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Hilfe durch`s Schlüsselloch: Hochmoderne Chirurgie der Kleinen Schnitte

Minimalinvasive Kniegelenksendoprothetik am St. Vincenz-Krankenhaus etabliert - Unfallchirurgie erfüllt Mindestmengenforderung

Als eine der ersten Kliniken in Deutschland setzt die Abteilung für Unfall- und Orthopädische Chirurgie am Limburger St. Vincenz - Krankenhaus ein hochmodernes, in den Vereinigten Staaten entwickeltes minimalinvasives Verfahren bei der Versorgung von Patienten mit Kniegelenksprothesen ein. Chefarzt Dr. Joachim Hillmeier erlernte das Verfahren bei Hospitationen in den USA. Die Vorteile der neuen Methode liegen in einer deutlich früheren Mobilisation und geringeren postoperativen Schmerzen.

Für den Operateur ist das Verfahren technisch aufwendiger als bisher. Für den Patienten überwiegen jedoch wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge die Vorteile beim Einsatz der modernen Technik enorm. Denn gerade in der Frühphase sorgt die neue Spezialdisziplin im Blick auf die Lebensqualität des Patienten für einen deutlichen Vorsprung gegenüber den konventionellen Operationsverfahren.

Ohnehin ist die Versorgung mit Kniegelenksprothesen bei Verschleißerkrankungen (Arthrose) des Kniegelenkes eine der erfolgreichsten Operationen der orthopädischen Chirurgie. Nun offeriert das neue Verfahren den Betroffenen noch mehr Erleichterung. Denn die seit etwa zwei Jahren angewandten minimalinvasiven Operationstechniken haben gleich mehrere Vorteile für den Patienten: Bereits am ersten Tag nach der OP dürfen die Patienten auf der Station ihre ersten Schritte wagen. Nach etwa fünf Tagen ist eine Beugefähigkeit im operierten Kniegelenk von 90 bis 100 Grad erreicht. Oft kann schon ab dem siebten Tag eine Entlassung aus der stationären Behandlung ermöglicht werden – wesentlich früher also als bei den bisherigen Knieoperationen.

Gegenüber den konventionellen Verfahren mit einer Schnittlänge von 18 bis über 24 Centimetern beträgt der Hautschnitt lediglich acht bis zehn Centimeter. Über diesen minimalen Zugang können nun unter Verwendung von Spezialinstrumenten die gewohnten und bewährten Oberflächenprothesen sicher implantiert werden. Auf diese Weise werden die Weichteile und der Streckapparat des Kniegelenkes sehr viel besser geschont. In Limburg wird das neue Verfahren seit einem halben Jahr angewandt, bislang wurden 20 Patienten mit dieser Methode operiert. Da es bisher nur in wenigen Zentren in Deutschland durchgeführt wird, hospitieren Ärzte anderer Krankenhäuser im Limburger St. Vincenz – Krankenhaus und erlernen hier die neue Technik.

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Dr. Joachim Hillmeier erlernte das minimalinvasive Operationsverfahren zur Versorgung von Patienten mit Kniegelenksprothesen bei Hospitationen in den USA. Unsere Fotos zeigen ihn während einer solchen Operation, die für die Patienten deutlich frühere Mobilisation und geringer postoperative Schmerzen bedeuten.

Etwa zehn bis 14 Prozent aller Menschen über 60 Jahren leiden an einer Arthrose der Kniegelenke mit daraus resultierenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. In Deutschland werden mittlerweile rund 100.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Heutzutage wird vorwiegend der sogenannte Oberflächenersatz  verwendet, wobei die Bandstrukturen erhalten werden können und nur die zerstörten Gelenkoberflächen mit der Prothese ersetzt werden. Die Haltbarkeit dieser Implantate beträgt bei 90 Prozent der Patienten 15 Jahre und länger, dies haben Langzeituntersuchungen ergeben.

Die minimalinvasive „Knie-TEP“, wie die Methode in der chirurgischen Umgangssprache genannt wird, ist nach der sog. „Kyhpoplastie“ (einem Verfahren zur Aufrichtung gebrochener Wirbelkörper) ein zweites  innovatives minimalinvasives Verfahren, welches von Chefarzt Dr. Joachim Hillmeier an der Limburger Klinik etabliert wurde. Anstrengungen und Engagement, welche neben den Erfolgen in der klinischen Praxis auch extern Bestätigung finden. So erfüllt die Abteilung bei weitem die gesetzlich geforderten Mindestmengen für Kniegelenksendoprothesen. Dies ist durchaus als unabhängiges Qualitätsmerkmal zu werten. Denn die Erfüllung dieser Anforderung gilt als einer der Indikatoren dafür, ob eine Klinik Eingriffe mit hoher Qualität anbietet. Wird im laufenden Jahr die Mindestmenge von 50 Knieprothesen  unterschritten, dürfen diese Krankenhäuser zukünftig keine künstlichen Kniegelenke implantieren. In Hessen, so vermuten Insider, wird  hiervon jedes zweite Krankenhaus betroffen sein.