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24-Stunden Akutschmerzdienst der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin

"Divinum est sedare dolorem"   - Köstlich ist, vom Schmerz befreit zu sein (Galên, 129 ? 216 n. Chr.)

Nach jeder Operation und mancher Untersuchung können Schmerzen ganz unterschiedlicher Stärke auftreten. Jeder Patient empfindet und verarbeitet Schmerzen individuell unterschiedlich. Einige Patienten kommen bereits mit manifesten akuten oder chronischen Schmerzen zur stationären Aufnahme.

Unser Ziel ist es, jeden operativen oder diagnostischen Eingriff für Sie so schmerzarm wie möglich zu gestalten. Wir erzielen damit mehr Komfort und Zufriedenheit, eine raschere Erholungsphase und eine kürzere Verweildauer im Krankenhaus.

Seit dem 1.10.2006 ist im St. Vincenz Krankenhaus ein 24-Stunden-Akutschmerzdienst etabliert, dessen Aufgabe es ist, unseren Patienten einen möglichst schmerzarmen Krankenhausaufenthalt nach operativen oder diagnostischen Eingriffen zu gewährleisten.

Schon bei unserem ersten Gespräch mit Ihnen in unserer Pr?medikationsambulanz wird ein individuelles postoperatives Schmerztherapiekonzept festgelegt. Den Schwerpunkt bilden dabei modernste Verfahren der Regionalanästhesie, bei denen ein dünner, weicher Katheter in die Nähe von Nerven, die das Operationsgebiet versorgen, gelegt wird. Die Katheteranlage wird vor der geplanten Operation in Örtlicher Betäubung und Beruhigung durchgefährt. Kooperation und Gespräch mit dem wachen Patienten während der Anlage sind notwendig, um Komplikationen wie z.B. Katheterfehllage, Nervenirritationen oder Injektionen in den Nerv sofort erkennen zu können. Durch die Gabe von beruhigenden Medikamenten können sich aber die meisten Patienten an die Katheteranlage vor dem operativen Eingriff nicht mehr erinnern.

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Direkt nach der Platzierung des Katheters wird dieser mit einer kleinen, leicht zu bedienenden tragbaren Schmerzmittelpumpe verbunden.

Diese verabreicht ein Örtliches Betäubungsmittel entweder allein oder in Kombination mit einem starken Schmerzmittel kontinuierlich an die betreffenden Nerven. In den Tagen nach der Operation können Sie sich außerdem per Knopfdruck zus?tzliche Schmerzmittelgaben selbst anfordern. Obwohl die Schmerzpumpen tragbar sind, sollten Sie, zumindest das erste Mal nach der Operation, nicht alleine aufstehen. Das Örtliche Betäubungsmittel lindert zwar ausgezeichnet den Schmerz, es kann aber auch zu einer geringen Schwäche und Kraftlosigkeit der Muskulatur kommen.

Die gewählten Einstellungen der Schmerzpumpe, wie Zeitfenster, Höhe der Einzeldosis und kontinuierliche Transportrate des Medikaments, können nur von geschultem Personal geändert werden. Dadurch ist eine Überdosierung ausgeschlossen - das Verfahren ist sehr sicher.

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Auf den Stationen wird die Stärke Ihrer Schmerzen mit Hilfe einfacher Messskalen gemessen.

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Dies geschieht einmal pro Schicht durch das Pflegepersonal der Station sowie durch das Pflegepersonal unseres 24-Stunden-Akutschmerzdienstes. Entsprechend der erhobenen Schmerzwerte wird Ihre Therapie angepasst. Dar?ber hinaus erfolgt am ersten Tag nach der Operation zur Qualit?tssicherung eine Befragung mit dem sogenannten QUIPS-Fragebogen.

Diese Befragung dient der Qualitätssicherung (Q) in (I) der postoperativen (P) Schmerztherapie (S). Durch die kontinuierliche Analyse der Daten versprechen wir uns eine Verbesserung unserer Ergebnisse, die ihnen zu Gute kommt. QUIPS wird deutschlandweit in zurzeit 58 operativen Zentren durchgeführt, wobei wir eine von drei hessischen Kliniken sind. (QUIPS-Auswertung 2007) Komplikationen der Katheterschmerztherapie sind eher selten, da die Mitarbeiter des 24-Stunden-Akutschmerzdienst den Katheter, die Einstichstelle und die Schmerzpumpe täglich kontrollieren. Da die Platzierung der Katheter unter sterilen Bedingungen im Operationstrakt oder dem Aufwachraum erfolgt, wird die Infektionsgefahr so gering wie möglich gehalten.

Insbesondere bei großen Operationen in der Allgemeinchirurgie, der Frauenheilkunde und der Urologie sowie bei Hüftgelenksersatz kommt der Periduralkatheter zum Einsatz. Die Platzierung erfolgt, in Abhängigkeit vom Operationsgebiet, entweder zwischen den Lendenwirbeln oder den Brustwirbeln. Bei der Punktion des Periduralraums vor Erreichen des Durasacks der neben Gehirnwasser auch das Rückenmark umhüllt, kann es - allerdings sehr selten - zu einer versehentlichen Verletzung des Durasacks kommen. In den Folgetagen können daraufhin starke Kopfschmerzen entstehen, die auch einige Tage anhalten können.

Verletzungen von Blutgefäßen können, besonders bei gestörter Blutgerinnung, einen Bluterguss verursachen. Drückt dieser auf Nervenstrukturen, können Nerven oder das R?ckenmark vor?bergehend oder bleibend geschädigt werden.

Eine gestörte Blutgerinnung, z.B. durch die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Plavix?, Iscover?), verbietet Katheterverfahren genauso wie eine ?rtliche Entz?ndung an der vorgesehenen Punktionsstelle. In solchen Fällen führen wir eine Schmerztherapie mit Tabletten, über Infusionen oder sogenannte Schmerzpflaster durch.

Abhängig von der geplanten Operation und den Schmerzursachen, unter Beachtung der Indikationen und Kontraindikationen, bieten wir folgende Verfahren an:

PCEA: Patientenkontrollierte Epiduralanalgesie

Anlage eines Periduralkatheters im Bereich der Brustwirbel 5-12 unter örtlicher Betäubung und Kombination mit einer mobilen Schmerzpumpe bei großen Operationen in der Allgemeinchirurgie, der Frauenheilkunde und der Urologie.

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Anlage eines Periduralkatheters unter denselben Bedingungen im Bereich der Lendenwirbelsäule bei Gelenkersatz der Hüfte (TEP) und zur schmerzarmen Entbindung in der Geburtshilfe.

Dieses rückenmarknahe Verfahren bietet einen besonderen Vorteil gegenüber der übrigen Schmerztherapie, da hierdurch insgesamt der Genesungsprozess beschleunigt und die Häufigkeit bestimmter Komplikationen reduziert werden kann.

PCA: Patientenkontrollierte Analgesie

Intravenöse Verabreichung von Schmerzmitteln ?ber eine Schmerzpumpe. Auch bei dieser Methode kann sich der Patient das Schmerzmedikament in vorher festgelegter Dosierung und Menge per Knopfdruck selbst verabreichen. Das Verfahren bietet sich insbesondere für Patienten an, bei denen rückenmarknahe oder periphere Nervenblockaden nicht möglich sind.

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Periphere Nervenblockaden des vorderen und hinteren Beinnerves (N. ischiadicus und N. femoralis)

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Mit einem dünnen Schmerzkatheter, der mit einer Schmerzpumpe verbunden ist, können Schmerzmittel direkt an den vorderen und hinteren Beinnerv verabreicht werden.

Einsatzgebiet sind Blockaden beider Nerven bei Operationen am gesamten Bein wie z.B. Kniegelenksersatz. Die Mobilisation und Krankengymnastik kann dann weitgehend schmerzfrei durchgeführt werden, was zu einem besseren funktionellen Operationsergebnis und einer geringeren Häufigkeit von Komplikationen führt.

Nervenblockaden am Arm

Durch eine Injektion in der Achselhöhle oder unter dem Schlüsselbein werden zur Schmerzfreiheit für eine Operation am Arm die Nerven blockiert. Auch hier kann zur postoperativen Mobilisation und Krankengymnastik ein Schmerzkatheter eingelegt werden.

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Herk?mmliche Schmerztherapie

Selbstverständlich ist auch der herk?mmliche Einsatz von Schmerzmitteln als Tabletten, Infusionen und Injektionen über eine Vene oder mit einem Schmerzpflaster gemäß den Empfehlungen der WHO (World Health Organisation) m?glich.

Ein Stufenplan legt hier, je nach Art der Operation, die grunds?tzliche Therapie fest. Da jeder Patient eine individuelle Schmerzempfindung und Schmerzverarbeitung hat, kann diese Therapie nach der ersten Einschätzung durch unseren 24-Stunden- Schmerzdienst jederzeit nach oben oder unten korrigiert werden.

Selbstverständlich behandeln wir Patienten auf internistischen Stationen mit nicht operationsbedingten Schmerzen konsiliarisch gern mit.

Unser Dank gilt der Firma AstraZeneca und B.Braun, Melsungen (www.nervnet.com), die es uns gestattet hat, das Abbildungsmaterial zur Erstellung dieser Seite zu verwenden.