Die Periduralanästhesie (PDA)
Bei der Periduralanästhesie, auch Epiduralanästhesie genannt, wird eine Nadel in örtlicher Betäubung zwischen den am Rücken tastbaren Dornfortsätzen der Wirbelsäule bis in den Raum vor der Rückenmarkshaut vorgeschoben. Durch die Nadel wird ein dünner Schlauch [Periduralkatheter] eingeführt, der nach dem Entfernen der Nadel im Raum um die Rückenmarkshaut [Periduralraum] verbleibt und mit einem Pflaster fixiert wird (s.Abbildungen). Da der Katheter nur 0,85 mm dick ist, wird er Sie weder beim Liegen im Bett stören noch wird er Sie daran hindern, aufzustehen. Über einen Periduralkatheter ist man, je nach Punktionsort, in der Lage, Körperabschnitte vom Brustkorb bis zu den Füßen zu betäuben. Mittels einer batteriebetriebenen Pumpe wird der Periduralkatheter auch nach der Operation zur weiteren Schmerztherapie genutzt. Diese computergesteuerte Pumpe ermöglicht es Ihnen, im Sinne einer Patienten Controllierten Epidural Analgesie [PCEA, Link Schmerztherapie], sich zusätzliche Gaben des Schmerzmittels abzurufen. Dadurch üben Sie selbst die Kontrolle über die Schmerzmittelgabe aus und können die Schmerzbehandlung rechtzeitig und bedarfsgerecht, ohne auf Dritte angewiesen zu sein, durchführen. Der einprogrammierte zeitliche Mindestabstand zwischen zwei Medikamentengaben und die festgelegte Menge an Schmerzmittel pro Gabe verhindert eine Überdosierung des Schmerzmittels.
Als Vorteile der PDA gelten, neben der derzeit bestmöglichen Schmerztherapie, die frühe schmerzarme Mobilisation, die stimulierenden Effekte auf den Darm, der nach einem operativen Eingriff regelmäßig zur Trägheit und Verstopfung neigt, sowie das bessere Durchatmen und Abhusten, welche einer Lungenentzündung vorbeugen helfen.
Im Rahmen des JointCare Programms [Link JointCare Broschüre] seitens der Abteilung für Unfallchirurgie wird deshalb die PDA routinemäßig zum Hüftgelenksersatz angewandt.
Indikationen für die Anlage einer Periduralanästhesie sind die schmerzarme Geburt, größere Baucheingriffe, Eingriffe im Bereich des Brustkorbes und der Lunge, Hüftgelenksersatz sowie zur Schmerztherapie z.B. nach mehreren Rippenbrüchen.
Schematische Darstellung der Periduralanästhesie
Anlage eines Periduralkatheters im Bereich der Brustwirbelsäule
Blockaden an Schlüsselbein, Schulter, Arm und Hand
- Interskalenäre Plexusblockade (ISP)
- Vertikal-Infraklavikuläre Plexusblockade (VIP)
- Axilläre Plexusblockade
Blockaden an Hüfte und Bein





