Willkommen beim St. Vincenz Krankenhaus in Limburg

Zum Seiteninhalt
Alternative Navigation (mit Tabulator und oder Zugriffstasten)

Die Seitennavigation:

Frauenklinik

Allgemeines

 

Physiotherapie in der Nachbehandlung von Brustkrebs

Nach einer Brustoperation können mehr oder weniger starke körperliche Beeinträchtigungen auftreten. Dies hängt unter anderem von der Form des Krebses und der daraus resultierenden Operationsmethode ab.

Ab dem ersten postoperativen Tag kann mit leichten Mobilisationsübungen und evtl. Maßnahmen zur Schmerzlinderung begonnen werden. Die Hauptaufgabe der Physiotherapie besteht darin, die Beweglichkeit des Arms der betroffenen Seite zu fördern, die häufig aufgrund der Narbe eingeschränkt ist. Daneben kann auch eine Atemtherapie zur besseren Belüftung der Lungen sowie eine vorsichtige Mobilisation des gesamten Körpers erfolgen, da es häufig zu funktionellen Einschränkungen kommt.

Die Physiotherapeutin kann hier mit vorsichtigen Dehnungen, Entspannungsübungen und leichten Massagen Beschwerden lindern. Zusätzlich kann eine Narbenbehandlung stattfinden, um die Verschiebbarkeit des Gewebes wiederherzustellen und damit Ihr Wohlbefinden zu steigern.

Wichtigste Grenze ist der Schmerz

Bei der Behandlung in der Frühphase ist bei allen Maßnahmen die Schmerzgrenze zu berücksichtigen. Die Schmerzfreiheit hat für uns immer oberste Priorität. Hierzu gehört auch die richtige Lagerung Ihres Armes und das passive Bewegen im schmerzfreien Bereich. Ein ebenso wichtiges Ziel in der Behandlung ist die Förderung des venösen und lymphatischen Rückflusses. Dazu werden Ihnen entstauende Übungen gezeigt, die sie dann selbständig – auch zu Hause – ausführen können. Allerdings dürfen diese Übungen nicht zu Schmerzen in der betroffenen Seite führen. Auch sollten Sie sich nicht überanstrengen.

Sollte es doch einmal zu einem Lymphstau kommen oder wurden bei Ihnen mehrere Lymphknoten entfernt, bekommen Sie von einer Therapeutin auch täglich manuelle Lymphdrainage – eine ganz sanfte Massage des Armes, durch die der Abtransport von Gewebsflüssigkeiten gefördert wird.

Bewegungsverbesserung und Haltungsschulung

Sobald es ihr Allgemeinbefinden zulässt, können Sie an einer Gruppenbehandlung teilnehmen. Diese Gruppe findet einmal täglich in der Abteilung für Physiotherapie unseres Hauses statt. Dort werden die Übungen langsam gesteigert, bis die Bewegungsfreiheit wieder hergestellt ist. Die Steigerungen orientieren sich aber an jeder einzelnen Patientin und ihren Fähigkeiten. Häufig kann dort mit kleinen Geräten, wie z. B. Stäben, Tüchern oder Bällen gearbeitet werden.

Sehr wichtig ist uns auch eine Haltungsschulung, da das Körpergefühl anfangs oft gestört ist und viele Patientinnen eine asymmetrische Körperhaltung einnehmen. Einer Schonhaltung wird hierbei entgegengewirkt, indem sie bewusst gemacht und korrigiert wird.

Wichtige Tipps für den Alltag

Die Physiotherapeutin kann Sie zu Übungen anleiten, die Sie zu Hause eigenständig ausführen können und gibt Ihnen hilfreiche Tipps zur Ödemprophylaxe. So sollten Sie beispielsweise keine einschnürenden BH`s tragen, der Blutdruck sollte auf der nichtbetroffenen Seite gemessen werden. Auch darf Ihr Arm nicht durch schwere Arbeiten überanstrengt werden. Bei der Arbeit und beim Sport sollten Sie vor der Ermüdung ausreichende Pausen einlegen. Überwärmung und Unterkühlung sollten Sie ebenso vermeiden. Dies bedeutet, dass heisse Bäder, Eispackungen und ähnliches nicht praktiziert werden sollten. Ganz wichtig ist es auch, Gefahrenquellen, die Verletzungen und Entzündungen am betroffenen Arm verursachen könnten, zu vermeiden!