Willkommen beim St. Vincenz Krankenhaus in Limburg

Zum Seiteninhalt
Alternative Navigation (mit Tabulator und oder Zugriffstasten)

Die Seitennavigation:

 

Krampfadern (Varizen)

Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen, die oberflächlich unter der Haut liegen. Die Venenklappen in diesen Gefäßen schließen nicht mehr richtig und es kommt zu einem Rückstau des Blutes in den Beinen und zu einer zunehmenden Erweiterung der Venen.

Zunächst sehen Krampfadern nur unschön aus und führen nicht gleich zu Beschwerden. Ohne Behandlung machen sich neben den sichtbar verdickten Venen Schwellungen und Spannungsgefühle bemerkbar. Mögliche Folgen eines gestörten Blutkreislaufes in den Beinen sind entzündete oder verstopfte Blutbahnen (Thrombosen). Im schlimmsten Fall droht durch verschleppte Blutgerinnsel ein lebensgefährlicher Gefäßverschluss der Lunge (Lungenembolie).

Spätfolge lange bestehender, unbehandelter Krampfadern sind schwere Hautveränderungen bis hin zum Ulcus cruris, einer Geschwürsbildung in Höhe der Knöchel und der Unterschenkel, im Volksmund auch gerne als „offenes Bein” bezeichnet. Diese Erkrankung führt zu Schmerzen, Entzündungen und Mobilitätsverlust. Erwerbsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit können folgen.

Vor allem Patienten, die Krampfadern haben ohne Beschwerden zu verspüren, verharmlosen die Erkrankung. Dabei gilt auch hier der Grundsatz: Je eher ärztlich behandelt wird, desto geringer in der Regel der Schaden.

Operative Therapie

Die chirurgische Entfernung der oberflächlichen Varizen hat zum Ziel, die venöse Funktion zu normalisieren, bzw. zu erhalten. Eine solche Varizenoperation ist technisch einfach, das OP-Risiko ist sehr gering. Die Varizen werden über Sonden herausgezogen (sog. Stripping) und über kleine Inzisionen entfernt (Seitastvaridektomie, Miniphlebektomie). Die häufig geäußerte Behauptung, operieren nütze nichts, da sowieso erneut Krampfadern entstehen, stimmt definitiv nicht. Zwar bleibt die Neigung zur Krampfaderneubildung nach einer OP bestehen (genetische Veranlagung), jedoch erreicht eine neu auftretende Varikosis selten das gleiche Ausmaß wie vor dem Eingriff.

Kompressionstherapie

Durch Kompression von außen entsteht für die Muskulatur ein Widerlager, wodurch die Förderleistung der Muskel-Venenpumpe verbessert wird. Anwendung finden Kompressionsstrümpfe, die von einem Fachmann individuell angepasst werden müssen. Bei täglichem Tragen und richtiger Pflege sollte der Strumpf nach einem halben Jahr ersetzt werden, weil er dann an Druckkraft verliert und seine Aufgabe nicht mehr voll erfüllen kann. Nach einer Varizen-OP werden die Strümpfe in der Regel sechs Wochen getragen.

Veröden von Varizen (Sklerotherapie)

Mittels Injektion eines Verödungsmittels in die Varize wird eine künstliche Venenentzündung provoziert, was zu einer bindegewebigen Umwandlung der Varize führt. Diese Methode ist risikoarm und belastet den Patienten kaum; bevorzugt wird sie bei Seitenast- und Besenreiservarizen (kosmetische Gründe) angewandt.

Medikamentöse Therapie

Es sind viele venentonisierende Medikamente auf dem Markt, die jedoch nicht in der Lage sind, die genannten Behandlungsmethoden zu ersetzen.

Vorschläge zur Trainingstherapie:

Intervallgehtraining:

Zeitaufwand ca 30 Min. pro Tag

  1. Sie suchen sich eine möglichst ebene Gehstrecke, die Sie in einem für Sie mittleren bis höheren Gehtempo ablaufen.
  2. Sie brauchen also einen genauen Startpunkt und laufen dann so weit, bis Sie aufgrund der auftretenden Schmerzen (meistens in den Waden) stehen bleiben müssen. Das ist Ihr Zielpunkt, den Sie sich gut merken müssen (am besten die Meterzahl oder die Schrittzahl aufschreiben).
  3. Sie wiederholen diese Strecke, laufen aber trotz der auftretenden Schmerzen mindestens einen Schritt weiter als bei Ihrem vorhergehenden Laufversuch. Wenn es einige Meter mehr sind, auch gut.
  4. Der Zielpunkt wird dadurch fortlaufend verlängert.
  5. Diese Übung wiederholen Sie insgesamt drei bis vier Mal und absolvieren dieses Training zwei bis drei Mal täglich.
  6. Halten Sie möglichst immer das gleiche Gehtempo.
  7. Haben Sie Geduld, wenn am Anfang noch keine großen Verbesserungen möglich sind. Die Muskulatur braucht Zeit, um sich anzupassen. Ein gesunder Läufer kann auch nicht sofort Marathon laufen, sondern braucht Monate bis Jahre Training dazu.
  8. Wenn Sie routinierter werden, können Sie natürlich auch die Gehstrecken verändern, können Steigungen hinauflaufen oder Treppen steigen.
  9. Wichtig ist: anstatt bei auftretendem Schmerz bzw. Stehzwang stehen zu bleiben noch mindestens einen Schritt weiter gehen!

Auch Spitzensportler trainieren ihren Stoffwechsel und die Muskelfunktion durch ein ähnlich konzipiertes Intervalltraining.

Andere Übungen sind Kniebeugen oder Zehenstandsübungen, die positive Effekte haben. Dabei testen Sie zunächst Ihre maximale Anzahl von z. B. Kniebeugen, bevor Sie vor Schmerzen aufhören müssen. Nach einer Pause von zwei bis drei Min. machen Sie nur noch zwei Drittel der Anzahl der Wiederholungen. Das wird drei bis vier Mal durchgeführt.

BEISPIEL:

Max. Anzahl: Neun Kniebeugen
Training: Drei bis vier Mal sechs Kniebeugen mit jeweils zwei Minuten Pause dazwischen, drei Mal am Tag
Tempo: Eine Kniebeuge pro Sekunde

Gleiches Vorgehen auch beim Zehenstand. Sie können sich dabei auch an einem Stuhl festhalten, wenn Gleichgewichtsstörungen auftreten sollten.

Fahrradergometer bzw. Fahrradfahren:

Auch hier zunächst eine Maximalbelastung austesten (entweder nach Wattzahl, Tempo oder Strecke bzw. Zeit), dann zwei Drittel Belastung drei bis vier Mal mit entsprechender Pause hintereinander, zwei bis drei Mal am Tag.

WICHTIG: Laufen Sie so viel wie möglich, keine Fahrstühle, dafür Treppensteigen!

INFO

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich direkt an uns oder an unsere Krankengymnasten (Geh- schule).

Zuhause besteht auch die Möglichkeit sich an eine Koronarsportgruppe zu wenden. Teil- weise gibt es auch Gefäßsportgruppen, bei denen Sie unter ärztlicher Überwachung in der Gruppe ein motivierendes Training durch- führen können.

Zurück zur Übersicht