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Pionierprojekt für Hüfte und Knie: Neues Therapiekonzept in der Orthopädie des St. Vincenz

Umfassend und ganzheitlich: Mit Joint Care ® kommen Patienten deutlich schneller wieder auf die Beine

Übersicht: Joint Care Plakate

Abbildung PLakat Joint Care Abbildung PLakat Joint Care Abbildung PLakat Joint Care Abbildung PLakat Joint Care Abbildung PLakat Joint Care Abbildung PLakat Joint Care Abbildung PLakat Joint Care Abbildung PLakat Joint Care

Als erste Klinik in Hessen startet das St. Vincenz-Krankenhaus Limburg mit einem Pionierprojekt bei der Implantation von Hüft- und Kniegelenken: Joint Care® heißt das Schlüsselwort, gemeinsam gesund werden ist die eigentliche Zauberformel. Denn bei diesem Programm macht sich die Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie unter Chefarzt PD Dr. Joachim Hillmeier insbesondere gruppendynamische Prozesse zugute. Ohnehin setzt der Chefarzt in der klinischen Routine auf richtungsweisende Standards: operiert wird wenn möglich nach hochmodernen, in den USA entwickelten minimalinvasiven Verfahren, die den Patienten deutlich weniger belasten als konventionelle Operationsformen. Joint Care® ist in diesem Zusammenhang das Tüpfelchen auf dem I: Die Patienten verlassen die Klinik schon nach acht Tagen, "normal" Operierte bleiben oft doppelt so lange im Krankenhaus"¦

"Unsere Patienten wissen schon rund eine Woche vor der Operation genau, wie ihre Behandlung aussehen wird. Sie werden im Vorfeld intensiv geschult und ausführlichst aufgeklärt, lernen ihre Mitpatienten kennen und können sich untereinander austauschen", erläutert Chefarzt Dr. Joachim Hillmeier. Optimale Aufklärung soll Ängste reduzieren und dazu beitragen, bestmögliche Behandlungsresultate zu erzielen. So stellen sich in einer vierstündigen Informationsveranstaltung vor der OP alle beteiligten Berufsgruppen den künftigen Patienten vor; die behandelnden Chirurgen und Anästhesisten informieren über den Eingriff und stehen intensiv Rede und Antwort. Außerdem lernen sie bei dieser Gelegenheit ihre ganz persönliche Joint Care® Betreuerin kennen: Susanne Knapp, Stationsleiterin der unfallchirurgischen Station, die während des gesamten Behandlungsprozesses als Ansprechpartnerin für die pflegerische Betreuung, wie auch als Koordinatorin für den therapeutischen Ablauf fungieren wird.

Zudem lernen die Patienten im Rahmen dieser intensiven Vorbereitung beispielsweise bereits im Vorfeld, an Unterarm-Stützen zu gehen. Physiotherapeuten demonstrieren unterstützende krankengymnastische Übungen, die den Patienten nach der OP von Nutzen sein werden. Nach den vorstationären Untersuchungen werden dann die Mitglieder einer Gruppe (vier bis sechs Personen) alle am gleichen Tag operiert und in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht. Ab dem zweiten Tagen halten sich Patienten im sogenannten Joint Care Wohnzimmer mit bequemen Sesseln auf und üben dort auch miteinander unter Anleitung eines Krankengymnasten. "Die Gruppe geht gemeinsam durch den gesamten Prozess und bildet eine Übungsgemeinschaft", erklärt PD Dr. Hillmeier. Gegenseitige Motivation und Unterstützung seien da ganz automatisch garantiert. Neben den operativen Fortschritten tragen insbesondere die neuen schmerztherapeutischen Konzepte, die unter der Chefärztin der Anästhesie, Professor Dr. Dorothee Bremerich, am St. Vincenz Einzug gehalten haben, entscheidend dazu bei, dass die Patienten die ersten postoperativen Tage nach dem Einbau ihres neuen Gelenkes nahezu schmerzfrei verbringen können.

Sowohl bei der vorbereitenden Veranstaltung, als auch während des gesamten Behandlungsprozesses ist die Betreuung und Unterstützung durch Angehörige oder andere Vertrauenspersonen ausdrücklich erwünscht.

Alle Therapieschritte werden im Vorfeld genau geplant und aufeinander abgestimmt. Voraussetzung ist ein perfektes Zusammenspiel der betroffenen Abteilungen: Unfallchirurgen und Anästhesisten, Pfleger, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter arbeiten bei Joint Care® Hand in Hand. Die gezielte Planung von der Aufnahme bis zur Entlassung inclusive der Reha-Nachbehandlung soll den Patienten trotz der sinkenden finanziellen Ressourcen im Gesundheitswesen zu noch mehr Qualität in der Behandlung verhelfen. Wichtig ist der Klinik dabei vor allem die ganzheitliche Sichtweise: "Die Betreuung und Pflege eines Patienten sollte nicht an der Krankenhauspforte enden", konstatiert Chefarzt PD Dr. Hillmeier. "Joint Care® nimmt die Bedürfnisse des Patienten vor, während und nach dem Klinikaufenthalt ins Visier. Das hat uns an diesem Programm ganz besonders überzeugt." Basierend auf intensiver Vernetzung der Klinik mit den niedergelassenen Ärzten sowie den ambulanten oder stationären Rehabilitationszentren könne man nun im St. Vincenz den gesamten Ablauf vorplanen: "Wir können dem Patienten einen umfassenden Service anbieten: einen einheitlicher Behandlungspfad, bei dem sich der Patient organisatorisch um nichts zu kümmern braucht. Dies nehmen ihm die Joint Care® Betreuerin und der Sozialdienst komplett ab", freut sich der Orthopäde.

Kernstück ist jedoch die Einbeziehung des Patienten in den therapeutischen Prozeß, seine aktive Mitwirkung an der Genesung. Damit die jeweiligen "Schicksalsgenossen" sich gegenseitig aufmuntern und anspornen können, wurde eigens ein Joint Care® Wohnzimmer eingerichtet. Hier sollen die Patienten schon am zweiten Tag nach der OP zu Mittag essen und ihre Mitpatienten wiedertreffen, die sie bereits am Schulungstag kennengelernt haben. Dort sollen sie auch den größten Teil des Tages verbringen. Hierzu stehen bequeme orthopädische Sessel bereit, in bequemer Freizeitkleidung sollen hier auch mehrmals täglich die krankengymnastischen Übungseinheiten stattfinden - sowohl in der Gruppe, als auch in individuellen Übungseinheiten. Schlafanzüge oder Nachthemden sind tabu: "Sie sind nicht krank", lautet die Joint Care ® Philosophie, "Sie haben nur ein Problem mit ihrem Hüft- oder eben Kniegelenk"¦".

Gerade auf dem Gebiet dieser orthopädischen Erkrankungen hat sich die Abteilung PD Dr. Hillmeiers mittlerweile einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet: Die endoprothetische Versorgung aller großen Gelenke stellt mit rund 400 Implantationen pro Jahr einen besonderen Schwerpunkt der Abteilung dar. Insbesondere dank der minimalinvasiven Operationstechniken, welche unter Hillmeiers Regie praktiziert werden, profitieren die Patienten von deutlich früherer Mobilisation und geringeren postoperativen Schmerzen. Da dies innerhalb Deutschlands bisher nur in wenigen Zentren angewandt wird, hospitieren Ärzte anderer Krankenhäuser im Limburger St. Vincenz und erlernen hier die innovative Technik. Nur ein Zeugnis umfassenden Engagements für die Patienten, das nun durch das ganzheitliche Betreuungskonzept Joint Care® vollends abgerundet wird.

In Deutschland werden momentan jährlich etwa 100.000 künstliche Hüftgelenke und 80.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Die meisten Patienten leiden unter chronischen, arthrosebedingten Gelenkschmerzen, die sie in ihren Alltagsaktivitäten und sportlicher Betätigung massiv einschränken. Durch die Implantation ausgeklügelter künstlicher Gelenke gelingt es bei den meisten Patienten, die starken Schmerzen zu beseitigen und die Mobilität deutlich zu verbessern.