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Neurologische Abteilung
Geschichte und Entwicklung der Neurologie im St. Vincenz. Krankenhaus Limburg:

Die neurologische Abteilung hat im Jahr 2000 ihr 30 jähriges Bestehen gefeiert. Sie wurde 1970 von Herrn Dr. med. Karlheinz Beer mit 4 Belegbetten gegründet und allmählich auf 23 Betten erweitert. Damit wurde erstmals eine stationäre und ambulante neurologische Versorgung in der Region zwischen Wiesbaden, Gießen und Koblenz geschaffen. Herr Dr. Beer führte die neurophysiologische Diagnostik mit Elektroenzephalographie und Elektroneuro- sowie Myographie und Liquordiagnostik ein. Die konsiliarischen Untersuchungen nahmen einen grossen Umfang an. Die Abteilung entwickelte sich dank der Anwendung neuester diagnostischer Möglichkeiten und der großen Patientenzahl stetig weiter. Ein wichtiger medizinisch-technischer Fortschritt war die Aufstellung eines Computertomographen und später auch eines Kernspintomographen in Zusammenarbeit mit der röntgenologischen Praxis Dr. Killmann und Kollegen, Limburg. Damit waren die wichtigsten diagnostischen Entwicklungen auf neuroradiologischem Fachgebiet in Limburg vorhanden. Herr Dr. Beer mußte 1996 nach fast 26 jähriger Tätigkeit als leitender Arzt der neurologischen Belegabteilung krankheitsbedingt ausscheiden. Von 1996 bis 1998 wurde die Abteilung von seinem Praxisnachfolger Herrn M. Beul, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und der in der Klinik tätigen Neurologin und Psychiaterin Frau Dr. med. Habedank weitergeführt.

Zum 1.10.1998 wurde die Abteilung in eine Hauptfachabteilung unter der Leitung von Dr. Christoph Oberwittler umgewandelt. Dadurch hat sich das diagnostische und therapeutische Spektrum erweitert, z. B. um die transkranielle Dopplersonographie mit Mikroemboliedetektion und die Schlafdiagnostik mit Apnoescreening und Polysomnographie (seit 2000). Für die Akutbehandlung des Schlaganfalls war 1998 in der Medizinischen Klinik eine neue Station mit Monitorüberwachung errichtet worden. Diese Schlaganfallakutstation wird seit Einrichtung der neurologischen Hauptabteilung mit der Medizinischen Klinik gemeinsam interdisziplinär betrieben. Diese Integration der Fachgebiete ist in Hessen und darüber hinaus einmalig. Die gesamte neurologische, kardiologische und radiologische Diagnostik für die Schlaganfallbehandlung steht 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Über eine ISDN-Bildleitung können seit Sommer 1999 CT- oder Kernspinbilder zur Neurochirurgie nach Giessen versandt und in einer Video-Konferenz besprochen werden.

Seit 1999 wird das Wahlfach Neurologie im Praktischen Jahr des Medizinstudiums in Limburg absolviert und im Staatsexamen geprüft. Derzeit können jeweils zwei Medizinstudenten im Wahlfach Neurologie unterrichtet werden.

Die Zahl der stationären Patienten hat sich seit der Eröffnung der Hauptfachabteilung kontinuierlich gesteigert. Im Zeitraum Januar bis Juli 2003 hat sich die Fallzahl erneut um 4,4% erhöht, die Verweildauer liegt ca. 2 Tage unter dem Bundesdurchschnitt neurologischer Abteilungen.

Fallzahlen Verweildauer
Jahr Fälle Jahr Dauer (in Tagen)
1999 997 1999 8,83
2000 1.246 2000 8,28
2001 1.461 2001 7,20
2002 1.497 2002 6,98
2003 1.639 2003 6,75

Im ambulanten Bereich hat der Chefarzt seit Anfang 2003 die Ermächtigung der KV Hessen zur ambulanten Mitbehandlung auf Überweisung von Fachärzten zur Botulinum Toxin Therapie und zur Weiterbehandlung für 6 Monate nach Krankenhausentlassung. Die Planbettenzahl im Landeskrankenhausplan beträgt derzeit 34 Betten. Ende Februar 2004 ist der Einzug in die neu ausgebaute Arztdienstgruppe mit weiteren Funktionsräumen geplant. Damit sind die wesentlichen Schritte zur Einrichtung der Neurologie als Hauptfachabteilung auch in räumlicher Hinsicht vollzogen.