite Wege zu den medizinischen Zentren Frankfurt, Wiesbaden, Koblenz oder Gießen erspart. Zum Anderen müssten die Mitarbeiter von St. Anna nicht mehr um ihren Arbeitsplatz fürchten – ein optimistisches Signal gegen die allen Prognosen zum Trotz latent vorhandene Verunsicherung der Mitarbeiter in Hadamar.

Ein im Jahr 2001 formuliertes Versprechen kann eingelöst werden, den Hadamarer Krankenhausbetrieb zu erhalten.  „Wir haben Wort gehalten“, kommentiert Erwin Reuhl abschließend. „Die Würfel sind nun endlich gefallen, langjährige Anstrengungen haben sich gelohnt.“ Man habe zwei völlig unterschiedliche, aber in ihrer Prägung anerkannte und qualitativ angesehene medizinische Einrichtungen mit menschlichem Gesicht und christlichem Geist langfristig konsolidieren können. Die Slogans, welche sich die Krankenhausgesellschaft im Jahr ihrer Gründung ganz plakativ auf die Fahnen geschrieben habe, könne man, heute fünf Jahre danach, mehr als bekräftigen: „Mit Herz und Technik für die Patienten“, aber auch „Für mehr Menschlichkeit und Nähe in der Medizin: eine Klinik mit zwei Standorten in der Region“ – diese Grundsätze  würden die Gesellschaft nun definitiv langfristig begleiten“!