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Aortenaneurysma

Ein großer Teil der Bevölkerung leidet mit zunehmendem Alter an der Arteriosklerose. Die Risikofaktoren, die die Erkrankung fördern sind weitestgehend bekannt. Auch wissen viele Menschen von den gefährlichen Folgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen der Beine.

Weniger bekannt, aber noch viel gefährlicher, ist das Aortenaneurysma. Dabei kommt es aufgrund einer Schwäche der veränderten Arterienwand zu einer Aussackung an der Hauptschlagader. Vergleichbar ist dies einem Fahrradschlauch, der durch eine Lücke im Mantel austritt und durch den Druck an dieser Stelle unkontrollierbar aufgebläht wird. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Gefahr groß ist, dass diese Stelle reisst oder platzt.

Bei dem Aortenaneurysma führt ein Platzen zu massiven Blutverlusten in kürzester Zeit, weswegen Notfalloperationen auch heute noch mit hohen Sterberaten verbunden sind. Da es sich um besonders schwere Operationen an meist älteren Patienten mit vielen Risikofaktoren handelt wird auch ein gut geplanter Eingriff von drei bis vier Prozent der Patienten nicht überlebt. Bei einem blutenden Riss können aber 40 Prozent nicht mehr gerettet werden.

Damit es gar nicht erst soweit kommt gilt es, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Tückisch ist dabei, dass ein Aneurysma lange Zeit keine Beschwerden macht, die Betroffenen gar nichts davon wissen. Erst wenn die Schlagader zu reißen droht, treten Schmerzen auf. Diese können als Bauchschmerz auftreten, häufig strahlen sie jedoch in den Rücken aus oder wirken wie eine Kolik. Das führt dazu, dass die Beschwerden zunächst nicht richtig zugeordnet werden.

Eine wichtige Vorsorgeuntersuchung ist der Ultraschall. Mit dieser einfachen Untersuchungsmethode kann man feststellen, ob eine Erweiterung der Schlagader besteht. Bei einem konkreten Verdacht können wir mittels Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie eine spezielle Untersuchung anbie-ten. Mit Hilfe dreidimensionaler Bilder kann gleichzeitig festgestellt werden, ob eine Operation bereits erforderlich ist (ab einem Durchmesser von etwa fünf cm) und welches Verfahren individuell am besten geeignet ist.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Das am häufigsten angewandte Therapieverfahren ist die offene chirurgische Aneurysma-Ausschaltung, indem die erweiterte Bauchschlagader durch eine Kunststoffprothese ersetzt wird. Diese Operation gilt heute in einem gefäßchirurgischen Zentrum als Standardeingriff. Unterhalb der Abgänge der Nierenschlagader wird die Hauptschlagader durchtrennt und eine Kunststoffprothese, sozusagen „Stoß auf Stoß“, eingenäht. Dazu ist ein Bauchschnitt erforderlich. Oft müssen auch beide Beckenschlagadern durch eine „Y-förmige“ Kunststoffprothese mit zwei Prothesenschenkeln für die Beckenschlagadern ersetzt werden. Die schwerste Belastung für den Patienten ist bei dieser großen Operation, dass das Abklemmen der Hauptschlagader die Blutzufuhr in die untere Körperhälfte zeitweise ausschaltet (Herzbelastung). Dies setzt ein hervorragendes und enges Zusammenspiel der Narkose- und Operationsärzte voraus.

Der Blutverlust, der bei dieser Operation immer entsteht, stellt eine weitere Belastung für den Patienten dar. Um Fremdblut zu vermeiden wird versucht, während der Operation das anfallende Blut aufzusaugen und wieder zurückzugeben. Inzwischen ist dieses Operationsmanagement soweit standardisiert, dass die Zahl der Todesfälle bei solchen Operationen erheblich gesenkt werden konnte (drei bis fünf Prozent). Natürlich sind diese Zahlen risiko- und altersabhängig.

Inzwischen gibt es jedoch auch die Möglichkeit einer sogenannten „endovaskulären Stent-Prothesen- Implantation“. Bei diesen Stent-Prothesen handelt es sich um zusammenfaltbare Gitterröhren, sog. Stents, die mit einer Kunststoffhaut beschichtet sind. Bei dieser Behandlungsmethode, also der Ausschaltung des Bauchaorten- Aneurysmas durch das Einbringen einer solchen metallgestützten Kunststoffprothese nach dem Prinzip „Rohr in Rohr“, geht man natürlich anders vor. Man behandelt das Aneurysma sozusagen „von innen“.

Solch eine Stent-Prothese wird über eine Öffnung der Leistenschlagader in die Bauchschlagader unter Kontrolle auf dem Röntgenschirm vorgebracht und dann dort entfaltet und verankert.

Diese Operationsmethode belastet die Kranken deutlich weniger, da der Bauchraum nicht geöffnet werden muss. Das Problem dieser modernen Behandlungsmethode liegt aber darin, dass man die Stent-Prothese in einem gesunden Gefäßabschnitt verankern muss, um das Aneurysma sicher aus dem Blutstrom auszuschalten. Deshalb kommen zur Zeit nur ca. 30 – 40 Prozent aller Patienten mit einem Bauchaorten-Aneurysma für diese Methode in Frage.

Bei diesem neuen Therapieverfahren beeindruckt insbesondere, wie wenig der Patient durch den Eingriff belastet wird. Er kann durch die fehlende Bauchöffnung sehr schnell mobilisiert werden, die Darmfunktion ist nach der OP nicht gestört, wenige Tage im Krankenhaus genügen bis zur völligen Wiederherstellung. Trotz dieser sozusagen „einfacheren“ Behandlungsmethode liegt auch hier die Sterblichkeitsrate bei der Aneurysma-Ausschaltung durch eine Stent-Prothese nicht bei Null.

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