Tribut an eine leise Revolution: 50 Jahre Kinderfachabteilung am St. Vincenz-Krankenhaus
Sie ist das Vorzeigeobjekt des Hauses, mit ihrer Lage im siebten Stock sozusagen das Tüpfelchen auf dem I des St. Vincenz und nach mittlerweile 50 Jahren eine gestandene Dame innerhalb der Fachabteilungen der Limburger Klinik: Die Kinderfachabteilung (KIFA), deren 50jähriges Jubiläum jetzt gefeiert werden konnte.
Eine kleine Revolution hatte sie vor 50 Jahren möglich gemacht: Limburger Mütter hatten sich dagegen gewehrt, mit ihren Kindern in gesundheitlichen Krisensituationen damals noch beschwerliche Reisen in benachbarte Kinderkliniken machen zu müssen.
Sie wollten ihre Kinder von einem Internisten im Krankenhaus vor Ort behandelt wissen und forderten in diversen Petitionen eine Kinderabteilung am St. Vincenz-Krankenhaus in Limburg. Wie man heute weiß mit Erfolg. Denn von 1967 an konnte der Kinderarzt Dr. Werner Pehl im Krankenhaus am Huttig mit zwölf Belegbetten eine stationäre pädiatrische Versorgung gewährleisten.
50 Jahre Kinderfachabteilung (KIFA) am St. Vincenz-Krankenhaus - Grund genug für eine Jubiläumsfeier, für Rück- und Ausblick. „Kinderklinik im Wandel“ lautete das Thema des Festvortrags von Dr. Aloys Putze, der von 1979 bis 1997 selbst die Leitung der Abteilung innehatte (zunächst mit Dr. Reinhold Fett, später mit Dr. Hahmed Al-Issa aus Diez). Vor zahlreichen Gästen, Vertretern des Verwaltungsrates, der Geschäftsleitung der Klinik sowie den derzeitigen Belegärzten der Abteilung, Dr. Al-Issa, Matthias Petrig, Stephan Plum und Stefan Rackwitz, erinnerte Putze an die Anfänge vor 50 Jahren.
Schon damals sei die Gestaltung der KIFA unter neuesten Gesichtspunkten erfolgt. Die derzeitige Ausgestaltung, die in Zusammenarbeit mit der Fachorganisation „Die kleinen Patienten“ im Jahre 2001 durchgeführt wurde, bezeichnete der Facharzt für Kinderheilkunde als „maßgeblichen Beitrag zur Überwindung des psychischen Hospitalismus“. Letztendlich seien alle Veränderungen und Wandlungen der letzten 50 Jahre den kleinen Patienten zugute gekommen, für den ja das ganze Gefüge entstanden sei: „Zufriedene Kinder und Eltern, dadurch streßfreieres Arbeiten und mehr Zeit auch für die psychische Betreuung der Kinder“, lautete Putzes Resümee.
Von daher betitelte er auch seinen Ausblick in die Zukunft der Kinderkliniken im allgemeinen als durchaus hoffnungsvoll: „Wir freuen uns über den hohen ärztlichen, pflegerischen und auch apparativen Qualitätsstand in unseren Kinderkliniken. Dieser Stand muß erhalten und immer wieder optimiert werden.“ Um allerdings situationsgerechte, optimale Behandlungsmöglichkeiten bieten zu können, müsse trotz der schwieriger werdenden Bedingungen im Gesundheitswesen eine breite Aus- und Fortbildung sowohl für die Kinderärzte, als auch für das Pflegepersonal sichergestellt werden.
50 Jahre Kinderfachabteilung - dies erforderte auch ein dem Thema angepaßtes Eröffnungs-Event. Dies gelang neben der Rhytmikgruppe der Kreismusikschule unter Leitung von Andrea Dillmann vor allem auch drei kleinen Trompeten-Künstlern: Felix Jung, Jonas und Daniel Kremer. Mit glasklaren Fanfarenklängen eröffneten sie eine Vernissage der besonderen Art zum Jubiläum:
Eine Ausstellung von Bildern ehemaliger Grundschüler der Erich-Kästnerschule. Ein sehenswertes Dokument dafür, daß kleine Meister den Großen in nichts nachstehen müssen. Unter Leitung ihrer Klassenlehrerin Raphaela Parusel hatten die Kinder Werke großer Maler aus den verschiedensten Zeit- und Stilepochen umgesetzt und teils sehr frei interpretiert. Entstanden sind Bilder von ganz besonderem Charme, die sich nach Meinung der Krankenhausleitung hervorragend dazu eigneten, das 50jährige Jubiläum einer Kinderfachabteilung zu begleiten - einer Abteilung, die neben dem medizinischen Leistungsspektrum auch im Blick auf Phantasie und Kreativität Akzente setzt: Nicht umsonst wurde sie nach der phantasievollen Umgestaltung im Jahre 2001 als Paradies für die Sinne bezeichnet. Innerhalb des Reigens der Ausstellungen im Foyer des St. Vincenz setzen die Bilder der jungen Künstler mit ihren Interpretationen von Matisse und Monet, Botticelli und Chagall, Warhol und van Dyik nun ganz eigene Maßstäbe. Ist es doch Sinn der Sache, mit diesen Aktivitäten auch ein Stück Leben, ein Stück Optimismus ins Krankenhaus zu holen. Geschäftsführer Horst Schneider: „Mit dieser Ausstellung ist das in ganz besonderem Maß gelungen!“
In den Bildern lägen Kraft und Sensibilität zugleich, viel Begeisterung und Unbefangenheit. Von daher seien sie Dokumente, die man auch als Appell verstehen könne, meinte der Geschäftsführer: „Kindern durch intensive Begleitung solche Erfahrungen zu ermöglichen - Wahrnehmungen nämlich, die sensibel machen für Zwischentöne und die tiefere Auseinandersetzung mit dem Wesentlichen des Lebens...“



