Willkommen beim St. Vincenz Krankenhaus in Limburg

Zum Seiteninhalt
Alternative Navigation (mit Tabulator und oder Zugriffstasten)

Die Seitennavigation:

 

Zuerst den Menschen im Blick

Irmgard Busch ist 30 Jahre Mitglied des Verwaltungsrates des St. Vincenz-Krankenhauses

Limburg. Sie hat Emanzipation gelebt, als diese noch in den Kinderschuhen steckte – nicht ideologisch, sondern aus natürlichem Selbstverständnis heraus. Und dass die Küche ihr „Arbeitszimmer“ sei, wie sie bei einem Rundgang durch die altehrwürdigen Räume ihrer Familie im Vorbeigehen bemerkt, das mag ihr so recht keiner abnehmen: Irmgard Busch gehört seit nunmehr 30 Jahren dem Verwaltungsrat des St. Vincenz-Krankenhauses an - eben jenem Gremium, das die medizinische und weltanschauliche Ausrichtung des Schwerpunktkrankenhauses der Region vorgibt und die entscheidenden Weichenstellungen für die Entwicklung des Hauses bestimmt. Immer noch ist es ungewöhnlich, dass eine Frau einem solch wichtigen Entscheidungsträger angehört, derzeit gar als stellvertretende Vorsitzende. Etwaige Gedankenspiele, dies sei bei der 68jährigen gebürtigen Schwäbin nur aus Familientradition der Fall – immerhin zählt der Vorfahre ihres Mannes, Dr. Anton Busch, zu den Gründern des St. Vincenz-Krankenhauses -, erübrigen sich bei näheren Recherchen schnell. Denn wer sie kennt, bescheinigt Irmgard Busch eine Persönlichkeit, an der man so schnell nicht vorbei kann. Mit zwar charmanter, aber hartnäckiger Beharrlichkeit verfolgt sie unbeirrbar das, was sie auch aus christlicher Tradition heraus für unverzichtbar hält: Respekt vor dem Menschen. Dabei ist ihr allerdings die historische Verbindung ihrer Familie mit dem St. Vincenz eine besondere Verpflichtung. Was die Zusammenarbeit mit ihr besonders prägt? Ernst, exakt und kritisch habe sie mitgedacht, meint der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Rechtsanwalt Erwin Reuhl. Entscheidende Impulse für die Arbeit des Gremiums seien Irmgard Busch zu verdanken.

Als die Mutter von vier Kindern 1973 als erste Frau die Reihen der Männer im Verwaltungsrat der Stiftung St. Vincenz durchbrach, war sie auch die erste evangelische Vertreterin. Erst in einer später modifizierten Satzung wurde die Berufung eines evangelischen Pfarrers kraft Amtes verpflichtend. Doch der damalige Landrat Wolf, auf dessen Anregung Irmgard Busch in das Gremium berufen wurde, hatte sicher weniger die Konfession, als eine natürliche Eigenschaft der Betriebswirtin im Blick: ein intuitives Bewusstsein dafür, daß die Bereitschaft, sich zu engagieren und für das Gemeinwohl einzusetzen, tragendes Strukturprinzip einer Gesellschaft ist. Eine Überzeugung, die Irmgard Busch ohne viel Aufhebens praktisch lebt - auch in ihrem langjährigen Engagement für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Limburg und das evangelische Dekanat Runkel, dem sie ebenfalls seit 30 Jahren im Vorstand der Dekanatssynode angehört, seit sechs Jahren gar als Präses. An ihrer Tätigkeit für die Limburger Klinik fasziniert sie vor allem das Spannungsfeld zwischen der Technik und dem menschlichen Element. „Schon bei meinem Eintritt in denVerwaltungsrat war das Vincenz ein modernes Haus“, erinnert sich Irmgard Busch. Seither hat sie eine rasante Entwicklung im medizinischen Bereich begleitet: „Früher hat ein Röntgenarzt gereicht, heute braucht man eine ganze Abteilung mit Ärzten und medizinisch technischen Assistenten.“ Heutzutage gelte mehr denn je: „Man muß einfach am Ball bleiben im Krankenhauswesen – sich nicht allein politisch vorgegebenen Bedingungen anpassen, sondern vorrausschauend planen.“Doch auch wenn ihre Profession betriebswirtschaftlicher Natur ist: Wichtig sind für Irmgard Busch die Menschen, die hinter dem Zahlenwerk stehen – Patienten wie Mitarbeiter gleichermaßen. Wenn die langjährige stellvertretende Vorsitzende des Personalausschusses bei Stellenbesetzungen Entscheidungen zu treffen hat, dann zählen für sie neben fachlicher Kompetenz vor allem auch Empathie und menschliche Ausstrahlung. Bei solchen Beschlüssen sei ihr immer bewusst gewesen, mit ihrem Votum auch Weichen für Menschenleben zu stellen: „Ein Lebensweg wird hier durch mich mit beeinflusst – dies nehme ich sehr ernst.“

Für die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter hat Irmgard Busch immer ein offenes Ohr – dies kam vor allem in der Zeit vor der Fusion mit dem Nachbarkrankenhaus St. Anna in Hadamar zum Tragen, als viele Mitarbeiter der neuen Entwicklung zunächst verunsichert und skeptisch gegenüberstanden. Die Fusion zur Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH trug sie damals ausdrücklich mit und wertet sie heute als wichtige Weichenstellung für die Zukunft des Hauses.Für Irmgard Busch sind gut geschulte, vor allem aber auch motivierte und einsatzfreudige Mitarbeiter zumindest ebenso wichtig wie der neueste Stand der Technik. Die Arbeit in der Pflege sieht Irmgard Busch als eine der wichtigsten Säulen im Krankenhausbetrieb. So war es nur folgerichtig, daß sie sich stark für den Umzug der Krankenpflegeschule in großzügigere Räumlichkeiten engagiert hat. Und es freut sie besonders, daß sie während ihrer langen Tätigkeit für die Klinik die Emanzipation dieses Berufsstandes hin zu einem differenzierten Selbstbewusstsein erleben konnte.Nichtsdestotrotz verweist sie dann und wann bei Ansprachen für die Mitarbeiter der Klinik darauf, wie wichtig es sei, Patienten nicht als Galle, Knöchelfraktur oder gar als „Krankengut“ zu betrachten. Und wenn sie als Vertreterin des wichtigsten Gremiums im Hause für lange Betriebszugehörigkeiten dankt, dann vor allem dafür, daß Mitarbeiter den Patienten als Menschen sehen. Und manchmal empfiehlt sie dann ein Rezept, das auch sie selb