Damit mit einem Schlag nicht alles anders ist.
Aufklärung und individuelle Beratung bei den Limburger Gesundheitstagen
Ein Schlaganfall kostet oft das Leben, ein Risiko-Test nur wenige Minuten. Grund genug für die Abteilung für Neurologie des St. Vincenz-Krankenhauses, im Rahmen der 16. Limburger Gesundheitstage alle Kräfte zur Information über Prävention und Behandlung des Schlaganfalls zu mobilisieren.
Individuelle Beratung wurde großgeschrieben: Zahlreiche Besucher nutzen das Angebot der Vincenz-Neurologie, sich rund um den Schlaganfall zu informieren und gleichzeitig den Blutdruck messen zu lassen.
Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, jedes Jahr erkranken etwa 200.000 Menschen neu. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind nicht nur ältere Menschen betroffen, sondern auch sehr viele im erwerbsfähigen Alter, auch unter 40 Jahren! Mehr als 50 Prozent der betroffenen behalten Folgeschäden. So war es dem Team unter Chefarzt Dr. Christoph Oberwittler besonders wichtig, über frühe Warnsignale zu informieren, die einen Schlaganfall oftmals ankündigen, aber vielfach nicht beachtet oder schnell wieder vergessen werden (TIA, der „kleine“ Schlaganfall):
- Halbseitige Lähmungserscheinungen und/oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite (ganz oder teilweise)
- Herabhängender Mundwinkel
- Sprach- und Sprechstörungen
- Sehstörungen (Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder)
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen.
Diese Symptome sind diesselben wie die Anzeigen eines „richtigen“ Schlaganfalls. Sie verschwinden allerdings wieder vollständig, häufig sogar nach wenigen Minuten. Trotzdem lautete der Appell des Neurologie-Teams: „Notruf 112! Schnell in eine spezialisierte Klinik, damit der große Schlaganfall verhindert werden kann!“
Prävention ist alles: An den Limburger Gesundheitstagen standen die Besucher Schlange, um sich am Vincenz-Stand die Halsarterien im Blick auf ihr Schlaganfallrisiko untersuchen zu lassen.
In zahlreichen Gesprächen mit interessierten Besuchern wiesen die Mediziner immer wieder darauf hin, dass gerade bei einem Schlaganfall Eile von entscheidender Bedeutung ist: Schnelle medizinische Versorgung und Überwachung sind das Gebot der Stunde. Denn durch gezielte Medikamente kann der Blutpropf, der den Hirninfarkt verursache hat, aufgelöst werden. Andere Medikamente können die Durchblutung des Gehirns verbessern, wodurch sich bleibende Behinderungen vermeiden lassen oder seltener auftreten.
Der Schlaganfall ist also kein Schicksalsschlag, dem man hilflos aufgeliefert ist! Im Gegenteil: Durch Aufklärung und Vorbeugung könnten in Deutschland mehr als die Hälfte aller Schlaganfälle verhindert werden. Daher war den Neurologen des St. Vincenz-Krankenhauses auch die Aufklärung über die Risikofaktoren wichtig:
- Bluthochdruck
- Diabetes Mellitus
- Zigarettenrauchen
- Herzrhythmusstörungen (z.b. Vorhofflimmern)
- Übergewicht und Bewegungsmangel.
Auch die Politik interessierte sich für das Angebot am St. Vincenz-Stand: Chefarzt Dr. Christoph Oberwittler und Pflegedirektor Helmut Petri im Gespräch mit Limburgs Bürgermeister Martin Richard.
Mit Hilfe eines speziell entwickelten Computerprogramms konnten sich Interessierte innerhalb von 15 Minuten ein individuelles Risikoprofil in Sachen Schlaganfall erstellen lassen. Zahlreiche Informationsbroschüren sorgten für ausführliche Aufklärung, vor allem auch über geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung:
- Blutdruck regelmäßig messen lassen (denn Bluthochdruck erhöht die Gefahr für einen Schlaganfall auf das zwölffache!)
- Nicht rauchen
- Ausreichend bewegen
- Alkoholkonsum einschränken
- Verordnete Medikamente einnehmen
- Blutzuckerspiegel regelmäßig prüfen lassen
- Blutfette im Normalbereich halten.
Wie in jedem Tag ein Besuchermagnet und Höhepunkt der Limburger Gesundheitstage: die Vortragsreihe der Krankenhausgesellschaft, hier im Bild Dr. Christian Barnikel, Oberarzt der Abteilung für Unfall- und Orthopädische Chirurgie, der über die MRT-Diagnostik bei Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen referierte.
Außerordentlich gut besucht war auch die Vortragsreihe der Krankenhausgesellschaft, welche die Möglichkeiten und Grenzen in der Diagnostik per Kernspinresonanztomographie (MRT) zum Thema hatte. Chef- und Oberärzte des St. Vincenz-Krankenhauses beleuchteten Vor- und Nachteile der verschiedenen diagnostischen Möglichkeiten in Bezug auf die verschiedensten Krankheitsbilder (Herzerkrankungen, Schlaganfall sowie Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen), außerdem wurde über die Grundlagen der MRT-Diagnostik informiert.



