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Frauenklinik

Allgemeines

 

Die Psychoonkologie

Was ist Psychoonkologie?

Die Diagnose Krebs bedeutet für die allermeisten Menschen einen großen Schock: Krebs wird gleichgesetzt mit Leiden und baldigem Tod. Plötzlich sind auf einen Schlag alle Bereiche der eigenen Existenz in Frage gestellt: Die körperliche Gesundheit, die emotionale Stabilität, die sozialen Beziehungen, das geistige und körperliche Leistungsvermögen, die Lebensvorstellungen. Zusätzlich erleben sich Frauen mit einer Brustkrebserkrankung oft in ihrer weiblichen Identität und ihrem Selbstwertgefühl betroffen.

Nach der Schockphase beginnt Phase der Krankheitsbewältigung. Auch wenn die Angst bleibt, so kann nun die Diagnose Krebs als Aufforderung angesehen werden, sich mit der Krankheit, mit dem Körper und dem eigenen Leben auseinander zu setzen. Für diese Aufgabe haben sich psychoonkologische Gespräche, die die Patientinnen im Brustzentrum in jeder Phase der Behandlung in Anspruch nehmen können, als sehr unterstützend erwiesen. Sie sind daher ein integraler Bestandteil der Patientenversorgung im Limburger Brustzentrum. Auch nach dem stationären Aufenthalt ist eine Aufnahme oder Fortsetzung der Betreuung möglich.

Unter Psychoonkologie versteht man eine wissenschaftlich basierte, professionelle, psychosoziale und psychotherapeutische Hilfestellung. Sie dient der emotionalen Unterstützung, der seelischen Stabilisierung, der Krankheitsbewältigung, der Förderung der Kommunikation mit Ärzten und Angehörigen, der Hilfestellung bei inneren und äußeren Konflikten und der Unterstützung bei der Neuorientierung.

Die Betroffenen:

Die Patientin, die Familie und andere Angehörige
Die physischen und psychischen Belastungen werden von jeder betroffenen Frau unterschiedlich erlebt. Dementsprechend stehen die individuellen Fragen der Patientin im Zentrum der psychoonkologischen Betreuung.

Auch das Leben der Angehörigen und der gesamten Familie verändert sich durch die Erkrankung. Besonders belastet sind die Kinder. Erwachsene Angehörige erfahren eine doppelte Herausforderung: Als Mitbetroffene leiden sie selbst und sind dabei gleichzeitig der wichtigste soziale Halt für die Patientin. In dieser Situation fühlen sie sich häufig hilflos und überfordert. In der familiären Kommunikation können Konflikte auftreten, z.B. wenn die Krankheit Veränderungen in der Rollen- und Aufgabenverteilung erforderlich macht. Die Partnerschaft kann durch Probleme infolge der Krankheit, z.B. im sexuellen Bereich, belastet werden. Um alle Bewältigungsmöglichkeiten des Familiensystems zu nutzen und zu stärken, bezieht die psychosoziale und psychotherapeutische Psychoonkologie die Angehörigen direkt und indirekt mit ein. Die Mitarbeiter im Brustzentrum Limburg arbeiten deshalb auf der Grundlage der systemischen Therapie (Familientherapie).

Die psychischen Folgen:

Angst und Depression
Grundsätzlich kann jede Patientin, die es wünscht, die psychoonkologische Hilfe für die Bewältigung dieser Lebenskrise in Anspruch nehmen. Insbesondere dann, wenn Patientinnen mit ausgeprägten psychischen Symptomen auf die Diagnose reagieren, besteht psychotherapeutischer Behandlungsbedarf. Dies ist bei etwa einem Drittel der Erkrankten der Fall. Andere Patientinnen haben schon vor der Erkrankung eine seelische Störung erlebt, die durch die Krebserkrankung wieder auflebt. Zu den möglichen Symptomen gehören länger andauernde depressive Verstimmungen, Angst- und Panikzustände, Schlaflosigkeit und Grübelzwänge, psychische und körperliche Erschöpfung, massive Zukunfts- bzw. Todesängste.

Die Ziele der Psychoonkologie:

Krankheitsbewältigung und Lebensqualität
Krankheitsbewältigung besteht in der Aufgabe, die durch die Krankheit und Behandlung entstanden Belastungen innerpsychisch, d.h. gefühlsmäßig und gedanklich, sowie durch aktives Handeln auszugleichen. Wenn auch häufig der kämpferische Stil propagiert wird, gibt es doch individuell unterschiedliche Arten, auf die Herausforderungen der Erkrankung zu reagieren.

Es ist die Aufgabe der psychoonkologischen Fachkraft, die nach Person und Krankheitsphase angemessene Verarbeitung zusammen mit der Patientin herauszufinden und zu optimieren. Die Lebensqualität von Krebspatienten muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Mit psychoonkologischer Unterstützung gelingt es oft besser, Einschränkungen und Verluste in den verschiedenen Lebensbereichen zu akzeptieren und gleichzeitig die verbliebenen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. So kann trotz der Erkrankung eine subjektive Lebenszufriedenheit unter den gegebenen Umständen erreicht werden.

Die psychoonkologischen Fachkräfte im Brustzentrum Limburg

Die psychoonkologische Betreuung im Brustzentrum haben Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung im psychosozialen / psychotherapeutischen Bereich übernommen:

Der Weg zur psychoonkologischen Hilfe im Brustzentrum Limburg

Sofern Ihnen die Betreuung nicht schon von Ihrem behandelnden Arzt im Brustzentrum angeboten wird, teilen Sie bitte den Ärzten oder dem Pflegepersonal mit, wenn Sie die psychoonkologische Hilfe in Anspruch nehmen möchten oder Fragen haben.

So erreichen Sie den Psychoonkologischen Dienst: 06431 – 2921738.