Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde
Beuys-Schülerin präsentiert ihre Werke im St. Vincenz
Irdische und kosmische Landschaften sind das Leitmotiv einer Ausstellung, die derzeit im Foyer des Limburger St. Vincenz-Krankenhauses zu sehen ist. Die Diezer Künstlerin Christine Gieselher-Drews zeigt bis auf zwei Werke in Mischtechnik in der Hauptsache Aquarelle – zarte Gebilde, sinnliche Wahrnehmungen von Wanderungen und Reisen, ganz aus der Farbe heraus gestaltet. Einige der Arbeiten der Meisterschülerin der Kunstakademie Düsseldorf sind unmittelbar nach der Wahrnehmung der Eindrücke entstanden, in einem spontanen Akt des Malens, aus stiller Konzentration heraus, direkt vor Ort. Ebenso feingesponnen wie fragil besticht die intuitive Präsentation durch warme, zarte Farbgebung. Empfindsame Kompositionen, deren Ausstrahlung durch die Wahl der Technik, eben das Aquarell, noch verstärkt werden.
Beuys-Schülerin und Meisterschülerin der Düsseldorfer Kunstakademie: die Diezerin Christine Gieselher-Drews.
Wichtig ist der Beuys-Schülerin vor allem auch der philosophische Ansatz ihrer Aquarell-Malerei: „Eine meditative Verbindung mit dem Vorgang des Malens, mit der Verwandlung von Farbe und Form im Mikrokosmos der Bildfläche.“ Das physikalische Verhalten der Farbe im Medium Wasser, die Entstehung von Übergängen, Verbindungen und Kontrasten fasziniert Christine Gieselher-Drews. Für sie symbolisiert diese Art zu malen auch die eigene Loslösung von leblosen Regeln und verzichtbaren Vorgaben und Auflagen: „Die kosmischen Bezüge sind die Urformen des Lebendigen“, meint die Künstlerin. Davon zeugen auch die Namen der Werke: Taghimmel und Ozean, Blauer Planet und Weißer Zwerg, Feuerberge mit Lavafeld, Seestück mit Vögeln oder Unterwegs Nord-West-Indien Himalaya.
Die Arbeiten „Erdsegment I“ und Erdsegment II sind Eindrücke, welche Drews aus der Vogelperspektive aufnahm: Auf einem Flug über der aus „Feuer und Eis“ bestehenden Insel Island. Sie sind in einer Mischtechnik mit Ölfarben und Sand gearbeitet. Ein Gleichgewicht zwischen Himmel und Herde sollten ihre Werke bilden, sagt Christine Gieselher-Drews, ein Pendeln zwischen dem physischen und geistigen Aspekt der Realität: „Im Moment der Gestaltung war ich nicht mehr Betrachter meiner Bilder, sondern wurde als Mensch selbst zum Punkt des Gleichgewichts zwischen Himmel und Erde.“ Werke also, die Bewusstsein gestalten –künstlerischer Fingerabdrücke hochsensibler, sinnlicher Wahrnehmung.
Die Ausstellung von Christine Gieselher-Drews ist noch bis zum 17. Januar 2006 im Foyer des St. Vincenz zu besichtigen.



