Hygiene-Management: Kampf gegen Komplikationen in der Therapie und multiresistente Mikroorganismen
Große Resonanz bei Fortbildungsveranstaltung des St. Vincenz zur MRSA-Problematik im Krankenhaus , im ambulanten Bereich und im Seniorenheim
3,5 Prozent aller Krankenhauspatienten sind von nosokomnialen, das heißt im Krankenhaus erworbenen Infektionen, betroffen. Dies sind hochgerechnet rund 525.000 Menschen pro Jahr und bedeutet zusätzliche Kosten im Gesundheits-wesen in Höhe von rund drei Milliarden Mark - vom Schmerz der Patienten und dem Imageverlust einer Klinik einmal ganz abgesehen. Der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) ist einer der bekanntesten Vertreter dieser Gattung und zählt mit erschre-ckenden Wachstumsraten in den letzten zehn Jahren weltweit zu den bedeutendsten nosokomialen Krankheitserregern. Hintergrund sind eine oftmals unkritische Antibiotika- Verordnung sowie veraltete Hygiene-Standarts. Grund genug für den Hygienebeauftragten der Krankenhaus-gesellschaft St. Vincenz mbH, Joachim Becker, in Zusammenarbeit mit Dr. Hedtke vom Kreis-gesundheitsamt und Dr. Christian Zinn vom Beratungszentrum für Hygiene (BZH) am Universitäts-klinikum Freiburg eine Fortbildung zur aktuellen Problematik anzubieten – eine Veranstaltung, die großen Informationsbedarf offenbarte. Denn mit über 150 Teilnehmern waren die Seminarräume des St. Vincenz-Krankenhauses bis auf den letzten Platz besetzt. Trotz einer Vielzahl von Veröffentlichungen und Expertenempfehlungen zum Thema gibt es nach wie vor abweichende Auffassungen darüber, welche Maßnahmen zur Kontrolle und Ein-dämmung der Ausbreitung von MRSA erforderlich bzw. sinnvoll sind.
Währenddessen breiten sich die multiresistenten Mikroorganismen immer mehr aus. Im St. Vincenz wurden daher die neuesten wissenschaftliche Erkenntnisse in Prävention und Therapie der MRSA vorgestellt und diskutiert. Alle Referenten unterstrichen die Notwendigkeit eines konsequenten Hygiene-Managements: strikte Weisungen und Richtlinien seien nicht nur greifbares Instrument der Qualitätssicherung einer Einrichtung, sondern absolut unabdingbar für deren zu-kunftsweisende Positionierung. Die geringen Prozentzahlen der von MRSA betroffenen Patienten in skandinavischen Ländern bewiesen zur Genüge, daß allein konsequente Maßnahmen zu Erfolgen führten. Zudem habe das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) als Gesundheitsbehörde des Bundes dieser erschrecken den Entwicklung durch die neue gesetzliche Forderung nach Infektionserfassung, Auswertung und den daraus resultierenden Maßnahmen entgegengewirkt (Infektionsschutzgesetz). Das St. Vincenz Krankenhaus Limburg, beteiligt sich seit Jahren an einer entsprechenden Studie des Instituts.Nachdrücklich verwiesen die Referenten zudem auf die Zunahme der Antibiotikaresistenzen, welche einen massiven Kostenanstieg im Gesundheitswesen nach sich ziehe. Dr. Christian Zinn: „Infektions- und therapiebedingte Komplikationen nehmen immer mehr zu, verlängern die Krankenhausverweildauer und verlängern deutlich die Genesungszeit.
Konsequente Prävention ist daher das erste Mittel der Wahl.“ Die Situation im ambulanten Pflegebereich sowie in Senioren- bzw. Pflegeheimen sei nicht vergleichbar mit der Problematik der Kliniken. Daher seien hier andere Maßstäbe anzusetzen. Dennoch sei auch hier die Einhaltung der Händehygiene eine der wichtigsten Massnahmen. In Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt Limburg – Weilburg hat der Hygienebeauftragte des Hauses Leitlinien für die einzelnen Interessengruppen erarbeitet, die als Empfehlung im Umgang mit MRSA kolonisierten und infizierten Patienten gelten. Diese sind im Internet unter der Adresse : www.st-vincenz.de unter dem Link Einrichtung, Hygiene abrufbar. Aufgrund der großen Resonanz zum Thema Hygienemaßnahmen planen Krankenhausgesellschaft und Kreisgesundheitsamt auch für das nächste Jahr eine Informationsveranstaltung zum Thema.



