Brustzentrum Mittelhessen (BZM) gegründet
Acht auf Brustkrebsbehandlung spezialisierte Kliniken der mittelhessischen Region gründen Brustzentrum Mittelhessen. Die Teilnahme an den interdisziplinären Treffen wurde jetzt von der Landesärztekammer mit fünf Punkten zertifiziert.
Das Mammakarzinom (Brustkrebs) ist mit bundesweit fast 50.000 Neuerkrankungen/Jahr die häufigste Tumorerkrankung der Frau, die Anzahl der Neuerkrankungen hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Durch eine Behandlung anhand von einem Experten- gremium festgelegten Leitlinien in auf die Brustkrebstherapie spezialisierten Kliniken können die Heilungschancen der betroffenen Patientinnen optimiert werden.
Dies ist das Ziel des Zusammenschlusses des Kreiskrankenhauses Bad Hersfeld, der Kliniken des Hochtaunuskreises Bad Homburg, des Hochwaldkrankenhauses Bad Nauheim, der Gießener Universitätsfrauenklinik und des St.Josefs-Krankenhauses, der Asklepiosklinik Lich,des St.Vincenz-Krankenhauses Limburg und des Klinikum Wetzlar-Braunfels. In diesen Kliniken werden jährlich über 800 Brustkrebs-Erstoperationen durchgeführt - dies entspricht einem Viertel der Fälle in Hessen. Sobald bei der Mammographie oder per Ultraschall ein verdächtiger Befundfestgestellt wird, erfolgt zunächst in örtlicher Betäubung eine für die Patientinnicht schmerzhafte Gewebsentnahme ("Stanzbiopsie", "Vakuumbiopsie"). Nach Vorliegen des Ergebnisses kann bei gutartigen Befunden eine Operation vermieden werden, bei Bösartigkeit kann anhand vereinheitlichter Behandlungsabläufe das für die Patientin optimale Operations - und Nachbehandlungskonzept festgelegt werden. Wichtigste Neuerung für Brustkrebspatientinnen und therapeutischer Qualitätssprung ist die fachübergreifende Zusammenarbeit der Ärzte - Gynäkologen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Nuklearmediziner, Onkologen und plastische Chirurgen.
Nach einer 8-monatigen Vorbereitungsphase gründeten die Chefärzte und Verwaltungschefs das "Brustzentrum Mittelhessen" als Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Neben der Qualitätsverbesserung durch Standardisierung und Spezialisierung wird das BZM mit den Krankenkassen die leitlinienorientierten Abläufe von dem Moment der Verdachtsdiagnosebis hin zur Tumornachsorge auch gemeinsam vertraglich regeln. Dies soll im Rahmen des von den Krankenkassen bundesweist initiierten DMP (disease managemant programm) Brustkrebs geschehen. Besonders wichtig ist den Kliniken die Vernetzung mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die im zweiten Schritt rasch folgen soll.
Zum BZM gehören die Häuser:
- Bad Hersfeld
- Bad Homburg
- Bad Nauheim
- UFK Gießen
- St. Josefs-KKH, Gießen
- Lich
- Limburg
- Wetzlar
Vorteile des BZM für Patienten:
- Optimierung der Heilungschancen durch Spezialisierung und Orientierung an Leilinien
- OP kann bei gutartigen Befunden oft vermieden werden
- Bei Bösartigkeit Vorgehen anhand national festgelegter Leitlinien
DMP-Vertrag Mammakarzinom wurde am 19.11.2003 mit den Kassen abgeschlossen.
- 1.Vorsitzender:
Prof.Dr. Hans-Rudolf Tinneberg, GI - 2.Vorsitzender : Dr.Uwe Kullmer, Lich
- Leiter des Referates f. Öffentlichtlichkeitsarbeit:
Dr.Ulrich Groh, Bad Nauheim



