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Warum ein Erster Lebertag in Limburg?

Sensibilisierung und Aufklärung: Unwissenheit kann tödliche Folgen haben.

Trotz der inzwischen sehr guten Heilungschancen bleiben Lebererkrankungen, wie z.B. die Hepatitis C oder andere Autoimmunerkrankungen häufig unerkannt. Nur jede fünfte Lebererkrankung wird rechtzeitig entdeckt. Führende Wissenschaftler und Vertreter der Dt. Leberhilfe e.V. werden im Rahmen einer bundesweit konzertierten Aktion diese Problematik aufgreifen und aktuelle Behandlungsop-tionen darstellen.

Ergänzend sollen aber auch die Möglichkeiten der Vorbeugung von Lebererkrankungen informiert werden. Millionen von Bundesbürgern sind an der Leber erkrankt: laut WHO sind 3,5 Millionen Mitbürger betroffen. Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen gehen von einer weitaus höheren Anzahl aus. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und gehen nur in etwa der Hälfte der Fälle auf Alkohol zurück. Andere Ursachen sind chronische Virushepatitis B oder C, Übergewicht, Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen und toxische Krankheiten durch Medikamente und Umweltgifte. So viele Patienten es gibt, so wenig weiß die Allgemeinbevölkerung über Lebererkrankungen.

Viele Leberkranke werden ausgegrenzt und sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert: Entweder wird automatisch ein Alkohol- oder Drogenproblem unterstellt, oder die Erkrankung wird zur hochansteckenden, alles überrollenden Seuche hochstilisiert, die Betroffenen stigmatisiert.

Doch das Stigma der Lebererkrankungen ist nur ein Teilproblem: denn Unwissenheit kann auch tödliche Folgen haben.

So werden viele chronische Lebererkrankungen erst spät erkannt und können dann ernste Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs haben. Tückisch an vielen Lebererkrankungen ist, dass die Symptome eher unspezifisch sind und nicht eindeutig in Richtung Leber weisen: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Völlegefühl im Oberbauch und depressive Verstimmungen können auch auf andere Ursachen hinweisen.

Ein weiteres Problem ist die Impfmüdigkeit, die immer weiter um sich greift: Denn die Hepatitis B ließe sich in Deutschland ausrotten, wenn mehr Leute gegen diese Hepatitis-Form geimpft wären. Zwar wird eine akute Hepatitis B in den meisten Fällen vom Körper erfolgreich bekämpft; wenn sie aber länger als sechs Monate andauert, wird sie chronisch. Für etwa ein Drittel der chronischen Hepatitis-B-Träger drohen Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs.

Die ausbleibende Prävention, das Verschleppen von Diagnosen und geeigneten Therapien ist nicht nur eine menschliche Tragödie für die Betroffenen, sondern auch eine gewaltige Belastung für die Wirtschaft. In den nächsten 10-20 Jahren rechnet man mit einer Kostenexplosion im Gesundheitssystem, wenn Patienten mit Spätfolgen behandelt werden müssen. So übersteigen z.B. die Kosten einer Lebertransplantation die Kosten einer frühzeitigen Therapie mit Medikamenten um ein Vielfaches.

Gerade im Frühstadium sind viele Lebererkrankungen gut behandelbar. Fakt ist auch: Viele Hepatitis-Erkrankungen sind inzwischen heilbar oder zumindest kontrollierbar geworden. So kann eine chronische Hepatitis C inzwischen in etwa der Hälfte aller Fälle durch eine Therapie mit Peg-Interferon und Ribavirin eliminiert werden. Bei einer chronischen Hepatitis B stehen inzwischen drei verschiedene Therapien zur Verfügung, mit denen man die Erkrankung in Schach halten kann.

Auch gibt es inzwischen ein funktionierendes Netzwerk von Ärzten und Patientenorganisationen: So arbeitet das staatlich geförderte Kompetenznetz-Hepatitis Hand in Hand mit dem Verband BAG Leber e.V., in dem Patien-tenorganisationen und Selbsthilfegruppen vertreten sind.

Helfen Sie also mit, dass Lebererkrankungen zukünftig ohne Vorurteile und mit mehr Wissen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rücken!