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Bundesverdienstkreuz an Irmgard Busch "Ich glaube an die Mitmenschlichkeit"

Sie wurde als außergewöhnliche Frau gewürdigt, die seit Jahrzehnten in großartiger Weise Kirche und Gesellschaft diene: Irmgard Busch, die kürzlich ihren 70. Geburtstag feiern konnte, wurde vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im St.-Vincenz-Krankenhaus waren zahlreiche Gäste geladen, um bei der Würdigung ihrer Persönlichkeit und der Übergabe der hohen Ehrengabe durch den hessischen Staatsminister Karlheinz Weimar dabei zu sein und sich mit Glückwünschen anzuschließen.

Wurde mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet: Irmgard Busch

"Wir loben in Deutschland zu wenig, meckern aber gleich, wenn etwas nicht gelingt", stellte Weimar seiner Laudatio voran. Er würdigte Irmgard Busch als eine Frau, die nach dem Studium als Betriebswirtin und in ihrer Funktion als Mutter von vier Kindern schon sehr früh das Ehrenamt als lohnendes Einsatzfeld erkannt habe. Sie sei die erste Frau und die erste Vertreterin der evangelischen Kirche im Verwaltungsrat des St.- Vincenz-Krankenhauses und lange Zeit stellvertretende Vorsitzende gewesen. Über drei Jahrzehnte habe Irmgard Busch zum positiven Image des Hauses beigetragen, zum Beispiel aktiv an der Fusion mit dem St.-Anna-Krankenhaus Hadamar mitgewirkt.

Als Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen 1970 in Limburg, als dessen Vorsitzende sie zudem lange Jahre fungierte, habe Irmgard Busch auf der Grundlage ihrer ökumenischen Ehe mit Geduld, Beharrlichkeit und Überzeugungskraft versucht, das Trennende zu überwinden. Seit 1974 gehöre sie der Dekanatssynode Runkel an, seit sieben Jahre als Präses. "Ein ungewöhnliches Werk. Das gibt es nicht oft. Wann haben sie das alles gemacht?", fragte Weimar, der auch ihrem Ehemann Albrecht Busch dankte, der seine Frau habe arbeiten lassen und sie dabei unterstützt habe.

Dekan Manfred Pollex hatte die Auszeichnung für eine Frau beantragt, "zu deren Wesen eine ausgeprägte soziale Kompetenz und Verantwortung und ein großes Engagement für unsere Allgemeinheit gehört". Irmgard Busch habe einen großen Teil ihrer Lebenszeit und Arbeitskraft unter anderem ihrer Kirche und damit den Mitmenschen unserer Region aus ihrem christlichen Glauben und ihrer großen Nächstenliebe heraus zur Verfügung gestellt.

Busch trete für eine Kirche ein, die ihrem Auftrag gerecht werde, das Evangelium zeitgemäß zu verkünden und Nächstenliebe zu üben. Dabei sei die Ökumene für sie keine Privtangelegenheit geblieben. "Irmgard Busch gehört zu den Leuchttürmen in einer dunklen und kompliziert gewordenen Welt. Sie wollen sich nicht bedienen lassen, sondern sehen im Dienen einen Lebenssinn", würdigte Pollex das Engagement der gebürtigen Schwäbin.

Irmgard Busch ist nun Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande, das ihr Staatsminister Karlheinz Weimar ansteckte. Über die Auszeichnung freuen sich auch ihr Ehemann Albrecht Busch (rechts) und Erwin Reuhl (links), Vorsitzender des St.-Vincenz-Verwaltungsrates.

Glückwünsche überbrachte auch Landrat Dr. Manfred Fluck: „Eine hohe Auszeichnung hat die richtige Adresse hier in Limburg gefunden!“ Irmgard Busch habe das Ehrenamt zu ihrer Lebensmaxime erhoben. Der Vorsitzende des St.- Vincenz-Verwaltungsrates, Erwin Reuhl, ergänzte: "Mit dieser Ehrung schließt sich ein Kreis, wird auch ein Lebensweg abgerundet.“ Denn Irmgard Buschs Engagement sei nicht das Produkt ideologischer Verbissenheit, sondern vor allem das Ergebnis eines natürlichen, unverkrampften Umgangs mit dem Begriff Gleichberechtigung: „Es ist Zeugnis eines schon früh entwickelten, tief greifenden Verständnisses von der Situation des Menschen und seiner Verantwortung in der Welt.“ Ein Lebensweg, der zudem Dokument einer Überzeugung sei: „Wir alle sind voneinander abhängig, miteinander vernetzt, wir existieren nur in Gegenseitigkeit.“ Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz habe sie dabei als authentische Persönlichkeit erlebt: „Wir verdanken ihr wichtige, unverzichtbare Impulse."

Irmgard Busch dankte in ihrem Schlußwort für die große Ehre. "Für mich ist das Ehrenamt Möglichkeit und Verpflichtung, für Überzeugungen einzustehen." Eine Einstellung, die sie in ihrem Elternhaus mitbekommen habe. Sie zwinge zum Hinterfragen, Denken, Wachbleiben. Viele andere sähen dies in vielen anderen ehrenamtlichen Diensten ebenso. Deshalb konstatierte sie abschließend: „Ich glaube an die Mitmenschlichkeit!“