Neuigkeiten vom Ernährungsteam
Seit Anfang des Jahres 2003 gehört das Ernährungsteam zur inneren Abteilung des St. Vincenz Krankenhauses und untersteht damit Chefarzt Priv. Dr. Manfred Brodersen. Die ärztliche Leitung des Teams wurde Dr. Friedemann Hedrich übertragen.Das aktuelle Tätigkeitsfeld des Ernährungsteams besteht aus zwei Bereichen:
- stationärer klinischer Bereich
- ambulanter Bereich
Der klinische Bereich umfasst folgende Aufgabenfelder:Zum einen die diätetische Ernährungsberatung von stationären Patienten. Dieses betrifft die Beratung von Patienten mit einer Zuckererkrankung, von Patienten mit speziellen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sowie die Adipositasberatung und die Beratung von Patienten mit Mangelernährungen. Diese Beratungen werden von den beiden Diätassistentinnen Lisa Baumann und Karin Werner durchgeführt.Zum anderen werden Patienten beraten, die eine enterale Sondenernährung benötigen (dies sind Patienten, die über eine Nasensonde oder eine in der Bauchwand liegende Sonde (PEG) ernährt werden müssen). Diese Beratung umfasst eine Berechnung des aktuellen Energiebedarfes, unter Berücksichtigung der körperlichen Aktivität des Patienten, und eine Berechung der notwendigen Flüssigkeitszufuhr. Entsprechend diesen Zielvorgaben wird dann ein individueller Kostplan erstellt.
Grundsätzlich kommen hierbei zwei unterschiedliche Verabreichungsmodi zur Verwendung: Noch aktiven Patienten empfehlen wir eine sogenannte Bolusapplikation. Dieses Verfahren ermöglicht dem Patienten eine Unabhängigkeit von den Pumpensystemen und damit eine der natürlichen Nahrungsaufnahme am nächsten kommende, künstliche Ernährung.
Das andere Verfahren, welches wir als kontinuierlichen Applikationsmodus bezeichnen, basiert auf einer pumpengesteuerten, möglichst auf max. 15 Stunden begrenzten, Nahrungszufuhr. Hierbei wird dem Patienten die Nährlösung kontinuierlich zugeführt, damit eine bedarfsdeckende Kalorienzufuhr erreicht wird. Für diejenigen Patienten, die eine Neuanlage einer Ernährungssonde erhalten haben, wird ein individueller Kostaufbauplan erstellt. Dieser berücksichtigt die vorrausgegangene Dauer der unzureichenden oder gar fehlenden Nahrungsaufnahme und wird den individuellen Gegebenheiten des Patienten angepasst. Das Ziel dieser Bemühungen ist das Vermeiden von Komplikationen der künstlichen Ernährung sowie eine möglichst hohen Akzeptanz des Patienten für diese doch einschneidende Therapiemaßnahme. Gerade unter diesem Gesichtspunkt ist uns neben den technischen Untersuchungen das Patientengespräch besonders wichtig.
Als dritter Punkt des klinischen Aufgabenfeldes ist die konsiliarische Beratung von Patienten auf den unterschiedlichen Stationen zu nennen. Hierbei handelt es sich um die Beratung von Patienten mit schwerwiegenden ernährungstherapeutischen Problemen, wie zum Beispiel Patienten mit einem Kurzdarmsyndrom oder Patienten mit komplexen Nahrungsmittelintoleranzen.
Der ambulante Bereich umfasst folgende Aufgabenfelder:Hier besteht die Möglichkeit individuelle Patientenschulungen fortzuführen, die bereits im Rahmen des stationären Aufenthaltes begonnen wurden. Dieses betrifft im Wesentlichen Typ II Diabetiker und Patienten mit einer Adipositas II-III°.Des weiteren werden hier Patienten aus der internistischen Ambulanz untersucht und beraten, bei denen ernährungstherapeutisch angehbare Erkrankungen vorliegen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer ambulanten Tätigkeit ist die Betreuung der parenteral ernährten Patienten. Dieses sind Menschen, die einen ungewollten schweren Gewichtsverlust erlitten haben oder zu entwickeln drohen und bei denen krankheitsbedingt die Nahrungsaufnahme über den Darm nicht möglich ist. Diese Patienten erhalten eine pumpengestützte Nahrungszufuhr über ein Portsystem. Das heißt, dass diesen Patienten eine spezielle Nährlösung direkt über den Blutkreislauf und damit unter Umgehung des Verdauungstraktes zugeführt wird. Vorraussetzung für eine solch aufwendige und auch kostenintensive Ernährungstherapie ist eine sorgfältige und den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben genügende Indikationsstellung. Deshalb werden diese Patienten zu Beginn der Ernährungstherapie gründlich untersucht (es wird ein genauer Ernährungsstatus erhoben), auch die individuell angepasste Nährlösung festlegen zu können. Eine tragende Säule in der Betreuung dieser Patienten ist Petra Kranz, eine Fachschwester für enterale Ernährung. Sie ist u.a. für die Schulung der Patienten und die pflegenden Angehörigen im Umgang mit der Ernährungspumpe verantwortlich.
Rückblickend hat sich das Tätigkeitsfeld des Ernährungsteams im vergangenen Jahr deutlich erweitert. Dieses betrifft sowohl die Anzahl der betreuten und beratenen Patienten, als auch die Aufgabenbereiche. Erfreulich ist dabei die wachsende und sich gut entwickelnde Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Abteilungen im Haus.
Hervorzuheben ist vor allen Dingen die gute Kooperation mit der Apotheke des St. Vincenz Krankenhauses. Hier ist es im Wesentlichen die stellvertretende Leiterin, Martina Kroneisen, die uns bei Problemen mit Rat und Tat unterstützt.Neben dem Ausbau unserer klinischen Tätigkeit ist uns eine gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen wichtig. Für Fragen und eventuelle Probleme, welche die künstliche Ernährung betreffen, stehen wir jederzeit über die innere Ambulanz oder die unten genannten Telefonnummern zur Verfügung.
Kontaktadresse:Email: f.hedrich@st-vincenz.de, Tel.: 06431/292-0 (Funk), 06431/292-4974



