Neujahrsempfang der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH
Vom Krankenhaus zum Gesundheits-Dienstleister: „Wir wollen unsere Patientenorientierung verbessern“
Solchen Anklang hatte die Einladung zum Neujahrsempfang schon lange nicht mehr gefunden: Rund 150 Vertreter aus Kirche und Politik, Gesundheitswesen, Industrie und Handwerk waren der Einladung der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH gefolgt. Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik und Hans Beresko in Vertretung des erkrankten Verwaltungsratsvorsitzenden Erwin Reuhl hatten volles Haus für Rück- und Ausblick auf die Tätigkeiten des Unternehmens.
Während sich der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende in seinem Vortrag auf die Leistungsdaten, die bauliche und personelle Entwicklung der Krankenhausgesellschaft beschränkte, rückte Geschäftsführer Szesik Projekte und Ziele für das gerade begonnene neue Jahr in den Mittelpunkt. Er präsentierte ein Unternehmen im Um- und Aufbruch, weg vom starken, übermächtigen Krankenhauskoloss hin zum Gesundheits-Dienstleister für die Menschen der Region. „Wir wollen unsere Patientenorientierung verbessern“ appellierte Szesik an die zahlreich vertretenen Mitarbeiter aus Medizin und Pflege und verwies auf patientenzentrierte Ablauforganisation, auf die man in 2010 verstärkt hinarbeiten wolle.
Die Krankenhausgesellschaft hat sich für das neue Jahr viel vorgenommen – unter anderem auch die Etablierung einer Bildungsakademie am Gesundheitszentrum St. Anna in Kooperation mit dem Caritasverband für die Diözese Limburg. Im Bild v.l. der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Hans Beresko, der Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Limburg, Dr. Hejo Manderscheidt, Caritas-Schulleiter Othmar Hicking und Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik. Im Hintergrund Ex- Geschäftsführer Horst Schneider sowie der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende und Dompfarrer Norbert Lixenfeld.
Dass dies permanentes Hinterfragen, konsequentes Infragestellen der vielschichtigen Arbeitsprozesse im Krankenhaus bedeute betonte Szesik dabei besonders: „Es bedeutet unablässig sehr große Anstrengungen aller Abteilungen, immer wieder Prozesse in Frage zu stellen, um diesen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Gang zu halten“, konstatierte Szesik. Das Rezept dafür lieferte er gleich mit: Engagement und Leidenschaft.
Das sich für solche Arbeitsphilosophie auch bislang viele gute Beispiele finden lassen rückte Klaus-Werner Szesik aus diesem Anlass auch ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Er nannte in diesem Kontext u.a. die von Chefärztin Prof. Dr. Dorothee Bremerich initiierte Zertifizierung zum Schmerzfreien Krankenhaus, die deutliche Erweiterung des Seminarangebots für an Brustkrebs erkrankte Patientinnen seitens des von Chefarzt Dr. Peter Scheler geleiteten Brustzentrums St. Vincenz, das Engagement der Medizinischen Klinik hinsichtlich Darmkrebsprophylaxe und Diabetes unter der Regie von PD Dr. Erhard G. Siegel, den von Prof. Dr. Jörg Kreuzer ins Leben gerufenen Erste Hilfe- und Reanimationstag wie auch die die weitere Stärkung des onkologischen Schwerpunkts St. Vincenz-Krankenhaus durch die Eröffnung der Palliativstation unter PD Dr. Thomas Neuhaus.
In diesem Jahr waren besonders viele Vertreter aus Kirche und Politik, Gesundheitswesen, Industrie und Handwerk waren der Einladung der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH gefolgt. Im Vordergrund ehemalige und aktive Mitglieder des Verwaltungsrates der Krankenhausgesellschaft.
Als unternehmerisches Instrument, die oben skizzierte verbesserte Patientenorientierung zu erreichen, nannte der Geschäftsführer die Gesamthauszertifizierung nach DIN EN ISO 9001, mit deren Abschluss jedoch erst im Jahr 2011 gerechnet werden kann. Erste Meilensteine auf diesem Weg seien die Zertifizierung der Bereiche Anästhesie und operative Intensivmedizin, Frauenklinik, Dialyse, Physiotherapie, Radiologie und Nuklearmedizin, Sozialdienst, Zentral-OP und Zentralsterilisation gewesen, konstatierte Szesik.
Besonderen Respekt zollte der Geschäftsführer in seinem Jahresrückblick Chefapotheker Klaus Schmitt, der mittlerweile 21 hessische Krankenhäuser beliefere – eine herausragende unternehmerische und logistische Leistung, betonte Szesik. Ebenfalls dem immer wieder aktualisierten Stand der medizinischen Weiterentwicklung zollte Szesik besondere Anerkennung. Als Beispiele hierfür nannte er u.a. die Etablierung modernster Herzschrittmachertherapie in der Kardiologie unter Prof. Dr. Jörg Kreuzer – eine neue Behandlungsmethode, die dank der sog. cardialen Re-Synchronisations-Therapie“ (CRT)deutliche Erleichterungen für Patienten mit Herschwäche bringen kann. Auch die Erweiterung der Intensivkapazität im St. Vincenz Krankenhaus hob der Geschäftsführer als wichtige Positionierung des Hauses hervor: die Station verfügt nun über zwei weitere Intensivbehandlungsbetten inklusive zweier neuer Beatmungsgeräte.
Für excellente musikalische Gestaltung des Neujahrsempfangs sorgten die Musiker Benjamin Steil (Saxophon), Constantin Krahmer (Klavier) und David Andres (Kontrabass), alle Studenten der Musikhochschule Köln.
Im Blick auf die bauliche Entwicklung informierte der Geschäftsführer über die Planungen zum Bau einer neuen Kapelle, die im Erdgeschoss einen publikumswirksameren und auch atmosphärisch bessere Positionierung bekommen soll. Im Gesundheitszentrum St. Anna hätten die Umbauten für die Einrichtung der gemeinsam mit dem Caritasverband geplanten Bildungsakademie begonnen – laut Szesik ein „sehr gelungenes und sehr zukunftsträchtiges Konzept, welches das Leistungsspektrum von St. Anna excellent abrunde. Das Bauprojekt des Jahres 2010 werde jedoch der Bau der neuen Strahlentherapie sein.
Doch die Umsetzung der ebenso arbeitsintensiven wie umfassenden Projekte zur Patientenorientierung mit der hierzu erforderlichen Selbstkritik und der kontinuierlichen Hinterfragens jeder Prozesskette zur gesundheits- und sachgerechten Versorgung der Patienten in den verschiedensten Bereichen – dies erschien den zahlreich erschienenen Zuhörern als die größte Baustelle des Unternehmens, ja fast ein wenig wie Sysiphosarbeit. Aber wie heißt es doch gleich bei Camus: Man muss sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen….



